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Kehrichtsverbrennungsanlage

Wed Aug 25 00:00:00 UTC 1965

Die Hauptaufgabe der Kehrichtverbrennungsanlage, im Industriegebiet Grüze gelegen, besteht im Verbrennen von Abfällen aus Haushalt, Industrie und Gewerbe, die weder vermieden noch verwertet werden können. Sie ist rund um die Uhr in Betrieb. Zum Einzugsgebiet der KVA Winterthur gehören 59 Gemeinden (48 Gemeinden aus dem Kanton Zürich und 11 Gemeinden aus dem Kanton Zug) sowie Teile des Kantons Tessin. Die Anlage wurde 1965 eröffnet.

Foto: Pressedienst Stadtwerke

Die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Winterthur wurde seit ihrer Inbetriebnahme im Jahre 1965 mehrmals erweitert und neuen technischen Anforderungen angepasst. Das waren 1971 die Inbetriebnahme der ersten Dampfturbinengruppe, 1974 eine Erweiterung, 1986 der Bau der weitergehenden Rauchgasreinigung, 1994 die Inbetriebnahme eines neuen Verbrennungsofens und schliesslich 2013 die Inbetriebnahme der umfassend umgebauten KVA.

Legende zum Projektbild

1. Verbrennungslinie: Ersatz Kehrichtofen, Elektrofilter und Saugzug

2. Kehrichtbunker: Vergrösserung

3. Rauchgasreinigung: vierte Reinigungsstufe für beide Verbrennungslinien

4. Energiezentrale: neue Dampfturbine, Generator, Luftkondensationsanlage

5. Kehrichtannahme: neues Waaghaus mit Doppelwaage, Schliessung der Scheideggstrasse zwischen Kronaustrasse und St. Galler Strasse, neue Annahmestelle für Handablader

6. Fuss- und Radweg zwischen Kronaustrasse und Bahnhof Grüze

7. Garage für kommunale Kehrichtfahrzeuge, Quartiersammelstelle, Revierstützpunkt

Foto: Pressedienst Stadtwerke

Während der Bauzeit von 2008 bis Herbst 2013 wurden 2 400 Tonnen Stahl eingebaut und 37 000 Tonnen Beton gemischt, um so ein um 100 Prozent vergrössertes Gebäudevolumen zu erreichen. Die Kehrichtverwertungsanlage in Winterthur präsentiert sich nach einer umfassenden Sanierung technisch auf dem neusten Stand und architektonisch in einem neuen Kleid. Die KVA erfüllt dank des Umbaus ihre Aufgabe, Kehricht umweltgerecht zu verbrennen und energetisch sinnvoll zu verwerten in jeder Hinsicht.

Foto: Pressedienst Stadtwerke

Nach dem Umbau 2013 verfügt die Stadt Winterthur über eine der modernsten Kehrichtverwertungsanlagen der Schweiz. Nebst einer völlig neuen Verbrennungslinie weist die KVA neu verbesserte Anliefermöglichkeiten auf, einen grösseren Bunker, eine zusätzliche vierte Rauchgasreinigungsstufe für die gesamte Anlage und eine neue, leistungsstarke Energiezentrale. Für Private und Gewerbebetriebe, die keine Kippvorrichtung an ihrem Fahrzeug haben, ist auch ein spezieller Sektor für den Handablad von Sperrmüll oder grossen Mengen Kehrichts eingerichtet. Die Gesamtkosten betrugen knapp 220 Millionen Franken.

Foto: Pressedienst Stadtwerke

Die Leistungen der Kehrichtverwertungsanlage von Stadtwerk Winterthur

Die Kehrichtverwertungsanlage in der Grüze in Winterthur erfüllt wichtige Leistungen für die Umwelt. Täglich verbrennt sie rund 500 Tonnen Siedlungs- und Baukehricht hygienisch einwandfrei. Am Schluss des Verbrennungsprozesses bleibt Schlacke übrig, aus der Buntmetalle zurückgewonnen werden. Die Verbrennungsluft durchläuft vier Reinigungsstufen. Die dadurch gereinigte Abluft verlässt die KVA über die Kamine in Form von Wasserdampf und weist Schadstoffwerte weit unter den von der Luftreinhalteverordnung definierten Grenzwerten auf. Mit der Abwärme, die bei der Verbrennung entsteht, wird Strom und Wärme produziert. Die Menge entspricht rund 20 Prozent des Winterthurer Jahresbedarfs an Strom und rund 8 Prozent der in der Stadt benötigten Wärme. Diese ist CO2-neutral und wird als Fernwärme geliefert. Die KVA ist das grösste Energiekraftwerk in Winterthur. Eine Tonne Abfall enthält den Energiewert von 300 Litern Öl, die Dank der Leistung der erneuerten KVA eingespart werden können.

Werkhof Scheidegg

Auf dem Gelände der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) wurde am 14.02.2014 der neue Werkhof Scheidegg eingeweiht. Der 8,4 Millionen Franken teure Zweckbau ersetzt den alten Werkhof an der Obermühlestrasse, der für die Fahrzeuge zu klein ist, weitab liegt von der KVA und erst noch dem geplanten Bau des neuen Polizeigebäudes im Weg stehen würde. Das Gebäude bietet Raum für zwölf Lastwagen und eine Waschanlage, die mit gesammeltem Regenwasser betrieben wird. Das Schmutzwasser wird vom Öl getrennt und erst dann in die Kanalisation geleitet. Der Bau, der mit der Fernwärme der KVA betrieben wird, erfüllt den Minergie-P-Standard. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage, mit der nebenbei der Einfluss von Dachpflanzen auf die Stromproduktion erprobt wird. Zum Bau gehört eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen, wovon 20 von Angestellten der KVA genutzt werden. Für die 40 Mitarbeiter des Entsorgungsbereichs und die 12 Mitarbeiter der Revierstützpunkte Grüze und Breite des Strasseninspektorats wurden Garderoben, ein Ruheraum sowie zwei Aufenthalts- und Sitzungsräume gebaut. Zur Infrastruktur gehört auch eine kleine Garderobe für Frauen.

Kunst am Bau

Zu Reden gab das Projekt „Kunst am Bau“, das nach einem offenen Wettbewerbt 2014 errichtet wurde. Die Zielsetzung gemäss der Wettbewerbsausschreibung war: „Ziel der Aufgabe ist die Aufwertung des öffentlichen Raums zwischen Kronau- und St. Galler Strasse. Das heterogene Gebilde KVA Werkhof mit dem unbestimmten Vis à vis der Zentrumszone soll mit dem Eingriff städtebaulich geklärt werden. Durch die Einfassung wird das Konglomerat von KVA und Werkhof zusammen zu einem klar erkennbaren Volumen, das dem Zwischenraum und den gegenüberliegenden Bauten eine ebenbürtige Fassade anbietet. Es soll für den Ort identitätsstiftend sein. Im Kontext der Einfassung des Werkhofs muss auch der Vorbereich, die Promenade zwischen Kronau- und St. Galler Strasse, in die Gestaltung mit einbezogen werden. Es handelt sich hier in erster Linie um eine Gestaltung des Bodenbelags, wobei die Massnahmen in diesem Bereich nicht zwingend dauerhaft sein müssen. Mit der Inszenierung des Raums wird eine Vision für die zukünftige Entwicklung erwarte.“

Nach der Installation des „Kunst am Bau-Zauns“ setzte eine vernichtende Kritik ein. Der vier Meter hohe Zaun aus rostigen Armierungsgittern, kunstvoll verbeult, stiess auf wenig Gegenliebe und Verständnis. Dies umso mehr, wenn die Kosten von 380‘000 Franken (= 0.16% der Bausumme) mitberücksichtigt werden.

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