w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Verkehrsbetriebe Winterthur, ab 2004 Stadtbus

1895

Stadtbus Winterthur

Grüzefeldstrasse 35

8403 Winterthur

052 235 35 35


Mitte 1895 wurde ein Rösslitram durch eine Tram-Omnibus-Genossenschaft Winterthur in Betrieb genommen. Das war der Start des heutigen Unternehmens "Stadtbus Winterthur". Heute werden mit 88 Fahrzeugen und einem Personalbestand von über 259 Personen 23 Linien im innerstädtischen Netz und fünf Überlandlinien sowie die Nachtbusse betrieben. 24,4 Millionen Fahrgäste wurden 2013 im Stadtnetz befördert.

Foto: Sammlung H.P. Bärtschi

Start und Entwicklung des öffenlichen Verkehrs in Winterthur

winterthur-glossar.ch publiziert im Folgenden einen Text der den Anfang und die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs aus Sicht der Anwohner von Seen vom Tram bis zum modernen Gelenkbus beschreibt. Darüber hinaus enthält der Bericht auch Angaben über die Verbreitung des öV-Netzes über das gesamte Stadtgebiet. winterthur-glossar.ch dankt den Verfassern Karl Reisacher und Bernhard Stickel für das Einverständnis den Text dieses geschichtlichen Abrisses zu publizieren. Er ist erstmals erschienen im Seener Bote Nr. 243 im September 2016.

Foto: Firmenarchiv Settelen AG Basel

Text von Karl Reisacher und Bernhard Stickel

Auch wenn der Betrieb defizitär war und der Stadtrat jede Unterstützung verweigerte, war das Bedürfnis nach einem öffentlichen Verkehrsmittel ausgewiesen. So reichten Interessierte dem Stadtrat am 18. März 1896 ein Konzessionsgesuch für eine elektrisch- oder motorgetriebene Tramlinie nach Töss ein. Nach langen Diskussionen im Stadtrat und Parlament wurde beschlossen, diesen Trambetrieb durch die Stadt zu betreiben, mit der Firma Rieter als Lieferant der Anlage und der elektrischen Einrichtung.

In der Zwischenzeit wurde der Rösslitrambetrieb immer unrentabler. Die Gesellschaft stellte den Betrieb am 12. April 1897 endgültig ein. Der vorgesehene nahtlose Übergang bis zur Eröffnung des elektrischen Trambetriebes am 13.Juli 1898 war nicht mehr möglich. Das neue Tram startete hinter dem Bahnhof an der Rudolfstrasse, weil eine Überquerung der Bahngeleise nicht möglich war. Mit dem Bau der Unterführung Zürcherstrasse und der Verlegung der Eulach, konnte das Tram am 1. November 1912 dann endlich auf den optimaleren Bahnhofplatz fahren.

Foto: Archiv Mobatech-Swiss

Vom 1. Juli 1895 bis zum 12.04.1897 wurden als Vorläufer die folgenden Linien mit zweispännigen, schienenlosen Rösslitrams betrieben:

1. Bahnhofplatz-Stadthausstrasse-Stadtrain

2. Bahnhofplatz-Marktgasse-Tösstalstrasse bis Talgut

3. Bahnhofplatz-Schaffhauserstrasse-Bachtelstrasse-Dorf Veltheim

4. Bahnhofplatz-Töss

Am 31. Oktober 1914 wurde das Tramdepot Deutweg eröffnet als Voraussetzung für den weiteren Ausbau des Betriebes. So konnten am 28. Januar 1915 die neuen Linien nach dem Stadtrain, zum Deutweg und nach Wülflingen eröffnet werden.

Foto: P. Grob

Die neue Tösstalbahn von 1875 mit dem damals ausserhalb des Dorfes liegenden Bahnhof liess für Seemer die Stadt nicht näher rücken. So erging 1899 von einem Initiativkomitee ein Vorstoss für eine elektrische Strassenbahn Winterthur-Grüze und Winterthur-Seen. Diese Idee erhielt aber keine Unterstützung. Neue Möglichkeiten sah man im «Benzinomnibus». Unter der Initiative von Lehrer Lutz aus Seen startete in Zusammenarbeit mit der Firma Martini in Frauenfeld als Lieferant der Autos ein Versuchsbetrieb vom 19. Oktober bis 6. November 1904. Obschon die Wagen teilweise überfüllt gewesen seien, wurde der Versuch abgebrochen. Wieweit ein Missgeschick mitschuldig war, bleibt offen, denn «... als der dichtgefüllte Wagen sich dem Dorfe Seen näherte fing er plötzlich an zu hinken und zu hottern; er wurde angehalten und es zeigte sich, dass ein Stück des Gummireifens sich gelöst und Reissaus genommen hatte...». 1906 strebte man in Seen erneut eine Strassenbahnverbindung an. Weil der Stadtrat aber eine Defizitgarantie forderte, blieb die Idee erfolglos.

Foto: winbib

Um einen Anschluss zu erreichen zahlte Seen bereits 1915 einen Betrag von 24'000 Franken à fonds perdu und erhöhte diesen 1921 noch, ohne Erfolg. Erst die kommende Stadtvereinigung schaffte neue Grundlagen. Am 19. November 1921 brachte I. Peter aus Seen im Grossen Gemeinderat eine Petition für die Verlängerung nach Seen ein. Der Stadtrat hatte nichts mehr einzuwenden und konnte der Seemer Bevölkerung den verlängerten Gang zur neuen Stadtbehörde so vereinfachen (die Gemeindebehörde von Seen war ja aufgelöst). Mit grossem Mehr hiess die Stadtbevölkerung die Verlängerung Deutweg-Seen gut. Am 30. November 1922 konnte endlich der vom Töchterchor Seen festlich geschmückte Eröffnungszug nach Seen fahren. Die Endstation war an der Tösstalstrasse beim Schulhaus und Gasthof Krone.

Foto: Sammlung H.P. Bärtschi

Der Wunsch der Oberwinterthurer nach der Verlängerung vom Stadtrain nach Oberwinterthur, sowie derjenige der Rosenberger nach einer eigenen Verbindung, löste neue Diskussionen aus. Dabei legten die Omnibusbefürworter günstigere Beschaffungskosten und grössere Flexibilität bei der Linienführung ins Gewicht. Die Trambefürworter punkteten mit einer ruhigen Fahrt (Geleise statt Schotterstrasse). Am 18. Februar 1926 konnte ein Probebetrieb mit Autobussen nach dem Rosenberg starten. Doch bereits am 30. April (nach drei Monaten) musste der Probebetrieb eingestellt werden, da die Berner ihre Busse früher als erwartet wieder benötigten. In der weiteren Debatte standen Rentabilitätsfragen immer wieder im Vordergrund, diese wurden aber je nach Seite so oder so geschönt. Nach der heftig geführten Diskussion wählte das Stimmvolk mit grossem Mehr den Autobusbetrieb nach Rosenberg, der am 20.Februar 1931 aufgenommen wurde, zugleich aber auch die Tramverlängerung nach Oberwinterthur.

Foto: Sammlung TMZ

Im Zuge der Sanierung der Wülflingerstrasse verlangte der Grosse Gemeinderat eine systematische Überprüfung der Varianten Tram, Omnibus oder Trolleybus. Dabei wählten der Stadtrat und nachher auch das Parlament die Trolleybus-Variante. Am 20. Februar 1938 stimmten auch die Stimmbürger mit grossem Mehr zu. Am 28. Dezember 1938 fuhr der erste geschmückte Trolleybus nach Wülflingen. Winterthur war nach Lausanne die zweite Schweizer Stadt mit Trolleybus-Betrieb.

Foto: Archiv Mobatech-Swiss

Auf Grund der guten Erfahrungen tauchte bei der anstehenden Sanierung der Linie nach Seen die Frage zum Wechsel auf Trolleybus-Betrieb auf. Am 7. Oktober 1940 bewilligte der Grosse Gemeinderat einen Kredit zur Einführung des Trolleybus-Betriebes nach Seen. Eingeschlossen war die Sanierung der Strasse mit Trottoir-Einbauten, sowie eine Strassenbeleuchtung. Auch diese Vorlage fand beim Stimmbürger Anklang. So fand am 19. Juli 1941 die offizielle Einweihung statt. «... Seen warf sich am Samstag ins festliche Gewand ...» meinte der Landbote. «Von allen Häusern ab alter Seemer Grenze grüssten Fahnen und Flaggen. Sie galten dem neuen Trolleybus-Betrieb, der um 4 Uhr nachmittags mit zwei neuen, schön dekorierten Trolleybuswagen voll mit geladenen Gästen in Seen Einzug hielt». Am Vorabend verabschiedete der Damenturnverein das Trampersonal mit Blumen. Trotz der Linienverlängerung zum Bahnhof Seen verkürzte sich die Fahrzeit von 20 auf 15 Minuten.

Foto: Sammlung Stadtbus

einige Merkpunkte des Trolleybusbetriebs

Nach der Entwicklungsgeschichte "Vom Tram zum Trolleybus" werden noch einige Fotos zur Weiterentwicklung der Winterthurer Trolleybus-Geschichte publiziert. Einige nostalgische Fotos sind auch in der Bildergalerie zu finden.

Viele weitere interessante Fakten und viele Fotos sind im Buchwerk "Tram und Trolley in Winterthur" von Hans-Peter Bärtschi zufinden.

1959 Inbetriebnahme der ersten fünf Gelenktrolleybusse

2004 Autobus im neuen Stadtbus-Erscheinungsbild

2011: alle neuen Hess-Gelenktrolleybusse in einer Reihe

Gelenktrolleybus Mercedes Benz vor historischem Hintergrund

Das 1984 erstellte Bogendach wurde 2012 demontiert, da der ganze Busbahnhof zwischen Coop City und Gotthard umgestaltet wurde.

Foto: wintipix.com

ab Juni 2013: der neue Busbahnhof

Pünktlich auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wurden acht neue Busse der Marke MAN die bestehende Flotte verstärken. Sie ersetzen die erste Serie von Solaris-Bussen aus dem Jahr 2002. Eine wichtige Neuerung war, dass die bisherigen zweitürigen durch dreitürige Busse ersetzt werden. Damit lässt sich der Fahrgastwechsel an den Haltestellen beschleunigen und die Zugänglichkeit für Reisende mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen erleichtern. Im Einklang mit den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sind die Türen 2 und 3 zudem mit weissen Bändern gut sichtbar gekennzeichnet, und bei der für Rollstühle vorgesehenen Plattform steht ein zusätzlicher Kundeninformationsbildschirm zur Verfügung. Ausserdem sind die neuen Busse mit 28 USB-Ladestationen und einer Frontkamera ausgerüstet. Die neuen Busse wurden mit dem überarbeiteten Erscheinungsbild versehen. Dieses ist Teil des im Juni 2017 eingeführten Corporate Designs von Stadtbus und ersetzt dasjenige aus dem Jahr 2004. Massgeblicher Antrieb für die Überarbeitung des Erscheinungsbildes waren optische, funktionale und wirtschaftliche Überlegungen.

Chronik
öffentlicher Verkehr in Winterthur
16.05.1855
Eröffnung Winterthur-Romanshorn (NOB)
14.10.1855
Eröffnung Winterthur-Wil (VSB)
27.12.1855
Eröffnung Wintertur-Wallisellen-Zch-Örlikon (NOB
16.04.1857
Eröffnung Winterthur-Schaffhausen (NOB)
04.05.1875
Eröffnung Winterthur-Grüze-Bauma (TTB)
17.07.1875
Eröffnung Winterthur Ramsen-Singen (SNB)
01.08.1876
Eröffnung Winterthur-Bülach-Koblenz (SNB)
15.10.1877
Eröffnung Wintetrhur- Kloten-Zch Seebach-Wettingen-Baden Oberstadt (SNB)
25.05.1895
Gründung der Tramway-Garantie-Genossenschaft Winterthur (Pferdeomnibus)
13.07.1898
Eröffnung der ersten Tramlinie nach Töss mit vier Motorwagen und einem Anhänger
01.01.1900
Umbenennung in Städtische Strassenbahn Wintertur ( StStW)
01.11.1912
Verlegung der Endstation von der Rudolfstrasse auf den Bahnhofplatz
(nach dem Bau der Unterführung Zürcherstrasse)
31.10.1914
Inbetriebnahme Tramdepot Deutweg
28.01.1915
Eröffnung neuer Linien nach Deutweg, Stadtrain (via Graben-Obertor)  und Wülflingen Lindenplatz
30.11.1922
Verlängerung der Linie von Deutweg bis Seen (Schulhaus)
23.03.1926
Verlängerung der Linie Stadtrain bis Frauenfelderstrasse (nach Bau der Stadtrainbrücke)
18.12.1931
Verlängerung Stadtrain bis Bahnhof Oberwinterthur
20.02.1931
Inbetriebnahme Autobuslinie Rosenberg (drei Autobusse)
17.12.1933
Inbetriebnahme Autobus -Linie auf die Breite (privat)
1935
Umbau Bahnhofplatz
1937
Die Wagenfarben werden von grün auf rot gewechselt.
28.12.1938
Umstellung der Tramlinie nach Wülflingen auf Trolleybusbetrieb
16.05.1940
Umbenenung in Verkehrsbetriebe der Stadt Winterthur (VW()
24.07.1941
Linie Seen, Umstellung auf Trolleybus
26.04.1948
Linie Rosenberg, Umstellung auf Trolleybus
06.10.1951
Linie Töss (Bahnübergnag) -Oberwinterthur, Umstellung auf Trolleybus, Verlängerung bis Zinzikon
1959
Erweiterung Busdepot Deutweg, die ersten Gelenktrolleybusse kommen in Betrieb
1960
Umbau Bahnhofplatz
04.12.1960
Breite-Linie wird auf Trolleybusse umgestellt und durch die VW von einer privaten Autobus-Gesellschaft übernommen
3.10.1963
neue Autobuslinie nach Flughafen Kloten
01.04.1967
Bezug des neuen Busdepot im Grüzefeld
20.11.1967
Eröffnuung Autobuslinie Waldheim-Deutweg-Grüzefeld-Oberwinterthr Rychenberg
01.04.1968
Einführung Selbstbedienung und Einheitstarif
21.10.1974
Eröffnuung Autobuslinie Steig-Zürcherstrasse-HB-Deutweg-Grüzefeld-Seenerstrasse-Pfaffenwiesen.
Aufhebung Linie Waldheim-Rychenberg
01.06.1980
Autobuslinie nach Kloten fährt nur noch bis Bahnhof Bassersdorf
08.05.1982
Eröffnung Eilkursverbindung mit Doppeldecker-Autobussen HB-Technorama
23.05.1982
Separierung der Linien Rosenberg und Breite.
23.05.1982
Eröffnung der Linien Lindenplatz-Eichliacker und HB-Oberseen.
16.08.1982
Verlängerung der Linie 1 nach Wallrüti
1984
Neugestaltung und Überdachung des Busbahnhofs
01.11.1986
Eröffnung der Autobuslinie Moosacker-Hegi
30.10.1987
neue Linienführung statt Eichliacker-Rieter: Lindenplatz-Schlosstal-Zentrum Töss-Rosenau-Steig
31.10.1987
Einführung des "Winti-Nachtblitzes: Spätverbindung in alle Vororte
29.10.1988
Verlängerung der Linie Mossacker-Hegi bis Elsau
28.10.1989
Eröffnung der Autobuslinie HB via Rychenbergstrasse zum Bahnhof Oberwinterthur
27.05.1990
Einführungdes ZVV. neu Billettautomaten an den Hatestellen.
28.10.1990
Eröffnung einer Nachbusverbindung Winterthur-Zürcih-Winterthur, Zürich ab 02.00 Uhr
26.10.1991
Linie 6 HB-Oberseen, Umstellung auf Trolleybus
Linie 5 HB-Technorama, neu via Industriestrasse -Ohrbühl
23.05.1993
Eröffnung HB-Dättnau, HB-Hegi/Elsau
statt Moosacker-Hegi/Elsau neu Mossacker-Zinzikon
03.04.1995
neue Autobuslinie HB-Schlosstal-Lindenplatz
10.1995
 neues Buskonzept am Hauptbahnhof. Bahnhofplatz wird für den privaten Autoverkehr gesperrt.
08.06.1996
Nachbus nach Zürich verkehtr neu auch am Freitag
12.2002
Nachtbus nach Zürich wird eingestellt. ZVV-Nachtnetz nimmt Betrieb auf.
03.2004
Beginn Versuchsbetrieb HB-Bruderhaus an Wochenenden und Feiertagen
2004
Umbenennung Winterthurer Verkehrsbetriebe in Stadtbus Winterthur
12.12.2004
Inbetriebnahme neue Linie 12: HB-Grüzemärkte-Hegi
10.12.2006
Zusammenschluss der Linien 3 + 6 (Oberseen-Rosenberg) zur Linie 3 und 5 + 13 (Dättnau-Technorama) zur Linie 5. Linie 14 wird bis zur neuen S-Bahnstation Hegi verlängert.
14.12.2008
Verschiedenste neue Streckenführungen
06.04.2011
Zur Eröffnung des Zentrums Rosenberg wird die Linie 3 verlängert. Linie 674 HB-Rosenberg-Seuzach wird eröffnet.
01.07.2014
Einweihung der neuen Einstellhalle und Verwaltungstrakt als Erweiteung des Depots Grüzefeld. Das Depot Deutweg wird gänzlich verlassen.
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