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Kunz Peter, Architekt, *1964

Peter Kunz
21.10.1964

Der Winterthurer Architekt Peter Kunz hat in den über 20 Jahren seiner Tätigkeit als Architekturbüro-Leiter im Grossraum Winterthur und vor allem in Winterthur bemerkenswerte Bauten erstellt.

Peter Kunz ist in Winterthur geboren und aufgewachsen. Nach einer Hochbauzeichnerlehre hat er an der ZHaW 1987 das Architekturdiplom erworben. Nach Praktiken, selbstständiger Tätigkeit und Auslandaufenthalten hat er 1991 in Winterthur das eigene Architekturbüro eröffnet. Eines der Hauptthemen, dem sich Kunz in seinem Schaffen zugewandt hat, ist das Wohnen. In dieser Sparte sind gerade in Winterthur ausserordentliche Bauten für gehobenes Wohnen gelungen. In seinem Werkkatalog fallen verdichtete Wohnüberbauungen auf, die sich an besten Lagen überzeugend in die urbane Landschaft einfügen. Die konsequente Formensprache springt dabei ins Auge und lädt zu einem zweiten Blick ein.

Wohnüberbauung Stadtterrasse

Sieben Wohneinheiten sind an der Sulzer-Hirzel-Strasse im Jahre 2006 entstanden. (Johann Jakob Sulzer-Hirzel (1806-1883) war einer der Brüder, die den Grundstein des Sulzer-Konzerns legten). In einem stadtnahen Villenquartier wurden die Themen anspruchsvolles Wohnen und städtische Verdichtung vereint. Die Wohnbauten sind – der Topografie folgend – in den Hang eingefügt und werden von einem halböffentlichen, das Areal in der Mitte querenden Fussweg aus erschlossen. Die winkelförmigen Häuser aus Sichtbeton, die beidseitig des Erschliessungswegs orientiert sind, umschliessen jeweils einen präzise in das Gelände eingepassten Patio, der als Aussenzimmer dient und trotz dichter Bebauung ein hohes Mass an Privatheit bietet. Durch die Stufung der Siedlung am Hang bleiben Einblicke von aussen verwehrt. Je nach Standort erscheint die Überbauung ein- oder zweigeschossig und ist so auf den Menschen und sein Mass bezogen – und entspricht nicht zuletzt der Massstäblichkeit des Quartiers.

Wohnüberbauung Oberes Alpgut

Die Wohnüberbauung Oberes Alpgut liegt an einem besonderen Ort. Eine Privatstrasse zweigt im Tössertobel nach links ab und führt durch eine Parklandschaft in die Höhe gegen den Lindbergwald. Links und rechts befinden sich Villen und Villengärten berühmter Winterthurer Familien (Volkart und Reinhart), die vor mehr als 100 Jahren bereits die einzigartige Wohnlage entdeckt hatten. In diesem grandiosen Umfeld wurde das Projekt „Oberes Alpgut“ erstellt.

Die Ausarbeitung eines privaten Gestaltungsplanes ermöglichte es, eine verdichtete Villensiedlung in Zeilenform zu realisieren, die sowohl den prägenden, denkmalgeschützten Riegelbau als auch den parkartigen Baumbestand bewahrt – und darüber hinaus den Ort im Gesamten in eine neue Zeit überführt. Das Obere Alpgut bietet 13 Familien gehobenes Wohnen innerhalb der gartenstädtischen Randlagen von Winterthur. Die eingeschossigen Wohnhäuser sind um den alten Baumbestand herum kompakt zwischen parallele, weit in die Landschaft ausgreifende Betonscheiben gestellt. Das strenge Mauerraster lässt viel Spielraum für Anpassungen und bietet ein hohes Mass an Privatsphäre. Die Grundrisse zeigen ein spannungsvolles ‹Innen-Aussen-Innen›-Raumgewebe, strukturiert und belichtet durch Innenhöfe und präzise in die Decke eingeschnittene Oberlichter. Die weiten Wohn- und Esslandschaften sind Richtung Nordosten orientiert und bieten einen einzigartigen Blick in den Wald. Die Schlaf- oder Arbeitszimmer liegen auf der Südwestseite und öffnen sich zu einem privaten, geschützten Innenhof.

Foto: Sammlung HB (CC BY SA 4.0)

Wohnüberbauung Weidterrassen

Die Überbauung auf dieser steilen Bäumliwiese war zu Beginn umstritten. Nicht alle Oberwinterthurer sahen es gerne, dass diese bis kurz davor als Viehweide genutzte Grünparzelle einer Wohnüberbauung mit 18 Familienwohnungen weichen soll. Die Stärke der 2012/2013 abgeschlossenen Bebauung besteht in der Beziehung der sechs identischen Terrassenhäuser zum umgebenden Terrain. Die flach in den Hangverlauf eingebetteten Gebäudevolumina liegen auf parallel zu den Höhenkurven verlaufenden Betonbändern, welche die steile Hangparzelle terrassieren. Die dadurch geschaffenen privaten Gärten für jede Wohneinheit sind eine attraktive Ergänzung zur üblichen überdachten und windgeschützten Dachterrasse. Das Wohnen auf einer Ebene sowie das Wandeln um den zentral im Grundriss gelegenen Kern, der den Tages- vom Nachtbereich trennt, bieten den Bewohnern ein grosszügiges Raumgefühl.

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