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Gross Heiner, 1923-1993, Jugendschriftsteller

Heiner Gross
02.12.1923
02.05.1993

Der kleine Mann ganz gross: Das war Heiner Gross. Er war überall gerne gesehen und aber vor allem gerne gelesen. Gegen 30 Jugend-Kriminalgeschichten hat er in den 1960/70-Jahren geschrieben und damit nicht nur die Jugendlichen sondern auch viele Erwachsene begeistert.

Foto: winbib (Signatur 171405)

Heiner Gross (*2. Dezember 1923 in Winterthur; † 2. Mai 1993 in Winterthur) war ein Schweizer Jugendschriftsteller. Der Sohn eines Winterthurer Stadtpolizisten arbeitete zunächst als Maschinenzeichner und Baggerunternehmer. Mit 39 Jahren veränderte er sich beruflich und wurde Journalist und Schriftsteller. Das Flair für die Technik wird in seinen Werken immer wieder spürbar. Die bekanntesten Bücher waren „3:0 für die Bärte“, „Tumult auf der Kyburg“ und „Sabors Wunderboot“ sowie die Jugendkrimitriologie „Der Schwarze Jack“.

„3:0 für die Bärte“ war die Nr. 1 auf der Hitliste. Diese Erzählung hat es ab 1959 im deutschen Sprachraum auf mehr als 300 000 verkaufte Exemplare gebracht. Noch heute liest man Heiner Gross‘ Bücher. So schrieb zum Beispiel Miriam Hoffmeyer im Juni 2007 folgende Rezension:

"Wer 3:0 für die Bärte" als Kind versäumt hat, kann das als Erwachsener ruhig noch nachholen. Am meisten Spaß macht es natürlich, das Buch Kindern vorzulesen! Es ist nicht nur sehr spannend (vor allem der Kampf gegen den bösen Zauberer Sabor!), sondern von so großer anarchischer Komik, dass man über manche Stellen auch beim zehnten Mal noch laut lachen kann. Leider kann man die meisten Gags nicht kurz wiedergeben, weil sie so ausführlich und raffiniert vorbereitet werden. Natürlich kommt Technik vor, jede Menge sogar! Hans schlägt Sabors Maschinen- und Roboterheere mit dessen eigenen Mitteln, nämlich vertauschten Kabeln und Kurzschlüssen.

Eine der Folgen ist, dass der Leib-Roboter dem Zauberer morgens, statt ihm Brötchen und Kaffee zu servieren, den Kaffee über den Kopf gießt und die Butter ins Gesicht schmiert. Das Buch thematisiert höchst unterhaltsam die Frage, inwieweit alte, märchenhafte Geschichten für Kinder mit der modernen, technisch geprägten Welt zusammenpassen. Bemerkenswert ist auch der Sprachstil von Heiner Gross: lakonische Kürze, die die Komik sehr erhöht, verbunden mit erlesenen Wendungen. Die meisten Kinder werden ihren Wortschatz dadurch erweitern können.“

Nr. 2 der Hitliste ist „Wer ist Goldauge?“, 1972 erschienen. In dieser Rangliste folgten als Nummer 3 „AG Pinkerton und der Mann mit dem Straussenmagen“, (Was hat Cordano, der Rummelplatzkünstler, mit dem Diebstahl von hochtechnisierten Mini-Lautsprechern aus einer Genfer Computerfirma zu tun? Welche Rolle spielt "Blümchen" der 140 Kilo schwere Mann? Das sind nur zwei verzwickte Fragen, das Winterthurer Pinkerton-Trio in diesem Roman zu lösen hat.“ Nummer 4 schliesslich wurde 1967 „AG Pinkerton und die Tigerbande“.

Heiner Gross hat man gekannt in Winterthur. Er wurde auf der Strasse immer wieder gegrüsst. Und er war viel unterwegs, immer mit wachem Auge. Wenn er aber im alten Erst- Klasse-Buffet über der Unterführung alleine an einem Tische sass, durfte man ihn nicht stören. Dann brachte er seine neuesten Einfälle und Ideen zu Papier. Gegen 30 Jugendbücher hat Heiner Gross geschrieben. Sein Nachlass befindet sich in der Studienbibliothek.

Kulturschaffende
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