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Wey Theres , *1954, Künstlerin

Theres Wey
1954

«Die Bilder von Theres Wey sind unspektakulär. Mit ihrer aussergewöhnlich feinen, leichten Farbgebung drängen sie sich nicht auf. Sie halten sich zurück, bis wir uns ihnen zuwenden und uns mit ihnen beschäftigen. Wenn wir ihnen jedoch unsere Aufmerksamkeit schenken, stellen wir fest, dass sie Raum schaffen.“ (Text von Christine Jenny, wissenschaftliche Assistentin am Kunstmuseum Winterthur)

Foto Künstlergruppe Winterthur

... "Ich lasse mich von der Farbe leiten. Gelb und Weiss bis nah an die Schmerzgrenze, Leuchten und Blenden", schreibt Theres Wey in ihrer Dokumentation. Die Suche der Malerin nach der einen Farbe, losgelöst von jeglicher tektonischer Form, lässt sich bei den Fleckenbildern am deutlichsten erkennen. Die amorphen Formen der Flecken sowie die transparent aufgetragene hellgelbe, mit weissen Partien durchsetzte Farbe verhindern, dass sich unser Blick auf der Leinwand verorten kann. Der Eindruck, dass sich diese Bilder einem "Begreifen" entziehen, wird noch dadurch verstärkt, dass wir beim Betrachten geradezu geblendet werden. Durch die Helligkeit der Farbe beginnen sich vor unseren Augen weisse Flecken zu bilden, so als würden wir direkt in die Sonne oder eine andere starke Lichtquelle blicken. Das helle, ja grelle Gelb reizt das Auge derart, dass gewisse Partien plötzlich bläulich-violett, andere hingegen weiterhin gelb erscheinen. Die Farbveränderungen sind je nach Lichteinfall so subtil, dass wir an unserer Wahrnehmungsfähigkeit zu zweifeln beginnen. Wir erleben, wie Licht nicht nur etwas sichtbar macht, sondern wie es auch etwas unsichtbar machen kann." ...

Aus dem Text "Im Schatten des Lichts" von Dr. Christine Jenny

Foto: Regina Piotrowsk

Theres Wey ist 1954 geboren und in Zürich aufgewachsen. Ihre Ausbildung zur Künstlerin begann sie 1976 an der arts plastiques an der Sorbonne in Paris. Von 1977 bis 1982 besuchte sie die Schule für Gestaltung (heute ZHDK), die sie mit dem Diplom abschloss. In den anschliessenden Reise- und Studienjahre hielt die suchende Künstlerin sich 1982 und 1983 in Algerien, Niger und Benin auf. 1990 folgte ein Aufenthalt in Rom. 1991 war vorerst Schluss mit Reisen, klein Miriam kam auf die Welt. Die beiden leben mit Thomas Rutherfoord (auch er beschäftigt sich intensiv mit Farbe/siehe Glossar-Eintrag „Wohnüberbauung Ninck-Areal) in Winterthur. 2008 und 2009 waren wieder Reiseziele angesagt: Paris und Vendig.

Nebst vielen Teilnahmen an Ausstellungen und Präsentationen (zum Beispiel: 1995 pulsart galerie, Winterthur; 2002 galerie ge, Winterthur; 2004 Kunsthalle Winterthur (mit Theo Hurter); 1995 Kunsthalle Winterthur, mit Brigitte Stadler und Monika Sennhauser; 1994-2012/13 Dezemberausstellungen der Künstlergruppe Winterthur) erhielt Wey auch immer wieder Preise und Stipendien. Das waren 1994 Kunststipendium des Kantons Zürich 1994, 1998 den Maler Dünner Förderpreis Winterthur, 2001 das Reisestipendium des Kunstvereins Winterthur nach New York und 2014 den Carl-Heinrich-Ernst-Kunstpreis Winterthur.

Kulturschaffende
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