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Aberli Johann Ludwig , 1723-1786), Maler

Johann Ludwig Aberli
14.11.1723
17.10.1786

Mit den kolorierten Umrissradierungen, einem Verfahren, das Johann Ludwig Aberli zur Vervielfältigung von Aquarellen entwickelt hatte, wurde der in Winterthur geborene Landschaftsmaler in ganz Europa bekannt.

Bild: winbib

Von einem, der bereits mit 18 Jahren von Winterthur weg zog, nach Bern, und nie mehr zurückkehrte, von einer „Winterthurer“ Persönlichkeit zu sprechen, ist zwar etwas übertrieben. Dennoch soll Johann Ludwig Aberli an dieser Stelle nicht übergangen werden, immerhin blieb Winterthur Zeit seines Lebens sein Bürgerort. Nach der Lehre als Maler ging Aberli nach Bern, wo er sich in der Zeichenschule von Johann Grimm weiterbildete. Auf Reisen ins Berner Oberland fing er an, sich für die Landschaftsmalerei zu interessieren.

Seine Ansichten von Landschaften und Ortschaften entstanden unmittelbar in der Natur, sein transportabler Ölmalkasten machte es möglich. Angesprochen von den Naturanschauungen Rousseaus und Albrecht von Hallers steht er am Anfang der Entwicklung einer autonomen Landschaftsmalerei in der Schweiz.

Nach einem Aufenthalt in Paris, wo er den Reproduktionsstecher Gilles Demarteau kennengelernt hatte, entwickelte er das Verfahren der kolorierten Umrissradierung. Dabei wurden die Hauptlinien der Zeichnung mit der Radiernadel auf die Druckplatte übertragen, Details wurden nur ganz fein punktiert. Koloriert wurden die gedruckten Blätter dann von Mitarbeitern seiner Werkstatt oder von Aberli selbst.

Dieses Vorgehen, die sogenannte „Aberlische Manier“, ermöglichte die Reproduktion seiner topografischen Aquarelle und brachte seinem Erfinder viel Ruhm und Ehre ein, unter anderem einen Besuch von Johann Wolfgang Goethe höchst persönlich.

Der Text ist der Website www.stadtliebe.ch entnommen.

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