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Mattioli Silvio 1929-2011, Eisenplastiker

Silvio Mattioli
02.02.1929
03.04.2011

Silvio Mattioli war einer der bekanntesten zeitgenössischen Eisenplastiker. Seine Arbeiten zeugen von einer enormen Schaffenskraft, welche er bis ins hohe Alter ungebrochen aufrechterhalten konnte. Ein wesentliches Element seines Werkes ist die Auseinandersetzung mit den existentiellen Fragen der Menschen und dem Religiösen, so schuf unter anderem sakrale Werke in Kirchen, Klöstern und auf Friedhöfen.

Foto: Johanna Bossart, Zürich

Silvio Mattioli wurde am 2. Februar 1929 in Winterthur-Töss als Nachfahre einer italienischen Schmiededynastie geboren und verstarb in Schleinikon am 3. April 2011. Er machte von 1945 bis 1946 eine Lehre als Steinbildhauer in Winterthur-Hegi und besuchte die Kunstgewerbeschule Zürich. Seine Lehrer waren Otto Teucher in Bildhauerei und Dr. Edwin Gradmann in Stilkunde und Kunstgeschichte. 1948 reiste nach Paris und lebte dort bis 1950. Beeindruckt von der Malerei, insbesondere derjenigen von Vincent van Gogh, begann er dort zu malen. Er bereiste die Bretagne und die Normandie und schuf Landschaften, Stillleben und Portraits. Diese Werke hatte er aber später zum grössten Teil vernichtete. 1950 bis 1952 arbeitete er in den Ateliers von Hans Aeschbacher, einem Schweizer Maler und Bildhauer, in Südfrankreich und Zürich. In dieser Phase entschied er sich definitiv für die Bildhauerei. Eine inspirierende Zeit war die Zusammenarbeit im Jahr 1953 mit den Bildhauern Otto Müller, Eugen Häfelfinger und Alfred Huber. Er lernte auch den Zürcher Architekten Ernst Gisel kennen, der ihm in der Folge Aufträge vermitteln konnte. Das waren Arbeiten für Brunnenanlagen bei Schulhäusern und Werke für Kirchen. 1951 bis 1954 wirkte er als Holz- und Steinbildhauer. In dieser Zeit waren Frauentorsi in frühzeitlicher Darstellung und Tiere die bevorzugten Sujets. Er reiste auch immer wieder nach Italien und Frankreich, um sich weiterzubilden.

Dann so nach 1955 begann er als Eisen- und Stahlplastiker zu arbeiten. Er liess es vorerst bei Kleinplastiken bewenden. Ab 1967 wagte er sich an Monumentalplastiken für den öffentlichen Raum. Bei dieser Kunstform kamen dann auch die Farben wieder ins Spiel. Neben dem Schwarz verwendete er vor allem einen Blau-Rot-Kontrast, dem er später auch noch gelb hinzufügte. Von 1953 bis 1968 schuf er seine Werke vorwiegend in seinem Zürcher Atelier an der Wuhrstrasse 10 und ab 1969 unterhielt er seine Werkstatt in einem alten Bauernhaus in Schleinikon im Wehntal. Monumentale Stahlskulpturen prägen das Bild der Stadt Zürich mit. Das sind Werke beim Café Sprüngli an der Bahnhofstrasse, bei der Wasserkirche und beim Bahnhof Wiedikon etwa. Eines seiner letzten Werke war das Grabmal für den 2007 verstorbenen Kabarettisten Cés Keiser auf dem Friedhof Enzenbühl. Verschiedenste Förderpreise und Stipendien (u.a. Conrad Ferdinand Meyer–Preis, Kiefer–Hablützel–Stipendium, Stipendium der Eidgenossenschaft) ermöglichten ihm ständige Weiterentwicklung und Auslandaufenthalte. Mattioli war zweimal verheiratet und hatte aus diesen Ehen (1953 und 1974) drei Kinder: 1955 Enrico, 1957 Pietro, 1975 Katharina.

Weitere Werke in Winterthur:

-Bronzerelief an der Fassade der Turnhalle beim Schulhaus Ausserdorf in Oberwinterthur, Talackerstrasse 21

-Kapelle Rossberg: zwei Plastiken, Kerzenständer und Altartisch, 1999, siehe Link zu Eintrag "Kapelle Rossberg"

-Rieter Vorgelände Schlosstalstr. 43: Team, verzinkte Eisenplastik, 8m hoch, 1998:

Abbildung in der Galerie

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