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Kant. Zürcher. Ausstellung für Landwirtschaft und Gartenbau 1924


Ganz genau hiess die grosse Veranstaltung im Jahr 1924 „Kantonale Zürcherische Ausstellung für Landwirtschaft und Gartenbau mit Bezirks-Gewerbeausstellung in Winterthur“. Die Industrie und das Gewerbe von Winterthur und Umgebung zeigten sich von ihrer besten Seite und erhielten dafür viel Lob.

Foto: winbib (Signatur STAD_04.1924.01)

Die 18-tägige Schau, der Grossanlass jener Zeit, fand auf dem Areal hinter dem Technikum (ZHAW) und den Zeughäusern statt. In 32 „Konstruktionen“, worunter einige bestehende Gebäude, provisorisch erstellte Hallen und ein ganzes vollständig ausgebautes Haus, waren die verschiedenen Präsentationen untergebracht. Im Neubau des Technikums dominierte Wissenschaft, Feldbau und Bienenzucht. In der alten Reithalle war die Tierschau platziert. Ein besonderer Bau war der Jagd, Fischerei und dem Vogelschutz gewidmet. Geräumig breitete sich eine Maschinenhalle aus.

Nicht gefehlt hatte natürlich die Gewerbehalle, in der es besonders reichhaltig zu und her ging. Hier waren dabei der Obst- und Weinbau mit Degustationen und eine produzierende Käserei. Eine weitere Halle zeigte den Garten- und Gemüsebau und die dazu gehörenden Gerätschaften. Im Freien war eine grosszügige Gartenanlage angelegt. Dort wurde eine Chüechliwirtschaft durch die Frauenvereine betrieben.

Der originelle Pavillon der Brauerei Haldengut empfing die Besucher im eigentlichen Ausstellungsareal. Er war wegen der originellen Malereien von Hans Schoellhorn und natürlich auch wegen den köstlichen Hopfentropfen rasch zur Attraktion geworden.

In einer Spezial-Ausstellungsnummer berichtet das „Neue Winterthurer Tagblatt: „Winterthur strengt sich an, Vieles zu bieten. Der kantonal landwirtschaftliche Verein setzt seine besten Kräfte in Bewegung, die Gärtner tun sich zusammen, Industrie und Gewerbe will zeigen, was auf diesem Gebiete, das die Stadt gross gemacht hat, geleistet wird.“

1500 Aussteller nahmen teil. Die Ausstellung überragte alles bisherig Dagewesene im Kanton.

Foto: Winbib (Signatur 150146)

Auch ein historisches Festspiel in einer 2000 Personen fassenden Festhütte hatte nicht gefehlt. Der Ausstellungseintritt hatte 2 Franken gekostet.

In der grossen Festhütte wurde fünfmal ein Festspiel aufgeführt. Geschrieben hatte es Hans Kägi, Redaktor des „Neuen Winterthurer Tagblattes“. Das Theaterstück zeigte „szenische Darstellungen einer Episode aus der Zürcherischen Bauernbewegung im 16. Jahrhundert. Aus dem historischen Hintergrund hebte sich die Idee ab, dass Winterthur seit altersher bis damals nur in der Verbindung von Stadt und Land und als Stätte des adligen Gewerbefleisses sich entfalten konnte.“

Diese Zürcherische Ausstellung für Landwirtschaft und Gartenbau war ein Glanzstück und stellte damals alles Bisherige im Ausstellungsangebot in den Schatten.

Foto: winbib, Hans Jäggli (Signatur 150240)

Auch die Stadt selbst wurde in der Presse als mustergültige Gastgeberin beschrieben. Hohes Lob erhielt die wissenschaftliche Abteilung im Technikum.

Als gehaltvolles Museum wurde der Pavillon für Jagd und Fischerei sowie derjenige für Forst und Vogelschutz beschrieben. Uneingeschränktes Lob erhielt auch die Gewerbehalle. Als damals einzigartig wurde die Blumen- und Gartenschau beschrieben.

Verschiedenste Handwerkergruppen haben die Gärtner und Gartenbauer unterstützt, um nebst dem handwerklichen und technischen Ausstellungsgut der Natur den richtigen Stellenwert und die nötige Referenz angedeihen zu lassen. Auch hier hielten die Presse und die Ausstellungsbesucher mit Anerkennung nicht zurück.

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