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Lavater Warja, Grafikerin, 1913-2007

Warja Lavater
Mon Sep 29 00:00:00 UTC 1913
Thu May 03 00:00:00 UTC 2007

Warja Lavater war eine Schweizer Grafikerin und Illustratorin. Die Künstlerin ist vor allem bekannt für ihre Künstlerbücher und Leporellos, die klassische Märchen in einer künstlerischen Zeichensprache und Piktogrammen nacherzählen.

Warja Lavater kam 1913 als Tochter der Schriftstellerin Mary Lavater-Sloman (1891-1980) und deren Ehemann, des Ingenieurs Emil Lavater (1882-1962) zur Welt. Warja verbrachte die ersten neun Lebensjahre mit ihren Eltern in Moskau und Athen, bevor sich die Familie 1922 in Winterthur niederliess. Warja wurde an der Kunstgewerbeschule Zürich als Grafikerin ausgebildet und übte diesen Beruf, weitgehend zusammen mit ihrem späteren Mann Gottfried Honegger (*1917), lange Jahre aus.

1937 gründeten Lavater und Honegger ein eigenes Ateliers für angewandte Grafik in Zürich. Als erster bedeutender Auftrag schuf sie das Signet der Schweizerischen Landesausstellung 1939. Von 1944 bis 1958 leitete Warja die Redaktion und die Gestaltung der Kinder- und Jugendzeitschrift Jugendwoche. 1949 erschien das erste Kinderbuch "Sandy und die Kinder". 1957–58 schuf sie das grossformatiges Wandbild und das Buch „Die Linie“ für die 2. Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA).

Ein zweijähriger Aufenthalt in New York in den Jahren 1958 bis 1960 brachte entscheidende Impulse für ihre spätere künstlerische Tätigkeit. Beeindruckt von der Expressivität der Signale und Werbeschilder im amerikanischen Strassenbild, erarbeitete Lavater Piktogramme als bildsprachliche Elemente. Ab 1963 übernimmt Adrien Maeght Editeur Paris die Herausgabe ihrer Faltbücher (Imageries). Sie illustrierte nun eigene Märchen und solche der Gebrüder Grimm, von Charles Perrault und Hans Christian Andersen in ihrer Zeichensprache. Zum Beispiel Le petit Chaperon rouge (1965) und La Fable du Hasard (1968). 1971 erscheint Tur di di, eine Parabel auf das künstlerische Schaffen. Neben Faltbildern in limitierten Auflagen entstanden auch handkolorierte Originale oder Perceptibles, kleine Kästchen mit symbolhaften, beweglichen Miniobjekten. Von 1972 bis 1975 kreierte sie drei Wandkeramiken für die Wasserversorgung der Stadt Zürich. 1991 erhielt Lavater den Andersen-Preis für Kinderliteratur.

Von 1963 bis zu seiner Trennung 1972 lebte das Ehepaar Honegger-Lavater abwechselnd im Winter in Paris und im Sommer in der Nähe von Zürich; den Zweitwohnsitz in Paris behielt Warja Lavater bis ins hohe Alter bei. Sie hatte zwei Töchter, Bettina (* 1943) und Cornelia (* 1944). Warja Lavater ist im Jahre 2007 gestorben. Beigesetzt wurde sie auf dem Zürcher Friedhof Fluntern.

Im Jahr 2003 ehrte das Haus Konstruktiv in Zürich die Künstlerin mit einer Ausstellung zu ihrem 90. Geburtstag. Der künstlerische Nachlass von Warja Lavater befindet sich in der Graphischen Sammlung der Zentralbibliothek Zürich.

Kulturschaffende
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