w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Meyer René, alt Stadtammann, *1932

René Meyer
07.04.1932

René Meyer wird von fast jedem in Winterthur und ganz sicher in Oberwinterthur erkannt. Im östlichen Vorort vielleicht nicht ganz von jedem im guten Sinne, hatte er doch in seiner beruflichen Aktivzeit als Leiter des Betreibungsamts auch unangenehme Aufgaben zu erledigen. Meyer ist ein Macher, Gründer und Organisator auf den verschiedensten Ebenen.

René Meyer ist am 7. April 1932 in Zürich geboren und kam mit seinen Eltern als 10-jähriger nach Oberwinterthur, wo er den Rest der Schulzeit absolvierte. Gewohnt und betrieben haben die Meyers das Restaurant Rössli im Oberwinterthurer Dorfkern. Nach der Schulzeit absolvierte Meyer die kaufmännische Lehre im Drogeriebetrieb Ernst zum Schneeberg. Nach wenigen Wanderjahren übernahm er eine Führungsfunktion im Einkauf beim Unternehmen Griesser AG, Storen und Rolladen, in Aadorf. Neun Jahre später wurde René Meyer 1962 zum Stadtammann von Oberwinterthur gewählt. Dieser Funktion blieb er bis zu seiner Pensionierung 1998 treu. 1958 hat Meyer geheiratet und mit seiner Familie (ein Sohn und eine Tochter) immer in Oberwinterthur gewohnt.

Noch in der Schulzeit trat er dem Turnverein Oberwinterthur bei. In diesem seinem Verein war er später, nebst dem sportlichen, in fast allen Funktionen tätig gewesen: sechs Jahre Präsident, vier Jahre Vize-Präsident, vier Jahre Aktuar, zwei Jahre Handball-Obmann, drei Jahre Juko-Präsident, Initiant der Aktion „TV Oberi spendet Blut“. Diese erfolgreiche Aktion dauerte 25 Jahre, dabei wurden 740 Liter Blut gespendet. Während anderswo eine Zusammenarbeit zwischen TV und FC nicht denkbar gewesen wäre, bewies Meyer das Gegenteil. Er war 10 Jahre OK-Präsident des alljährlichen Wiesenfest TVO/FCO, OK-Präsident Fahnenweihe 1964, OK-Mitglied „75 Jahre TVO“ und „100 Jahre TVO“ und schliesslich OK-Mitglied der eidg. Kunstturnertage.

Dieses immense Schaffen für das Turnen blieb natürlich in Turnerkreisen nicht verborgen. So folgte auch der Ruf des Turnverbandes Stadt Winterthur (vier Jahre Rechnungsrevisor), Kreisturnverband (vier Jahre Spiko-Präsident), Kantonalturnverein (sechs Jahre Chef Spiko Faustball) und der Eidg. Turnverein. Auf dieser schweizerischen Ebene war René Meyer unter anderem 12 Jahre Mitglied der Technischen Kommission und drei Jahre Mitglied des Zentralkomitees. Sein Organisationstalent floss in die verschiedensten OK’s ein, so zum Beispiel in den OK’s der Eidgenössischen Turnfeste 1967 in Bern, 1972 in Aarau, 1978 in Genf und schliesslich wohl als Krönung dieser Tätigkeit das legendäre Eidgenössische 1984 in Winterthur. Er arbeitete auch 16 Jahre als Mitglied der Schweiz. Faustball-Kommission und war Schiedsrichter-Chef an vier Faustball-Weltmeisterschaften. Selber pfiff er an den Weltmeisterschaften 1972, 1976 und 1979.

Dass der Ballsport Meyers Passion war belegen auch die Tätigkeiten im Schweiz. Handballverband (u.a. vier Jahre Zentral-Präsident), im Volleyball-Regionalkomitee Zürich. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass René auch noch beim FCO Fussball gespielt hat. Seine Stimme ertönte weit um die „Talwiese“ herum, wenn er als Libero seine Verteidigung dirigierte. Auch in diesem Fussballclub hat er natürlich in verschiedenen Funktionen seine Fähigkeiten eingebracht und verdienstvoll gewirkt. Seine Leidenschaft aber ist und war der Faustball. Seit Jahrzehnten spielt er den Ball über die Leine. Schlagkraft und Treffsicherheit sind seine Markenzeichen.

Als Höhepunkt seines vielfältigen Wirkens und auch Auszeichnung für die vielen positiven Spuren die René Meyer gelegt hat, war die Wahl ins Eidgenössische Olympische Komitee, dem er von 1985 bis 1992 angehörte. Als Missionschef führte René Meyer die Schweizer Mannschaft an die Olympischen Sommerspiele 1988 nach Seoul und 1992 nach Barcelona. In Spanien mit dabei war auch ein weiterer Winterthurer, Christian Erb als Diskuswerfer, gewesen.

Dass Meyers Interesse aber nicht nur dem Wettkampfsport gehörte, zeigen andere Aktivitäten. 22 Jahre war er Präsident der Saalbau-Genossenschaft Oberwinterthur, was heisst Oberaufsicht über das Hotel und Restaurant Römertor. In der Eulachhallen AG, der Heimat der Handballer, auch unteren Ligen, war er viele Jahre Mitglied des Verwaltungsrates und Vizepräsident. Er war Gründer und 21 Jahre Aktuar der Schwimmbad-Genossenschaft Oberwinterthur. Er war mit dabei als 1973 der Ortsverein Oberwinterthur gegründet wurde und wirkte bis der Verein im Schwung war noch fünf Jahre im Vorstand mit. Als Mitglied der 1. August-Kommission war Meyer auch Mitverantwortlich, dass in Oberwinterthur der Staatsgründung gedacht wurde. Auch der damaligen Demokratischen Partei gab er als Vorstandsmitglied sein Wissen weiter.

René Meyer hat, zusammengezählt, über 220 Jahre Vorstandstätigkeit ausgeübt und in diesem mannigfaltigen Tun vieles auf die Beine gestellt. Elf Ehrenmitgliedschaften weisen sein verdienstvolles Schaffen aus. René Meyer war aber keineswegs ein verbissener Funktionär, sondern seine Geselligkeit und seinen Humor kam immer wieder zum Tragen. Er war überall beliebt und willkommen. Seit seiner Pensionierung nimmt er es nun etwas ruhiger, aber als Zuschauer trifft man ihn noch immer auf den verschiedensten Sportanlagen. Aber noch immer engagiert er sich, heute im sozialen Bereich. 13 Jahren war er als Rot-Kreuzfahrer unterwegs und hat gegen 1500 Einsätze geleistet.

Kulturschaffende
nach oben ↥
nach oben ↥
link