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Haus „Zum Bauhof“, Technikumstr. 68/ Steinbergg. 61

Bauhof

Steinberggasse 61

8400 Winterthur


Das Haus „Zum Bauhof“ (Technikumstrasse 68) geht mindestens auf das frühe 17. Jhdt. zurück. Das dazu gehörende Hinterhaus (Steinberggasse 61) wurde abgerissen und Mitte des 19. Jahrhunderts als Gewerbebau neu errichtet. 2009 erfolgte ein Handwechsel, der ein Glücksfall wurde. Der neue Hausbesitzer erneuerte das Haus mit dem Ziel, möglichst viele der alten Strukturen zu erhalten und sichtbar zu machen.

Der „Bauhof“ ist sicher vor 1642 errichtet worden. Er ist von seiner Nutzungsgeschichte her als Zunfthaus der Gerber und Schuhmacher und als auch von seiner Architektur her bedeutend. Auf Grund der Konstruktion der drei Keller ergab sich, dass die ältesten Teile des Hauses bis ins Mittelalter zurückreichen. Im zweiten Obergeschoss, zusammen mit dem Hinterhaus, entstand 1615 ein Zunftsaal. Um 1800 erhielt der „Bauhof“ ein drittes Geschoss. Von 1820 bis 1866 befand sich in diesem Haus das Versammlungslokal der Freimaurerloge „Akazie“. Um 1890 wurde in den Gewerberäumen an der Steinberggasse eine Spenglerei eingerichtet. Diese wurde später viele Jahre durch die Familie Salzgeber auch als Sanitär-Unternehmen betrieben. Anschliessend nutzen verschiedenste Kleinbetriebe wie Antikschreiner, Grafiker, Vergolder, Illustratoren u.a. die Räumlichkeiten. An 2009 sollen die beiden Liegenschaften erneuert werden, ohne aber die alte Substanz zu zerstören.

Das axialsymmetrisch gegliederte Zeilenhaus weist mit dem Eingangsportikus** und den Fensterverdachungen eine bemerkenswerte Neorenaissance-Fassade der zweiten Hälfte des 18. Jhdt. auf. Im Innern blieben die alten Strukturen und Einrichtungen erhalten.

Das neue Hinterhaus, heute an der Steinberggasse 61 gelegen, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Gewerbehaus erstellt. Das Erdgeschoss wird von horizontal gefugten Stützen gegliedert und von einem Architrav*** abgeschlossen. Das Obergeschoss weist Fenster mit schlichten Einfassungen auf.

** In der Architektur des Barock und des Klassizismus ist der Begriff Portikus enger gefasst und bezeichnet eine ein- oder mehrschiffige, von Säulen, seltener von Pfeilern getragene Vorhalle, die der Hauptfront eines Gebäudes vorgelagert ist.

***Der Architrav (vom italienischen architrave Balken)) ist ein auf einer Stützenreihe ruhender, zum Gebälk gehörender Horizontalbalken. In der Antike wurde der Architrav auch Epistyl genannt, da er hier meist auf Säulen ruht (Epistyl von griechisch auf den Säulen liegend).

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