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Heim Dominik, *1974, darstellender Künstler

Dominik Heim
29.07.1974

Dominik Heim, geboren 1974, wuchs in Winterthur-Wülflingen auf. Von 1990 bis 1994 absolvierte er eine Hochbauzeichnerlehre und besuchte die Gestalterische Berufsmittelschule in Zürich. 1995/96 besuchte er den Vorkurs der Schule für Gestaltung in Zürich und studierte von 1996 bis 2001 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seit 2001 hat Dominik Heim ein Atelier in Winterthur.

Dominik Heim lebt und arbeitet in Winterthur. Von 1996 bis 2001 besuchte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien die Meisterklasse von Sue Williams sowie Muntean/Rosenblum. 2004 gewann er den Maler Dünner Förderpreis, 2007 erhielt er den Förderpreis der Stadt Winterthur und 2011 den Werkbeitrag des Kantons Zürich. Ebenfalls 2011 erhielt er als erster Schweizer Künstler den Phönix-Kunstpreis (D). Dominik Heim ist Mitglied der Künstlergruppe Winterthur.

© Dominik Heim

Der Fokus von Dominik Heims Arbeiten liegt hauptsächlich auf dem Gebiet der Malerei. Charakteristisch für seine meist in Öl gemalten, grossformatigen Bilder ist ihre Detailvielfalt, unter der verschiedenste Motive zusammenfinden. Aus zusammengetragenem Bildmaterial versucht Heim dabei, eine neue Ordnung, eine neue Topographie, neue Räume zu generieren. Das geschieht in einem Prozess, bei dem, ausgehend von einer oder mehreren Keimzellen/Ideen, ein Netz von weiteren Motiven gespannt wird: Vom Kleinen zum Grossen, oder bildlich formuliert: Kleine Bächlein vereinen sich zum grossen Fluss.

© Dominik Heim

Am Anfang steht dabei kein eigentlicher Plan für ein Bild, sondern die Summe der einzelnen Teile ergibt erst das grosse Ganze. Im malerischen Prozess entsteht fortlaufend neuer Bildraum. Bei dieser Arbeitsweise verschieben sich die Bedeutung und das Gewicht der einzelnen Motive, neue narrative Möglichkeiten ergeben sich.

Beispiele neuerer Arbeiten sind die beiden hier wiedergegebenen Werke „Ultra“ und „Himmel“

Ausstellung Kunsthalle Winterthur 2006

Während einiger Jahre arbeitete Dominik Heim mit dem Winterthurer Künstler Ron Temperli im Rahmen diverser gemeinsamer Projekte zusammen. Wie bereits bei ihrem Karton-Stadtmodell von Winterthur, mit dem sie an der Dezemberausstellung 2004 im Kunstmuseum für Furore sorgten, zeigten Temperli/Heim auch in der Kunsthalle Winterthur selbstgebastelte Nachbildungen von Realität. Im Oberlichtsaal bauten sie einen Berg auf, der sowohl als kleinmassstäbliches Abbild als auch riesenhaft vergrösserte Miniatur gedeutet werden konnte. Auf den Berg führte ein kleiner Steg, an den sich ein mit leuchtenden Lämpchen gesäumten Weg zur Bergspitze anschloss. Die schwarze Farbe, in die das ganze Objekt gleichsam wie eingetaucht schien, evozierte eine dämmrige Nachtstimmung.

Im Seitenlichtsaal wechselte die Vogelperspektive in den Massstab eins zu eins. Eine Wiese, hergestellt aus Kartonbüscheln, nahm den Betrachter quasi in sich auf. Der Weg, der soeben noch winzig klein am Berg erschien, fand hier seine Fortsetzung als effektiv begehbarer Pfad.

Kunst-am-Bau-Projekte

2008 gewann Dominik Heim mit seinem Projekt „tags“ den von der Stadt Winterthur organisierten Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das neue Schulhaus Sennhof. Als „tags“ werden allgemein die allerorts im öffentlichen Raum sichtbaren persönlichen Schriftzüge anonymer Sprayer bezeichnet. Hier betiteln sie die im offiziellen Auftrag auf Schulhauswände aufgebrachten „Bildschriften“.

Als Reminiszenz an die „Schnürlischrift“ sind die Motive, wo Figuren unterschiedlichster Herkunft zusammentreffen, aus einer einzigen durchgehenden Linie entwickelt.

Kunst am Bau, Alterszentrum Adlergarten 2014

Der Stadtrat hat im Mai 2014 beschlossen, Dominik Heim den Auftrag für die Innengestaltung des Alterszentrums Adlergarten im Rahmen der Erweiterung und Sanierung zu erteilen. Mit seinem Projekt «im Baum» hat Heim ein Auswahlverfahren gewonnen, welches die Stadt Winterthur organisiert hat. Kunst am Bau soll im Alterszentrum Identität schaffen und gleichzeitig Orientierungshilfe leisten.

Heims Projekt basiert auf dem Motiv des Baumes. Dieser durchwirkt den ganzen siebengeschossigen Bau: Im Erdgeschoss der Stamm des Baumes als vertikale Silhouette, in den Obergeschossen sich zunehmend lichtendes Blattwerk als Deckeninstallation. Heims Gestaltungskonzept ist in den Augen der Jury gut angelegt und überzeugend umgesetzt. Das Gremium lobt die gestalterische Kompetenz im Umgang mit dem architektonischen Raum. Die Realisierung ist bis Ende 2014 vorgesehen.

Kulturschaffende
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