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Oberer Bogen


Der „Obere Bogen“ war der Abschluss der Marktgasse und der ursprünglichen Altstadt. Er wurde 1871 abgebrochen.

Stadtbibliothek Winterthur

Ein wichtiges Tor, durch welches der gesamte Güterverkehr von Zürich Richtung Bodensee einst geflossen ist, war der obere Bogen. Dieses Stadttor war nachts und in Notseiten geschlossen. Ein Graben und die Stadtmauer schütze die damalige Innenstadt vor der Aussenwelt.

Bild: winbib

Im Zuge der Gleichstellung von Stadt und Land als Folge der französischen Revolution und der napoleonischen Besetzung setzte eine stürmische Entwicklung ein. Die Tore, Mauern, Wälle und Gräben mussten weichen. Licht und Luft sollten in die stickigen Gassen eindringen. Es hiess, die Tore und Gräben hemmten den Verkehr, behinderten die Löscharbeiten bei Bränden und verschlängen zu viel Geld für den Unterhalt. Alle diese Befestigungsanlagen wurden zwischen 1835 bis 1871 abgerissen. So hatte es die Gemeindeversammlung beschlossen. 1871 waren der untere Bogen (Zeitbogen oder Chefiturm) und der Obere Bogen als letzte an der Reihe.

1 Oberer Bogen/2 Hinwiler Haus/3 Prokurey/4 Ankenhaus/5 Rebstock

Der Obere Bogen war aber nicht nur eine Sicherheits-einrichtung, sondern über dem Torbogen war eine Zunftstube eingerichtet. Die im 13. Jhdt. entstandene Zunft zur Oberstube hatte dort ihr Vereinslokal. Die grösste Zunft Winterthurs hielt dort ihre Versammlungen ab und frönte dort die Geselligkeit. Die Mitglieder setzten sich aus der breiten Palette der damaligen Handwerker zusammen. Auch die angebauten Häuser waren im Besitz dieser Zunft. Von aussen betrachtet links vom Tor war das die Prokurey (das Armen- und Fürsorgeamt) und dahinter das Ankenhaus, das als Lagerhaus genutzt wurde. 1936 löste sich die Oberstubenzunft auf. Die Gebäude wurden an die Stadt verkauf, das Vermögen unter die Zünfter verteilt. Baumeister Forrer errichtete später das Haus Grabeneck am unteren Graben 33.

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