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Friedrich Imhoof-Blumer, 1838-1920, Numismatiker

Friedrich Imhoof-Blumer
11.05.1838
26.04.1920

Friedrich Imhoof-Blumer, geboren am 11. Mai 1838 und verstorben am 26. April 1920 in Winterthur war ein Schweizer Numismatiker.

Foto: winbib (Signatur 171925)

Friedrich Imhoof-Blumer wurde als Sohn des Textilkaufmanns Friedrich Ludwig Imhoof (1807-1893) und dessen Ehefrau Sophie Hotze in Winterthur geboren. Die Familie war im 18. Jahrhundert aus Burgdorf im Kanton Bern eingewandert. Sein Vater hatte eine ererbte kleine Textilhandelsfirma zu einem grossen Exportgeschäft ausgebaut, das in der Levante und später in Ostasien vor allem mit Baumwolle und Baumwolltüchern handelte und in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen grossen Aufschwung erlebte.

Nach seiner Schulzeit durchlief er eine kaufmännische Lehre, um anschließend 1860 in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Bereits als Kind interessierte sich Imhoof-Blumer für Münzen. 1861 wurde er zum Mitglied des Bibliothekkonvents der Stadtbibliothek. In dieser Funktion versah er von 1864 bis 1916 zusätzlich das Amt des Quästors.

Seinen sammlerischen Durchbruch erlangte er 1866, als er mit 28 Jahren die umfassende Sammlung Schweizerischer Münzen des verstorbenen Thuner Politiker und Geschichtsforscher Karl Friedrich Ludwig Lohner ( 1786-1863) kaufen konnte.

Zusammen mit seiner eigenen schenkte Imhoof-Blumer diese Sammlung mit 10‘600 Exemplaren von Schweizer Münzen und Medaillen 1871 dem Münzkabinett Winterthur. Mit seiner Schenkung machte er das Münzkabinett zur grössten Münzensammlung ihrer Art in der Schweiz.

Er war seit 1861 bis zu seinem Tode ehrenamtlicher Leiter dieser Ausstellung. Imhoof stellt sich auch für öffentliche Ämter zu Verfügung. Er war Mitglied des Geschworenengerichts und der städtischen Rechnungskommission. Von 1869 bis 1875 war er demokratischer Kantonsrat. Die Imhoofs wirkten auch als Mäzene. So halfen sie unter anderem wesentlich mit, das 1916 eingeweihte Museums- und Bibliotheksgebäude zu finanzieren.

Foto: winbib, Hermann Linck (Signatur 171932)

Durch das Import-Export-Geschäft seines Vaters hatte er viele Kontakte in den Nahen Osten knüpfen können. Speziell nach Griechenland und in die Türkei unternahm er mehrere Reisen, die er selbstverständlich auch zu erfolgreichen Ankäufen nutzte. 1862 heiratete er Elisabeth Blumer. Mit ihr hatte er zwei Töchter. Anlässlich dieser Eheschließung änderte er seinen Namen «Imhoof» in «Imhoof-Blumer». Mit 32 Jahren zog sich Imhoof-Blumer 1870 völlig aus dem Familienunternehmen zurück und kümmerte sich bis an sein Lebensende nur noch um seine Münzen-Sammlung.

Dieser Entschluss wurde ihm erleichtert, durch die Verleihung des Titels eines Ehrendoktors der Universität Zürich im selben Jahr. Er gründete die Imhoof-Blumer-Stiftung, welche in Folge verschiedentlich Stipendien an junge Numismatiker vergab. In dieser Zeit begann Imhoof-Blumer auch mit seiner zweiten Sammlung. Die Spezialsammlung von griechischen Münzen (22‘040 Exemplare) überliess Imhoff 1900 zu günstigen Bedingungen dem Berliner Münzkabinett.

Nach seinem Tod erbte diese sein Schwiegersohn und Arzt Oskar Bernhard (1861-1939). Fast en passant wuchs auch die Sammlung von Siegellackabdrücken griechischer Münzen, welche Imhoof-Blumer von seinen Reisen mitbrachte. Seine Enkelin Lily Sulzer fertigte davon mit den Jahren zirka 100‘000 Gipsabdrücke an. Diese gelten noch heute als ein wichtiges Referenzinstrument des Münzkabinetts.

Wohnsitz: Das Privatgut „zum Blumental“ an der Tösstalstrasse wurde 1820 von Zunftmeister Heinrich Blum erbaut. 1857 erwarb es Albert Thellung-Röderer, der zuvor im "Bauhof" an der Steinberggasse gewohnt hatte. Durch Friedrich Imhoof-Blumer, wurde das Gebäude 1893 zur Villa umgebaut und um ein Stockwerk erhöht. 1925 erwarb die Stadt die Liegenschaft Blumental.

Wissenschaftler
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