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Schulhaus Ausserdorf Wülflingen

1897

Wieshofstr. 59

8408 Winterthur


Das Schulhaus Ausserdorf in Wülflingen wurde 1897 durch den Architekten Georg Schulthess erbaut. Im Laufe der Zeit wurde das Schulgebäude mehrmals neuen Bedürfnissen angepasst. Das frei stehende Schulhaus vom Pausenplatz umgeben, strahlt einen würdigen und besonderen Ausdruck aus und entspricht dem typischen Schulhaus bau seiner Zeit.

Stadtbibliothek Winterthur, Sondersammlungen

Die nach 1890 rasch zunehmende Bevölkerung in Wülflingen verursachte eine Überfüllung der Schulklassen und erforderte die Schaffung neuer Schullokale. Im Jahre 1895 beschloss die damalige Schulgemeinde-Versammlung auf Antrag der Schulpflege ein zweigeschossiges Schulhaus mit sechs Zimmern und entsprechende Nebenräume bauen zu lassen. Ein von privater Seite gestellter Antrag, zugleich eine Turnhalle zu erstellen, wurde abgewiesen. Die Gemeindeversammlung bestimmte auf Antrag des nachmaligen Gemeindepräsidenten Jakob Erb als Bauplatz das Dreieck zwischen Wieshof- und Lettenstrasse.

Bereits im Sommer 1897 wurde der von Architekt Schulthess projektierte Neubau vollendet und am 26. September des gleichen Jahres konnte bei herrlichem Wetter mit einem kostümierten Umzug das neue Schulhaus eingeweiht werden. Die damaligen Baukosten betrugen Fr. 132'689.35.

Knapp 10 Jahre später mussten weitere Schullokalitäten geschaffen werden. Im Dezember 1906 stellte die Schulpflege der Gemeindeversammlung den Antrag, das Schulhaus Ausserdorf aufzustocken. Damit gewinne man drei weitere Schulzimmer und gleichzeitig könne der Dachboden durch den Einbau zweier Arbeitsschulzimmer und einer kleinen Hauswartwohnung ausgenützt werden. Bereits im Sommer 1907 konnten die neuen vom Architekten Hermann Siegrist ausgeführten Räume ausgenützt werden. Den Bau einer Turnhalle wurde im selben Jahr von der Gemeinde zugestimmt auch noch zugestimmt. Einen Rekurs gegen diesen Beschluss hiess der Bezirksrat gut mit der Begründung, dass die Belastung der Steuerpflichtigen ohnehin an der Grenze des Zulässigen und Erträglichen angelangt sei.

Erst nach der Eingemeindung von Wülflingen 1922 wurde im Stadtrat ein neuerlicher Vorstoss unternommen. Ein Projektwettbewerb wurde vom Architekten K. Kaczorowski gewonnen. Es entstand im Umgelände des bisherigen Schulhauses ein separater Bau mir einer Turnhalle und zusätzlichen vier Schulzimmer. Im Juni 1925 fand die Einweihung dieser Erweiterung der Schulanlage statt.

Bauliche Anpassungen in einer Total-Renovation wurden 1985 bis 1987 durch den Architekten Bernhard Rüegger vorgenommen.

W. Leschke, Architekt

2008 fand eine komplette Fassadenrestauration statt. Dabei lehnte man sich dem Stil des baulichen Zustandes von 1925 an. Die Farbwahl entspricht der ursprünglichen Gliederung in Sockelgeschoss und obere Geschosse. Die grobe Putzstruktur des Sockels zeigt sich in einem bläulichen Grau, die darüber liegenden Geschosse sind glatt verputzt und weiss gestrichen. Die Farben passen zum historischen Gebäude und geben dem Schulhaus eine frische Präsenz. Die beiden Eingänge zur Schule liegen vorne und hinten in der Fassadenmitte. Die gut erhaltenen Holztüren wurden ebenfalls restauriert und in Naturholz belassen.

Die Sandstein-Fenstergewände und Fassadenelemente aus Naturstein wurden vom Moos befreit und saniert, so dass sie wieder einheitlich hell erscheinen. Auch die Fenster wurden ersetzt und neue sandfarbene Storenstoffe angebracht. Mit den aufgearbeiteten alten Aussenlampen wurden schöne Akzente zu den erneuerten Fassaden gesetzt. Für die Architektur und die Bauleitung war Wolfram Leschke verantwortlich.

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