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Lutz Max, 1923-2014, Architekt, Politiker

Lutz Max
21.06.1923
12.04.2014

Max Lutz war ein stadtbekannter Architekt mit eigenem Architekturbüro. Neun Jahre war er aktives Mitglied im Grossen Gemeinderat der Stadt. Als Präsident der Freisinnigen Partei führte er in den 1970er-Jahren die Fusion der Freisinnigen und der Demokratischen Partei in die Freisinnig-Demokratische Partei herbei.

Zum Gedenken an Max Lutz, Text von Peter Arbenz

Zwei Monate vor seinem 91. Geburtstag ist der Winterthurer Architekt und langjährige Lokalpolitiker unserer Stadt Max Lutz verstorben. Max Lutz führte während Jahrzehnten in Winterthur an der Tösstalstrasse sein eigenes Architekturbüro und erstellte viele Mehrfamilienhäuser, Industrie- und Gewerbebauten für private Bauherren und auch für die Stadt Winterthur wie z. B. den Neubau des Strasseninspektorates am Teuchelweiher.

1997 übergab er sein Büro als Aktiengesellschaft seinen Mitarbeitenden, die diese Firma während einiger Jahre erfolgreich weiterführten. Als Mitglied der damaligen Freisinnigen Partei der Stadt Winterthur war er von 1961 bis 1970 Mitglied des Grossen Gemeinderates und kompetenter Vertreter der Rechnungsprüfungskommission. Im Jahr 1970 übernahm er das Präsidium der Freisinnigen Partei Winterthurs und initiierte mit der damaligen Fraktion der Demokratischen Partei den Zusammenschluss der beiden Parteien zur Freisinnig-Demokratischen Partei der Stadt Winterthur, der er anschliessend ebenfalls vorstand. Über viele Jahre amtete er auch im Vorstand der Hülfsgesellschaft Winterthur und war auch Mitte der 80er-Jahre Mitglied der Baurekurskommission. Seit der gemeinsamen Pfadinderzeit waren Max Lutz und Rudolf Friedrich, der spätere Bundesrat, enge Freunde und spätere Weggefährten in der Politik. Beide verbanden auch das Interesse und die Freude an der Natur und Kultur. Gemeinsam unternahmen sie viele inspirierende Ferienreisen.

Bis vor wenigen Jahren waren beide im Vorstand der «Patenschaft für Berggemeinden» und trugen so viel zur Solidarität zwischen Stadt und Land und mit armen Berggemeinden bei. Sein waches Interesse an der Politik teilte Max Lutz bis kurz vor seinem Tod mit anderen ehemaligen Winterthurer Politikern jeweils an einem monatlichen Lunch im Restaurant Bruderhaus. Bei dieser Gelegenheit blicken diese nicht nur zurück auf ihre früheren politischen Erfahrungen in einer noch kompromissbereiten politischen Kultur, sondern wundern sich oft über den konfrontativen Stil in den heutigen Parteien und Parlamenten. Max Lutz engagierte sich über seinen angestammten Beruf hinaus zeit seines Lebens für unsere Gesellschaft, den Staat und die Armee ganz nach dem Milizprinzip und widmete dem Gemeinwohl unzählige Stunden. Seine Aufgaben erfüllte er aus Überzeugung, unabhängig von allfälliger öffentlicher Anerkennung.

Mit Unterstützung seiner Familie, seiner Mitarbeitenden und Mitstreiter war er aber nicht nur ein Macher, sondern auch ein feiner und bescheidener Mensch, der sein Licht gerne unter den Scheffel und seine Person nie in den Vordergrund stellte. Persönlichkeiten wie Max Lutz sind seltener geworden. Er könnte auch heute noch für viele ein Vorbild sein.

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