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Villa „Erica“, Seidenstrasse 14

1900

Die zweigeschossige Villa „Erica“ wurde 1899-1900 vom Architekten Ernst Jung im Stilpluralismus erbaut und gehört zu den ältesten Villen an der Seidenstrasse. Die Fassade ist mit zweifarbigen Sichtbacksteinen verkleidet und weist vielfältige Fensterformen mit teils dekorierten Brüstungen auf. Das steile Kehlfirstdach ist mit Schiefer eingedeckt.

Die Seidenstrasse ist eine der schönsten Villenstrassen Winterthurs. Hier finden sich zwischen Gartenanlagen romantische Traumvillen im Stil englischer Renaisance, des Neubarocks oder Schweizer Heimatstil. Fast alle wurden von den namhaften Winterthurer Architekten Ernst Jung, Robert Rittmeyer und Otto Bridler gebaut.

Eine Villa ist ein Landhaus. Es geht auf die Römer zurück, die Villen als ländliche Sommerresidenzen der Städter angelegt hatten. Die ersten Villen in Winterthur entstanden im 18. Jhdt. als die ersten Familien vor die Tore der Stadt zogen und so vom Staub, Lärm und Gestank flüchteten. Dazu gehören die Häuser „Zum Schanzengarten“ (1740, Langgasse 126), „Zur Pflanzschule“ (1771/72 St. Georgenstr. 5), „Zum Sulzberg“ (1785, Museumstrasse 56), Lindengut (1787) und „Zum Jakobsbrunnen“ 1790, Schwalmenackerstr. 5).

Die Gartenanlagen waren meist im französischen Stil gestaltet. Sie sollten einen Kontrast zur natürlichen Landschaft oder den landwirtschaftlichen Feldern der Umgebung darstellen. Das neue Bürgertum des 19. Jhdt., die Fabrikherren und Industriebarone, die sich politisch der demokratischen Bewegung zuordneten, eiferten in ihren Villenbauten den Patriziern und Adligen des 18. Jhdt. nach. Man wählte den Stil der barocken französischen Adelsschlössern (Villa Bühler) oder englischen Landhäusern aus der Zeit der Renaissance.

Die Villa „Erica“ an der Seidenstrasse 14 ist 1899-1900 vom Architekturbüro Jung & Bridler für Julie Bryner (1849-1935) und Else Sulzer (1851-1926, Töchter von Salomon Sulzer-Sulzer) gebaut worden. Die Villa im neugotischen Stil hat bemerkenswerte Dekorationsmalereien an der Hauptfassade.

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