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Töss, vom Dorf zum Stadtteil


Töss ist geprägt von der Maschinenindustrie. Fabrikareale, Arbeiterquartiere am ehemaligen Spinnereikanal und im Tössfeld sowie die multikulturelle Durchmischung zeugen von der ehemaligen Dominanz der Industrie. Der Name des Stadtteils lässt erraten, dass der Fluss Töss hier die Stadt durchquert. Fluss aufwärts bieten sich ein mannigfaltiges Erholungsgebiet mit Wanderwegen und Badeplätzen, sowie der Reitplatz mit Allmendcharakter.

Ein alemannischer Häuptling war der Gründer von "Toissa". In den ältesten Urkunden, die von solchen Häuptlingen herrührende Namen enthalten, begegnet man dem Namen Töss zum ersten Male im Jahre 853.

Die erste eigentliche Ansiedlung von dörflichem Charakter entstand in der Gegend von Töss wohl erst mit der Erstellung eines besseren Weges, der von Niederwinterthur aus als Zugang zur Brüttemer Steig führte. Während nämlich bisher die alte Römerstrasse Vindonissa-Vitudurum als Verkehrsweg benützt wurde —von der Brüttenerhöhe herkommend traf sie bei der Kemptmündung auf die Töss, die in einer Furt (Als Furt bezeichnet man eine flache Stelle in einem Bach oder Flusslauf an denen das Gewässer zu Fuß oder mit Fahrzeugen überquert werden kann.) überquert wurde. Dann zog sie sich dem Vogelsang entlang. Von diesem besseren Weg wird 1348 von einer steinernen Brücke und einer guten Strasse berichtet. Sie begünstigte die Entwicklung die kleine Siedlung. Deren Bewohner wurden Jahrhunderte lang „die Leute an der Strasse zur Töss“ genannt, bestand diese Ansiedlung doch lange Zeit lediglich aus einer einzigen Häuserzeile, die sich der westlichen Seite der neuen Strasse entlang zog.

Später erweiterte sich die Häuserreihe gegen die Töss hin. Jene Gegend hiess damals „Krugeluntal“ und ist noch heute im als „Chrugeler“ bezeichneten Ortsteil enthalten. Dieses Quartier konnte sein altes Gesicht am würdigsten beibehalten. Aber auch in der Nähe der Tössbrücke bestand schon zu Anfang des 13. Jhdt. eine kleine Häusergruppe. Das waren ein Schwesternhaus (aus dem sich 1233 das „Kloster bei der Tössbrücke“ entwickelte), eine Mühle (die beim Klosterbau in den Hof miteinbezogen wurde) und einige Bauernhäuser. Politisch gehörte das Dorf immer zur Grafschaft Kyburg und kam wie auch Oberwinterthur, Seen und Veltheim 1424 und endgültig 1452 an Zürich. Die Pfarrei —die Grundlage zur späteren politischen Gemeinde— wurde während der Reformationszeit (1526) durch Abtrennung des Dorfes Töss von Oberwinterthur und die Zuteilung der Höfe Rossberg, Dättnau und Bläsihof gebildet. Mit dem Anbruch der Helvetik (1798) wurde Töss eine eigenständige Gemeinde. Per 1. Januar1922 erfolge die Stadtvereinigung, Dabei wurde der Bläsihof der Gemeinde Lindau abgetreten. Wie die anderen Vororte gab Töss seine politische Selbständigkeit auf und gehört seither der Gemeinde Winterthur an. Im gleichen Zuge wurde im Chrugeler-Quartier die Kanalstrasse zu Ehren des dort 1859 geborenen Dichters und Schriftstellers Jakob Christoph Heer in die J.-C-Heer-Strasse umgetauft.

Im Jahre 1233 stiftete Graf Hartmann IV. von Kyburg das Kloster Töss. Es entwickelte sich zu einem der bedeutendsten und auch wohlhabendsten Frauenklöster jener Zeit. Als die wohl vornehmste Nonne muss die ungarische Königstochter Elisabeth erwähnt werden, die 1315 eintrat und 1343 nach langjährigen Schmerzen in ihrer Klosterzelle verschied. Ihr zu Ehren wurde das ungarische Doppelkreuz ins klösterliche Wappen gesetzt. Nach der Auflösung des Klosters Töss am 31. Dezember 1525 oblag die Verwaltung des einstigen Klosterbesitztums dem Stadtstaat Zürich.

Das Wappen

Das zürcherische Amt Töss führte nach der Auflösung des Klosters noch immer dessen altes Wappen, das ungarische Doppelkreuz auf einem Dreiberg. Mit dem Doppelkreuz wurden die ungarischen Farben übernommen, die silberne Figur im roten Feld. Die Gemeinde Töss, die bis weit ins 19. Jhdt. hinein eine Rebbauerngemeinde war, wählte 1798 ganz einfach Traube und Rebmesser als Insignien ihres Gemeindewappens. 1921 wurden die beiden Wappen zusammengeführt und in die heutige Form gebracht, eine Verbindung von alter Klostertradition und den Rebbausymbolen: in Gold eine blaue, grün beblätterte Traube neben blauem Rebmesser mit rotem Griff. Im Schildfuss eine rote Spitze mit silbernem Doppelkreuz auf grünem Dreiberg.

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