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Sportclub Veltheim

29.08.1915

SC Veltheim

Postfach 2388

8401 Winterthur


Der Sportclub Veltheim kann auf mehr als 100 Jahre bewegte Clubgeschichte zurückblicken. Wie alle anderen Fussballvereine unserer Stadt musste auch der SCV verschiedene Platzwechsel vornehmen, ehe er 1973 auf dem "Flüeli" eine "eigene Heimat" fand. Eine Charakterisierung des Vereins in den letzten Jahrzehnten muss auf stabil, seriös und immer und vor allem im Dienste der Jugend stehend, lauten.

1915 beschlossen der FC Veltheim und der FC Winterthur zu fusionieren. Eine Schar junger, talentierter Spieler war enttäuscht (da in der vorherigen Saison der Aufstieg in die höchste Spielklasse "Serie A" gelungen war) und gründete daher am 29. August 1915 im ehemaligen Restaurant zur "Relle" den Sportclub Veltheim.

Das Debüt gab die erste Mannschaft am 7. November 1915 mit einem Spiel gegen Örlikon gleich mit einem Sieg von 6:1. Im Frühling 1916 erfolgte der Beitritt zum SFAV, doch die gewünschte Teilnahme in der "Serie B" wurde durch den SFAV nicht entsprochen und somit musste das Team mit der "Serie C" vorlieb nehmen. Doch die Antwort gab das Team selbst und wurde überzeugender Ostschweizer Meister und stieg in die "Serie B" auf.

Da in der Saison 1922 / 1923 der SFAV beschloss die Serie A zu erweitern, nahmen die Sportclübler die erste Promotions-Saison mit besonderem Ernst in Angriff. Daher gelang dem Team unter dem Internationalen Gottenkieny der Aufstieg in die Serie A, die höchste damalige Klasse!

Am Ende der Saison 1926 / 27 stieg die erste Mannschaft in die Serie B ab, dies war die eigentlich logische Folge von Abwanderungen wichtiger Spieler zu anderen Klubs (verlockende Angebote für die damalige Zeit). Bei Einführung der neuen Spielklassen in der Saison 1930 / 31 spielte der SCV in der 2. Liga.

Im Juli 1935 wurde die Juniorenabteilung gegründet. Damit wurde mit einer ersten Juniorenmannschaft die Basis zu einer erfolgreichen Juniorenbewegung des SCV gestartet. Als zweitletzter Verein mussten im Juni 1936 noch drei Ausscheidungs- und drei Abstiegsspiele bestritten werden. Der Abstieg konnte nicht verhindert werden. Nach 23-jähriger Zugehörigkeit zur 3. Liga gelang 1959 wieder der Aufstieg in die 2. Liga. Nach 12 Jahren in der 2. Liga erfolgte 1971 wieder der Abstieg in die 3. Liga.

Als Spielfeld wurde viele Jahre die „unterer Schützenwiese“ benutzt. Dieser Nebenplatz der Schützenwiesen-Anlage hatte wenig Atmosphäre und ein Heimplatz-Gefühl konnte sich nie entwickeln. Auch ein Clubhaus stand nicht zur Verfügung. Als Garderobe stand nur eine wenig komfortable unterirdische Zivilschutzanlage zur Verfügung. Die Freude war daher gross als am 7. Juli 1973 der Sportplatz Flüeli auf einer ehemaligen, nun zugedeckten Kiesgrube mit einem grossen Rahmenprogramm eingeweiht werden konnte.

Erstes offizielles Spiel auf dem Flüeli war das Aufstiegsspiel, das gegen Büsingen 2:1 gewonnen wurde. Damit wurde nach nur zwei Jahren der Weideraufstieg in die 2. Liga wieder geschafft.

Nach kurzen Gastspielen beim FC Winterthur und FC Phönix schloss sich die erste Winterthurer Damen-Mannschaft 1974 dem SC Veltheim an.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte oder das "Spiel des Jahrhunderts" fand am 26. September 1980 auf dem Flüeli statt. In einem Spiel des Schweizer Cup 1/16 Final kämpfte der SCV gegen den FC St. Gallen. Schlagzeilen aus den Zeitungen von damals wie "Veltheim verpasste Cup-Coup nur knapp" und "Veltheim hätte Sieg verdient" sagen alles zur 0:1 Niederlage aus. Das einzige Tor wurde erst in der 106. Minute durch Chrigel Graf vom FC St. Gallen erzielt!

1984 gelang der Aufstieg in die 1. Liga. Als Gruppensieger konnten gegen den AC Sementina die Aufstiegsspiele bestritten werden. Das Heimspiel wurde 6:0 gewonnen und auch im Tessin ging der SCV mit 2:1 siegreich vom Platz. Das bedeutete den ersten Aufstieg in die 1. Liga und zugleich in die höchste Amateurklasse.

Am 5. September 1993 kam es erneut zu einem Cupfest im Sporrer (wegen Umbauten des Flüeli).und wieder gegen den FC St. Gallen (Nati B) wie 13 Jahre zuvor. Leider ging auch dieses Spiel verloren, aber diesmal mit 0:2 trotz einer aufopfernd kämpfenden SCV-Equipe. Nach fünf erfolgreichen Jahren in der 1. Liga, mit meistens Platzierungen im Mittelfeld, konnte unser Team das Abstiegs-Gespenst nicht loswerden und musste Ende Saison 1993 in die 2. Liga absteigen.

Da am alten Clubhaus nach 20 Jahren der Zahn der Zeit genagt hatte und auch reger Platzmangel herrschte (nur drei Kabinen für über 20 Mannschaften) musste dieses abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zugleich wurden beide Rasenplätze saniert und daher mussten für alle Mannschaften in der Saison 93/94 Gastrechte bei anderen Klubs gesucht werden. Offizieller Saisonstart 94/95 im neuen Flüeli war der 14. Juli 1994, nach dem bereits vom 25. bis zum 28. Mai die offizielle Eröffnungsfeier stattgefunden hatte.

Am 18. Juni 1995 schrieb die Damenmannschaft mit dem Aufstieg in die Nati B Vereinsgeschichte. Im entscheidenden Spiel gegen Spreitenbach (Gruppendritter der anderen 1.Liga-Gruppe) siegten sie und schafften somit, als fünfte Mannschaft, den Aufstieg in die neu strukturierte Nationalliga B. Leider nur ein Jahr später erfolgte wieder der Abstieg.

Mit zwei Siegen in den Aufstiegsspielen gegen den FC Liestal wurde im Flüeli im Juni 1998 vor 1050 Zuschauern wieder der Aufstieg in die 1.Liga gefeiert. Als einziger Zweitligist in der Schweiz konnte die Saison ohne Niederlage (19 Siege und 3 Remis) beendet werden. Nur ein Jahr später ging es wieder zurück in die 2. Liga.

Tiefpunkt 2004: Die 1. Mannschaft des SCV steigt nach 31 Jahren 2. und 1. Liga-Zugehörigkeit in die 3. Liga ab. In den Folgejahren war der sportliche Erfolg der ersten Mannschaft des SCV ein Auf und Ab in der 1. und 2. Liga.

Bild: Christoph Bantli

Der erste Winterthurer Kunstrasen

Im Sommer 2007 verlegte die Stadt Winterthur anstelle des Rasen- und des Sandplatzes einen Kunstrasen und auch die Beleuchtung wurde erneuert und den neuen Verhältnissen angepasst. Der Kostenaufwand betrug 2,45 Millionen Franken. Der SC Veltheim war der erste Winterthurer Fussballclub, der auf Kunstrasen vor allem trainieren kann. Der Startschuss auf dem Kunstrasen war am 18. August 2007 anlässlich des 44. Juniorenturniers.

2018 wurde festgestellt dass der Doppelkunstrasenplatz auf der Sportanlage Flüeli aufgrund von Senkungen, Löchern und Unebenheiten sowie des Umstandes, dass die Lebensdauer der Kunstrasenschicht zu Ende war, kaum mehr bespielbar. Seit Mitte Mai wurde daher zuerst der alte Platz zurückgebaut, dann das Entwässerungssystem erneuert, ein Sickerasphaltbelag eingebaut und schliesslich ein neuer Kunstrasenteppich verlegt. Der auf einer alten Deponie erstellte Platz bereitete in der Vergangenheit einige Sorgen. Während der Sanierungsarbeiten wurde klar, dass 2007 primär darauf geachtete wurde, dass kein Regenwasser in die darunterliegende Deponie gelangt. Der Entwässerung des Teppichs und dessen Tragschicht wurde zu wenig Beachtung geschenkt. Die jetzige Konstruktion des Unterbaus wird beiden Anliegen gerecht. Die für die Nutzenden sehr gefährlichen Löcher und Senkungen können neu nicht mehr entstehen.

Der Stadtrat hatte für die Totalsanierung gebundene Ausgaben von rund 2,7 Millionen Franken bewilligt. Der Kredit wird ziemlich genau ausgeschöpft werden. Nach Vorliegen der Schlussabrechnung wird sich der Kanton mit einem Subventionsbeitrag von zehn Prozent aus dem kantonalen Sportfonds an den Kosten beteiligen. Am Abend des 26. September 2018 wurde dem grössten Winterthurer Fussballverein, dem Sportclub Veltheim mit knapp 600 Mitgliedern, den frischsanierten Kunstrasen zur Nutzung übergeben.

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