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Haus Steinackerweg 2, Freitaghaus

1835

Freitaghaus

Steinackerweg 2

8405 Winterthur


Das Mehrzweck-Bauernhaus wurde 1835 erstellt und später durch Tenne, Stall, Remise und diverse freistehende Kleinbauten ergänzt. Das Wohnhaus unter Satteldach wurde als langrechteckiger, zweigeschossiger Baukubus errichtet und zeigt sich grösstenteils in Sichtfachwerk. Die geräumige Stallscheune mit der hohen Tenneneinfahrt bezeugt den Wechsel vom spätmittelalterlichen Lehensrecht zum Privateigentum.

2007 und 2008 wurde das gut erhaltene Haus in eineinhalbjähriger Bauzeit renoviert und für eine Aussenwohngruppe des Altersheims St. Urban hergerichtet. Von aussen präsentiert sich das Wohnhaus weitgehend wie früher. Es ist ja auch von der Denkmalpflege als schutzwürdiges Haus bezeichnet worden und im einschlägigen Inventar aufgeführt. Aber auch im Innern konnte der alte Kachelofen und das Originaltäfer gerettet und erhalten werden. Ein ganz neuer Wohnteil ist in der ehemaligen Scheune entstanden.

Das einstige Bauernhaus wurde von den Besitzern der Stiftung Altersheim St.Urban als Legat vermacht. Diese hat es nun mit Baukosten von drei Millionen Franken in die Erfordernisse der neuen Nutzung umgebaut. Es soll zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern ein familiäres Zuhause unter professioneller Betreuung anbieten. Das Angebot richtet sich an noch mobile an Demenz erkrankte Menschen aus Winterthur.

Der Name „Freitaghaus“ erklärt sich vom einstigen Besitzer bzw. deren Familie. Ein ehemaliger Besitzer und Bauer dieses Hofes war nämlich Emil Freitag, der ab 1922 der Stadtregierung angehört hatte.

Zum Legat gehört auch die grosse Landparzelle vis-à-vis des ehemaligen Bauernhauses. Auf diesem Landstück soll ab 2016 eine Erweiterung des Altersheimes entstehen.

Foto: Daniel Gmür vom Archtektenteam Schneider Gmür Architekten AG Winterthur

Erweiterung

Im August 2018 wurde auf dem angrenzenden Grundstück, das ebenfalls aus dem Legat Freitag stammt, eine Erweiterung des Demenzheims in Betrieb genommen. 24 neue stationäre Pflegeplätze sind dazugekommen. Die Projektleiter der Stiftung Altersheim St. Urban haben zusammen mit Pflegespezialisten, Psychiatern und Wissenschaftlern darüber Gedanken gemacht, bevor sie das neue Demenzzentrum am Steinackerweg in Seen konzipiert und realisiert haben. Die planerische und bauliche Leitung lag beim Winterthurer Architektenteam Schneider Gmür Architekten AG. Herausgekommen ist das «Haus Margrit» des Zentrums Freitag, das aussen wie innen auf die Bedürfnisse demenzerkrankter Menschen ausgerichtet ist.Das Gebäude ist dreigeschossig in Massivbauweise gebaut, mit einem zusätzlichen Untergeschoss. Das Areal verfügt über eine Aussenanlage, die auf die Alltagsbedürfnisse und die Pflege von Menschen mit Demenz angepasst wurde. Gebaut wurde im Minergie-Standard mit Erdsondenwärmepumpe mit sieben Sonden und Solarthermie. Die Bau- und Planungskosten von 9,5 Millionen Franken werden von der Stiftung privat finanziert. Eine Millionen werden neben der Landfläche von der Stiftung über Eigen mittel beigetragen. Der Rest wird über Banken finanziert. Es fliessen keine öffentlichen Gelder.

Kreis Seen
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