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Busdepot Grüzefeld

Wed Dec 27 00:00:00 UTC 1967

Grüzefeldstrasse 35, 8404 Winterthur

Rudolf-Dieselstrasse 8, 8404 Winterthur (rückwertige Seite)


1967 erhielt das alte Busdepot an der Tösstalstrasse einen grossen Bruder. Das riesige Flachdachgebäude schaffte die Möglichkeit die stark gewachsene Flotte der Verkehrsbetriebe Winterthur (heute Stadtbus Winterthur) unter ein Dach zu stellen und moderne Wartungs- und Reparaturwerkstätten in Betrieb zu nehmen.

Mit rund 32x121 Meter überbauter Grundfläche und etwa 8,5 Meter Höhe stellt das Busdepot Grüzefeld schon rein von den Ausmassen her ein eindrückliches Bauwerk dar. Der kommunale Busbetrieb der Stadt Winterthur löste ab 1931 den Trambetrieb ab und wurde in der Folge stetig ausgebaut, sodass schon damals mit einer späteren Verdoppelung des neuen Busdepots gerechnet wurde. Zur Hauptsache dient die Anlage den öffentlichen Verkehrsbetrieben; einerseits zur Parkierung der Busse und andererseits für die Ausführung von Revisions- und Unterhaltsarbeiten. Entsprechend diesen beiden Funktionen ist die grosse Halle mit Flachdach und sattelförmigen Oberlichtern zweigeteilt. Ihre Konstruktion besteht aus Stahl, die Stützen stehen in einem Raster von 24x24 Metern. Für die Aussenverkleidung wurden vorfabrizierte Betonplatten verwendet. Diese schmückt eine Wandplastik von Robert Lienhard.

Im ersten Untergeschoss liegen Garderoben, Lager- und Schulungsräume. Das zweite Untergeschoss wurde für eine Zivilschutzanlage und zur Vermietung erstellt. Abgesehen von der eindrücklichen Dimension und sichtbaren Konstruktion prägen zwei weitere gestalterische Elemente die Erscheinung des Busdepots an der Grüzefeldstrasse: das weit ausladende, scheibenartige Vordach auf der einen Seite und die drei hochaufragenden Kamine auf der anderen Seite. Damit ist dem Hallenbau eine auf stereometrische Grundformen reduzierte Architektur eigen. In seiner städtebaulichen Prägnanz und architektonischen Einfachheit gehört der eindrückliche Exponent der Nachkriegsmoderne zu den wichtigsten Infrastrukturbauten der Stadt. Bedeutend ist das Gebäude zudem als Spätwerk von Architekt Adolf Kellermüller, der bereits die Erweiterung des alten Depots realisierte, und seinem Kompagnon Hans Rudolf Lanz. Die Bauzeit dauerte von 1965 bis 1967.

(Text: Denkmalpflege Stadt Winterthur, 2013)

Am 1. November 2012 erfolgte der Spatenstich für das neue Verwaltungsgebäude von Stadtbus Winterthur und eine neue ergänzende Buseinstellhalle. Das neue Bauvolumen wird westwärts direkt an die bestehende Einstellhalle angebaut. Am 1. Juli 2014 wurde die Halle in Betrieb genommen. Die bisherige Halle wid nun geräumt. Sofort soll dann die Sanierung der bestehenden Gebäude und Einrichtungen vorgenommen werden. 2015 wird dann alles in neuem Glanz zur Verfügung stehen.

Der Neubau wurde im Sommer 2014 in Betrieb genommen und umfasst ein Verwaltungsgebäude sowie eine Abstellhalle mit Platz für bis zu 60 Gelenk- oder 84 Standardbusse. Das Gebäude dockt an der Westfassade des bestehenden, denkmalpflegerisch wertvollen Depots an, nimmt dessen Tiefe von rund 120 Metern auf und ist 62 Meter breit. Am Westende der neuen Halle befindet sich unter demselben Dach der zweigeschossige Hauptsitz von Stadtbus mit Empfang, Büros, Cafeteria und einem kleinen Fitnesscenter für die Busfahrerinnen und -fahrer. Direkt an den Verwaltungstrakt schliessen die Spenglerei und die Lackiererei an. Die Zufahrt der Busse erfolgt einerseits über ein Tor an der Nordwestecke des Gebäudes, andererseits über das bestehende Depot und eine Durchfahrt zwischen den Gebäuden. Gegen Süden sind sechs Rolltore für die Ausfahrt angeordnet.

Die Tragkonstruktion der Halle besteht aus einem mit Trapezblech verkleideten Stahlfachwerk und einem gezackten Sheddach. Damit nehmen die Architekten (BDE Architekten GmbH Winterthur) eine im Industrie- und Gewerbegebiet Grüzefeld übliche Bauweise auf, interpretieren sie aber neu. Statt wie bei Werkstätten üblich nach Norden hin, sind die Steilseiten der Sheddachgiebel gegen Süden gerichtet und ermöglichen so eine optimale Anordnung der Phototvoltaikanlage. Mit dieser produziert Stadtwerk Winterthur 255'000 kWh Solarstrom pro Jahr, was dem Verbrauch von 77 Haushalten entspricht. Speziell am neuen Gebäude ist auch die Gestaltung der Westfassade. Hier haben die Architekten die Zackenform des Sheddachs in der Senkrechten weitergeführt. Dadurch wird die Fassade gegliedert und die dreieckigen Vor- und Rücksprünge erzeugen in Kombination mit der Verkleidung aus poliertem Chromstahlblech ganz unterschiedliche Spiegelungen und Reflexionen. «Die Halle erhält so eine fast kristalline Wirkung und hebt den neuen Hauptsitz von Stadtbus klar gegenüber der Umgebung hervor», sagt Philipp Brunnschweiler von BDE Architekten.

Interessante Informationen und Détails über das neue Depot Grüzefeld in der Publireportage "Depot Grüzefeld: ein Glanzstück in Sachen Effizienz". Zum Herunterladen unter "Dokumente".

Start des Vollbetriebes im Busdepot Grüzefeld

Nachdem im Sommer 2014 die neue Einstellhalle und der neue Verwaltungstrakt eingeweiht und in Betrieb genommen wurden, konnten in den folgenden 12 Monaten auch die verschiedenen Sanierungs- und Modernisierungsmassnahmen in dem aus dem Jahre 1967 stammenden Depot Grüzefeld durchgeführt und abgeschlossen werden. Ab Montag, 17. August 2015, wickelt sich der gesamte Betrieb ausschliesslich ab Standort Grüzefeld ab. Ab diesem Datum sind erstmals alle Busse aus dem Depot in der Grüze ausgefahren.

Das Rollout des neu gestalteten TELE TOP-Buses fällt zusammen mit dem ersten Tag des Vollbetriebs im Depot Grüzefeld. Dies nachdem nun während rund zwei Jahren alle Räume und Hallen des aus den späten 60er Jahren stammenden Busdepots saniert und die Installationen dem heutigen Stand der Technik angepasst wurden. Ein Jahr nach dem Umzug der Verwaltung, erfolgten am Sonntag, 16. August, die letzten Ausfahrten der Regionalbusse ab dem Depot Deutweg. Der morgendliche Dienstbeginn ist neu für alle Fahrdienstmitarbeitenden im Depot Grüzefeld. Damit beginnt aus Sicht von Thomas Nideröst für Stadtbus eine neue Ära: Bis auf das Kundenzentrum ZVV Contact am HB sind alle Bereiche von Stadtbus an einem einzigen Ort konzentriert. Damit werden die Kommunikationswege kürzer, die Abläufe einfacher und viele Aufgaben lassen sich, auch dank der modernen Infrastruktur, effizienter und effektiver erledigen. Damit hat Stadtbus, auf dem Weg, sich als moderne städtische Unternehmung mit effizienten Prozessen zu etablieren, wieder eine wichtige Etappe abgeschlossen.

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