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Wettstein Edi, *1952, Werkstatt-Lehrer, Politiker


Neunzehn Jahre vertrat Edi Wettstein die SP, Seen und die Breitensportler im Winterthurer Stadtparlament. Er suchte dabei nicht die Öffentlichkeit und stand nicht immer zuvorderst, wenn ein Fotograf anwesend war. Es war nicht sein Stil in der ersten Reihe zu stehen. Solide konstruktive Arbeit war sein Markenzeichen. 2014 kurz vor seiner Pensionierung trat er aus der aktiven Politik zurück, um sich mehr Zeit für sich und seine Familie zu nehmen.

Foto: winbib, Marc Dahinden (Signatur FotDig_Lb_004-209)

Edi Wettstein ist geboren und aufgewachsen in Zell im Tösstal. Bei Kuhn Rikon machte er eine Lehre als Mechaniker. Dem Fussball widmete er sich in seiner Freizeit. Viele Jahre spielte er als Junior beim FC Winterthur. Mit den Inter-Junioren spielte er 1968 als Goali das Vorspiel vor dem Cupfinal Lugano-Winterthur (3:1). Noch heute ist Wettstein oft auf der Schützi anzutreffen, allerdings nur noch als Zuschauer.

Das Interesse für die Politik gewann Wettstein in der Berufsschule durch engagierte Lehrer. So ging zum Beispiel die Berufsschulklasse 1968 beim Einmarsch der Sowjetunion in Prag mit unserem damaligen Lehrer Bodmet auf den Bahnhofplatz um dagegen zu protestieren.

Einige Jahre arbeitete Edi Wettstein in der Lehrlingsausbildung bei Zellweger Uster. Als erste politische Aktivität kandidierte er mit den Gewerkschaftern für den Ustemer Gemeinderat. Die Chance in dieses Gremium nachzurutschen, verpasste er, weil es Edi und seine Frau Elisabeth, mit ihr hat er zwei Töchter, wieder zurück nach Winterthur gezogen hatte.

1987 begann Wettstein als Werkstattlehrer in der Metallarbeiterschule Winterthur MSW. Die Freude, seine Begeisterung für den Beruf an Jugendliche weiterzugeben, faszinierte ihn so stark, dass er der MSW bis zur Pensionierung im Herbst 2014 treu blieb.

1990 trat Wettstein der SP Winterthur Seen bei. Mit Engagement widmete er sich der Parteiarbeit, um dann 1994 den Grossen Gemeinderat zu kandidieren. Die direkte Wahl blieb ihm verwehrt. Das gute Wahlergebnis verhalf ihm ein Jahr später in das Stadtparlament nachzuziehen.

Am 29. Mai 1995 absolvierte Wettstein seine erste Gemeinderatssitzung. Mit der gleichzeitigen Wahl als Stimmenzähler wurde er automatisch Mitglied des Ratsbüros (heute Ratsleitung). Auch hier bewies Edi Wettstein sein Beharrungsvermögen. Bis zu seiner letzten Sitzung am 11. Mai 2014 übte er dieses Amt eines Stimmenzählers und Ratsleitungs-Mitglied aus und sicherte damit die Kontinuität in dieser Behörde. In verschiedenen weiteren Kommissionen war Wettstein tätig: 2002-2006 Mitglied der Planungskommission, 2002-2006 Mitglied der Hochbaukommission (HBK), wovon 1½ Jahre deren Präsident, 2006-2011 Sachkommission Bau und Betriebe (BBK). Und zum Schluss noch drei Jahre Mitglied der Bürgerrechtskommission.

Ein grosses Anliegen waren ihm immer die Anliegen des Spitzen- und Breitensports gewesen. 16 Jahre, von 1998 bis 2014, brachte er als Mitglied der stadträtlichen Sportkommission diese Interessen zur Sprache. Diese flossen auch in seine Ratstätigkeit ein. 2006 hatte er z.B. zusammen mit den damaligen Ratskollegen Nicolas Galladé das Thema Kunstrasen aufs Tapet gebracht. Als Kommisionssprecher für Sportanlagen durfte er in der Folge den ersten Kunstrasen in der Stadt Winterthur auf dem Flüeli des SC Veltheim, dem Rat präsentieren und zum Durchbruch verhelfen. Auch für die Sanierung aller Winterthurer Schwimmbäder der Stadt hat sich Wettstein stark gemacht.

In seiner letzten Legislatur verlangte er mit einem parlamentarischen Vorstoss die Realisierung eines Weges rund um Winterthur. So quasi als Abschiedsgeschenk an Wettstein wurde diese Idee verwirklicht. Die Kreditvorlage für 600'000 Franken schaffte die Zustimmung. Zum Jubiläum „winterthur750“ wurde der Rundweg, 70 km lang, am 25. Mai 2014 auf dem Sässel bei Iberg eingeweiht.

Zum Ende des Ende Schuljahres 2014 wurde Wettstein pensioniert. Das Wort Ruhestand mag er aber gar nicht. Er machte ein Praktikum als Velomechaniker. Denn seine drei Rennvelos und seine Mountain Bikes brauchen fachgerechte Pflege. Rennvelofahren ist seine alte Leidenschaft. Seis im Tösstal, über Pässe oder in Mallorca künftig ist ihm velofahrend keine Strecke zu mühsam Und ist es im Winter auf zwei Rädern nicht so ideal, sind zwei Bretter zum Langlaufen der Ausgleich.

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