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Wülflingen


Einst regierten über Wülflingen die Herren des Junkernsitzes Schloss Wülflingen. Heute befindet sich dort ein renommierter Treff für Gourmets. Der Lindenplatz übernimmt nach wie vor die Funktion des Dorfzentrums, um das sich Läden, Kirche und Restaurants sammeln. Die Aussicht geniessen kann man vom Brühlbergturm oder von der Chöpfi, einer Gesteinsformation aus der Gletscherzeit, die sich hoch über den Weinbergen befindet.

Der Name Wülflingen kennzeichnet diesen Vorort als alemannische Gründung, die erstmals in der althochdeutschen Form "Wulflinga" als Ausstellungsort einer Urkunde genannt wird. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung im Namen des alemannischen Sippenführers Wulfilo, auf den auch das Wüflinger Wappen anspielt: In gelbem Schild einen auf grünen Boden sitzender roten Wolf, eine weisse Gans mit rotem Schnabel und roten Beinen in der Schnauze haltend. Dass dieses Wappen auf realen Tatsachen beruht, beweisen uns alte Urkunden, die von Wölfen berichten, welche noch bis zum 17. Jhdt. die Gegend zwischen Brüelberg, Beerenberg, Taggenberg und Wolfensberg unsicher machten. Der sich im Norden Wülflingen erhebende Wolfensberg erinnert mit seinem Namen, als Wolfsjäger aus Wülflingen auf die Wolfsjagd zogen, indem sie grosse Netze von Baum zu Baum spannten und die Wölfe dann in diese Fallen trieben.

Das Dorf Wülflingen bildete mit Taggenberg, Oberem und Unterem Radhof, Schlosshof, Neuburg, Tal, Wishof, Schweighof, Stöcklisrüti, Weiertal, Rumstal, Furt, Obereich und Äschau eine Pfarrei und zugleich auch den unteren Teil der Gerichtsherrschaft Wülflingen-Buch am Irchel, deren wechselnde Inhaber auf der Burg Alt-Wülflingen und hernach im neuen Schloss oberhalb des Dorfes residierten. Im 10. Jhdt. freies Eigen der Grafen von Wülflingen, gelangte Wülflingen 1239 an die Grafen von Habsburg-Kyburg, welche die Burg Alt-Wülflingen durch Dienstleute besetzten. Als solche erschienen seit dem 13. Jhdt. die Herren von Hettlingen, seit 1359 die Herren von Seen, denen die Burg 1376 verpfändet wurde.

Die Herrschaft und Burg Wülflingen kam 1407 in den Besitz der Herren von Landenberg-Greifensee, um 1455 zu den Herren von Rümlang und infolge deren Verarmung um 1524 für kurze Zeit an die Gemeinde Wülflingen. Diese verkaufte sie 1528 an Hans Steiner von Pfungen. 1634 erwarb, nach einem vergeblichen Versuch der Stadt Winterthur, Hans Hartmann Escher von Zürich zusammen mit Hans Meiss von Teufen die Herrschaft und Burg Wülflingen. Der Besitz ging dann weiter an die Familie Meiss, 1725 an General Hirzel und seine Söhne bis ihn Salomon Hirzel 1761 aufgeben musste. Die Gerichtsherrschaft kam 1761 an die Stadt Zürich und der Gutsbesitz an die Stadt Winterthur.

auf Rückseite: Poststempel vom 21. Oktober 1903

Die sich mit den erwähnten Sprengeln deckende politische Gemeinde wurde unter Zuweisung des Hofes Obereich an Brütten 1922 mit der Stadt Winterthur vereint. Seither hat sich das Weinbauerndorf mit den vielen kleinbäuerlichen Heimwesen (ihrer Kleintierhaltung wegen früher auch "Geisslingen genannt) nach allen Seiten gewaltig ausgedehnt.

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