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Haus zum Baumwollbaum, ob. Graben 12

ob. Graben 12

8400 Winterthur


Das Zeilenhaus Oberer Graben 12 bestand bereits 1648. 1764 wurde es vom Fabrikant Hans Kaspar Sulzer umgebaut, zählt es heute zu den bedeutendsten spätbarocken Häusern der Winterthurer Altstadt. Über dem viergeschossigen Bau erhebt sich ein Mansarddach.

Auf Grund seiner Aussenbaus und einer besonders gut erhaltenen Inneneinrichtung aus der Zeit des Spätbarocks und des Jugendstils zählt das Haus „Zum Baumwollbaum“ zu den bedeutendsten Häusern der Winterthurer Altstadt. 1649 wird die Liegenschaft zum ersten Mal erwähnt. Damals wurde das Haus und der Garten an den Holzförster Heinrich Jäggli verkauft. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb 1761 der erfolgreiche Fabrikant Hans Caspar Sulzer die Liegenschaft und verlieh ihr den Namen „Zum Bauwollbaum“.

Schmale Lisenen (Die Lisene, auch Mauerblende, ist im Bauwesen eine schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand) und Pilaster (Das Wort wird meist für Wandpfeiler verwendet, die nur wenig aus der Wand heraustreten) zieren die Obergeschosse. Das im Rokoko-Stil gestaltete Namensschild hebt die Mittelachse hervor. Bezeichnend für die Fenstereinrahmungen ist der Einsatz von ornamentierten Schlusssteinen und einfachen Keilsteinen.. Die Innenausstattung aus der Bauzeit ist komplett erhalten geblieben dank dem verantwortungsbewussten Umgang, den die langjährige letzte Besitzerin mit dem wertvollen Baudenkmal pflegte.

Aus dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, als in der ganzen Stadt besonders viel gebaut wurde, stammt die bedeutende Innenausstattung und Fassadengestaltung des Hauses. Eine in Rokokoform gehaltene Namenskartusche mit der Jahreszahl 1764 über dem ersten Obergeschoss deutet auf die reiche Rokokoausstattung hin, die das Haus im Innern prägt. Im zweiten Obergeschoss wurden die Repräsentationsräume von den Vorarlberger Gebrüder Moosbrugger mit üppigen Stuckaturdecken ausgestaltet. Ebenso befinden sich hier aufwendig gearbeitete Alkoventüren (Alkoven: In der maurischen Architektur eine als Bettstatt dienende überwölbte Mauernische. Davon abgeleitet, im Abendland ein fensterloser Nebenraum, der zumeist als Schlafgemach Verwendung findet), Treppengeländer, Kachelöfen und Nussbaumtüren mit Messingbeschlägen.

Das Interieur des ersten Obergeschosses wurde während der Jugendstilzeit umgestaltet und hat Seltenheitswert. Noch heute ist das Wandtäfer mit Regalen, Vitrinen und Schränken vollständig erhalten. Das Haus wurde von der Eigentümerschaft über Jahrzehnte liebevoll und sorgfältig gepflegt, sodass es zu einem der wichtigsten Baudenkmäler der Winterthurer Altstadt geworden ist.

Quelle

Text ist verfasst von Frau Raya Hauri, Denkmalpflege Winterthur in der Zeitung zum Tage des Denkmals 2010.

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