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Tabacznik Jakob 1915-2011, Architekt

Jakob Tabacznik
24.08.1915
19.03.2011

Der Winterthurer Architekt Jakob Tabacznik ist am 19. März 2011 im 96. Lebensjahr nach einem langen, erfüllten Leben gestorben. Geboren wurde er am 24. August 1915. Seine Jugend verbrachte er im polnischen Wloclawek.

Jakob Tabacznik, der am 19. März 2011 96-jährig verstorben ist, hat mit vielen privaten und öffentlichen Gebäuden in der Stadt Winterthur seine Spuren hinterlassen. Die Kunsteisbahn Zelgli, das Schulhaus Schönengrund, das Schwimmbad Oberwinterthur und das Garten-Hotel zeigen sein kreatives Schaffen. Für diese Bauten war das Architekturbüro Franz Scheibler (Projektverfasser: Jakob Tabacznik ETH/SIA) verantwortlich. Die grossen Unternehmen Winterthurs wie„Sulzer“, “Haldengut“ und „Winterthur-Versicherungen“ zählten als Bauherren auf seine Dienste. Auch bei grossen Renovationen und Erweiterungen wie beim Museum Lindengut und beim Krankenheim Wülflingen kam Tabacznik zum Zuge. Als wichtige und markante private Baute ist das Geschäftshaus „Pfeiffer“ am Graben mit dem Durchgang zur Obergasse zu nennen. Auch die damalige Volksbank an der Stadthausstrasse Winterthur und die Technikum-Tiefgarage gehören zu seinem Lebenswerk. Das obwohl beim Letzteren der fast wichtigste Teil, nämlich der direkte Durchgang in die Steinberggasse nicht realisiert worden ist. Der Winterthurer Stadtrat hatte sich damals dafür eingesetzt, doch wollte der Winterthurer Altstadt-König Stefanini mit seinem Haus in der Steinberggasse nicht mitmachen. Übrig geblieben ist deshalb bloss der Häuser-Teil an der Technikumstrasse mit der Rumpf-Unterführung in das Technikum-Parkhaus. Im Ausland ist im Auftrag von Sulzer eine Kunsteisbahn in Caracas entstanden.

Jakob Tabacznik gehörte zu den Internierten, die 1940 mit der 2. Polnischen Schützendivision von Frankreich in die Schweiz kamen. Sein Diplom hat er während des Krieges an der ETH in Zürich gemacht. Während der Semesterferien arbeitete er an den berühmten Polenstrassen in der Schweiz mit. 1956 wurde er mit seiner Schweizer Frau Margaretha Meier und seinen Kindern Bürger von Winterhur. Bis Anfangs der 90er Jahre hat er noch in seinem Architektur-Büro mitgearbeitet. Das Büro Tabacznik & Werro existiert heute (2011) noch.

Wir danken seinem Sohn Stefan für die Unterstützung und die Textvorlage herzlich.

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