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Meli Karl, 1938-2012, Schwingerkönig/Wirt

Karl Meli
22.06.1938
12.03.2012

Der populäre Sportler und Winterthurer Karl Meli verstarb am 12. März 2012 im 74. Lebensjahr. Der Veltheimer war einer der bisher erfolgreichsten Schwinger. 1961 in Zug und 1964 in Aarau wurde Meli Schwingerkönig. Meli ist der Einzige der bisher zweimal den Kilchberger Schwinget gewinnen konnte. Auch die Marke von neun eidgenössischen Kränzen wird wohl ein Rekord noch für lange Zeit bleiben.

Karl Meli war in Winterthur eine gern gesehene Persönlichkeit. Nach der Lehre als Zimmermann und einer Anstellung bei der Fortverwaltung der Stadt Winterthur besuchte er die Polizeischule und wurde Winterthurer Stadtpolizist. Mit seiner Persönlichkeit und seiner Statur hatte er ideale Voraussetzungen für diesen Beruf. Gute Erinnerungen hat der Chronist an eine Szene an der Winterthurer Fasnacht in der Bierschwemme des „Volkshauses“. Meli war als Privatmann und ohne Uniform anwesend, aber nur sein Aufstehen liess ein Tumult im Keime ersticken.

Als Wirt in Oberwinterthur und Hegi und schliesslich in seinem „Sternen“ in Veltheim, fand er dann eine Tätigkeit, in der er seine Kontaktfreudigkeit und Kameradenpflege ausleben konnte. 2008 zog er sich zurück und übergab seiner Tochter Irène Bodenmann-Meli den „Sternen“. Sie war es dann auch, die 2009 im ersten Stock des Restaurants ein Schwingermuseum einrichtete und eröffnete. Geschichte aber hat Karl Meli im Sägemehl geschrieben. Ihm zu Ehren findet ab 2014 im Sternen Veltheim ein Karl-Meli-Festival statt.

Während seiner langen Aktivzeit als Schwinger und Nationalturner erkämpfte sich Meli 124 Kränze und viele Auszeichnung. Von allen neun besuchten Eidgenössischen Schwingfesten kehrte er mit dem begehrten Eichenlaub nach Hause. Zweimal reichte es ihm zum Schwingerkönig: 1961 in Zug gegen Karl Oberholzer im Schlussgang. Drei Jahre später bodigte er in Aarau Alois Boog. 1966 wurde er in Frauenfeld im Schlussgang von Rudolf Hunsperger entthront.

Ebenso viele Male ging er als Sieger am Kilchberger Schwinget hervor: 1967 gegen Ady Zurfluh und 1973 gegen Christian Eggler. Am Jubiläumsschwingfest 1970 in Baden entschied Karl Meli den Schlussgang gegen Marcel Buser zu seinen Gunsten und wurde vielbejubelter Sieger. Denselben Sieger gab es auch 1976 beim Jubiläumsschwinget in Murten, wo Franz Schatt im Endkampf die Überlegenheit des Winterthurers neidlos anerkennen musste.

Mit der Teilnahme am Kilchberger-Schwinget 1978 beendete Karl Meli seine Schwingerlaufbahn. Als technischer Leiter des Schwingklubs Winterthur sowie als Kursleiter in der ganzen Schweiz gab er sein Wissen gerne an den Nachwuchs weiter. Nebst dem Schwingen war Karl Meli auch viele Jahre Aktivmitglied im Turnverein Veltheim. Im Lager der Nationalturner galt er als ernsthafter Siegesanwärter. Nicht weniger als 46 Mal wurde er in dieser Sparte mit dem begehrten «Laub» bedacht. Karl Meli kann bestimmt als einer der erfolgreichsten Schwinger aller Zeiten bezeichnet werden.

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