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Meier Christa, *1972, Stadträtin

Meier Christa
1972

Christa Meier war im Amtsjahr 2013/14 höchste Winterthurerin. Das heisst die SP-Gemeinderätin präsidierte ein Jahr lang die 60-köpfige Legislative der sechstgrössten Schweizerstadt. 2017 und 2018 versuchte sie den Sprung in den Stadtrat. Beim zweiten Versuch wurde Christa Meier am 4. März 2018 in die Winterthurer Exkutive gewählt.

Foto: winbib, Marc Dahinden (Signatur FotDig_Lb_004-166)

Die 1972 geborene Christa Meier zog mit ihren Eltern als Achtjährige aus St. Gallen an die Eulach. Im Stadtkreis Veltheim wuchs sie auf. In einer Holzbaracke (Schulhaus Wiesensstrasse) besuchte sie die Unterstufe, anschliessend im „Schachen“ die Mittelstufe. Während der Kantonsschule im Lee (Neusprachliches Profil) hatte Christa Meier die Möglichkeit als Austauschschülerin in Los Angeles die USA kennen zu lernen. Nach der Matura erwarb Christa Meier das Primarlehrerinnenpatent. Dann folgte die Praxis. Während 12 Jahren wirkte sie als Unterstufenlehrerin in Elgg. Weitere Etappen folgten mit zwei Jahren an der Sprachheilschule in Zürich und seit 2010 Kliniklehrerin am Kantonsspital Winterthur.

1997 heiratete Christa Benz-Meier und ist inzwischen Mutter von zwei Kindern (Madlaina geb. 2000, Juri geb. 2002). Die Familie wohnt im idyllischen Brauerquartier zwischen der Rychenbergstrasse und dem Kantonsspital. Sie meint zu ihrem Wohnsitz: „Wir geniessen hier die Nähe zur Stadt, zum Wald, die wunderbare Nachbarschaft und unser tolles Haus.“ Was sie selbst erleben durfte, gibt Christa Benz zusammen mit ihrer Familien zurück. Immer wieder wohnen Austauschschüler(innen) bei ihnen. Das bereichert und belebt ihr Familienleben, äussert sie sich davon fasziniert.

Benz ist Kliniklehrerin, d.h. Christa Benz-Meier betreut im Kantonsspital Winterthur Kinder und Jugendliche, dass sie während langer Aufenthalte schulisch nicht ins Hintertreffen geraten. Der grösste Teil der Patienten, die sie unterrichte, leidet an einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung, wie etwa Depressionen, die eine stationäre Behandlung bedingen oder haben eine Essstörung.

Nur sehr selten sind es Patienten mit rein körperlichen Leiden. Das Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen trotz des mehrmonatigen Klinikaufenthalts nicht den Anschluss an ihre Klassen verlieren.

Daher gestaltet sich der Stoffplan in enger Absprache mit der Klassenlehrperson. Zeitlich sind es kürzere Schultage, da der Unterricht dem Therapieprogramm, das Psychotherapie, Physiotherapie, Kunst und Gestaltung, und auch Musiktherapie beinhaltet, angepasst werden muss. Dabei kann die Kliniklehrerin auf die Verfassung des Kindes eingehen, wenn es ins Schulzimmer kommt und je nachdem wie seine Verfassung ist, den Unterricht darauf abstimmen. Für diese Kinder ist die Schule zudem ein Ort der Ablenkung und Normalität. Manchmal hilft es, mit den Patienten einfach nur zu rechnen, ohne über irgendwelche Probleme reden zu müssen.

Als 28 Jährige ist Christa Benz 2000 Mitglied der SP geworden. Ihr politisches Denken war familiär geprägt, war doch bereits ihre Mutter Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. In ihrer Jugend waren Themen wie die Rassentrennung in Südafrika und Gleichberechtigung (z. B. die Nicht-Wahl von Christiane Brunner in den Bundesrat) aktuell und haben ihr politisches Denken beeinflusst. Soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Chancengleichheit sind Punkte für die sie sich stark machen wollte und will.

2006 erfolgte die Wahl in die Kreisschulpflege Winterthur-Altstadt. Nur zwei Jahre später verliess sie diese Behörde, da sie 2007 Mitglied des Grossen Gemeinderates wurde. Ihre politischen Schwerpunkte setzt sie aber nicht im schulischen Bereich sondern im Städtebau und in den Belangen der Verkehrspolitik. Im Amtsjahr 2013/14 setzte Benz bereits einen Höhepunkt in ihrer politischen Karriere. Sie wurde mit 47 von 55 gültigen Stimmen zur Präsidentin des Stadtparlamentes gewählt. In ihrer Antrittsrede gab Christa Benz-Meier ihrer Freude Ausdruck, ein Jahr lang ihre «Lieblingsstadt repräsentieren zu dürfen.» Sie betonte aber auch die Wichtigkeit einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit des Parlaments. Persönlich meint sie: „Ich bin im Gemeinderat, weil ich für die Winterthurerinnen und Winterthurer das Beste aus dieser Stadt herausholen möchte. Weil vieles in unserer Stadt grossartig ist und es sich lohnt, dafür zu kämpfen, dass dies so bleibt. Und weil es noch einiges gibt, was besser werden soll!“

Dass ihr Hobby, das Singen, zu kurz kommt, begreift man sofort, wenn man von einer weiteren Passion weiss. Zwar hat sie die freiberufliche Tätigkeit als Lern-Coach und Schulberaterin inzwischen aufgegeben. Weiterhin begleitet Christa Benz Frauen während der Schwangerschaft. «Doula» nennt sich diese Berufszunft, die im Gegensatz zur Hebamme nicht die medizinische, sondern die moralische Unterstützung übernimmt. Es sei ein Coaching im Zusammenhang mit der Geburt, sagt Benz. «Eine Aufgabe, die früher der weibliche Teil der Verwandtschaft übernommen hat.» Heute seien viele Frauen auf sich allein gestellt und froh um professionelle Unterstützung.

Ersatzwahl in die Winterthurer Stadtregierung 2017

Langeweile kennt die vielseitige Hausfrau, Mutter, Lehrerin, Coaching-Frau und Politikerin also überhaupt nicht. Seit 2016 lebt sie von ihrer Familie getrennt und Christa Benz-Meier nennt sich wieder Christa Meier. Ihr fröhliches Wesen und ihre positive Ausstrahlung blieb ihr aber erhalten. Es öffnet ihr überall wo sie auftritt Türen und Herzen. Das bewies sie 2016/17 als eine neue Herausforderung auf Meier hinzukam. Durch den vorzeitigen Rücktritt von Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne) wurde auf den 12. Februar 2017 eine Ersatzwahl in die Winterthurer Exekutive angesetzt. Die SP wollte sich an diesem Wahlgang beteiligen. Christa Meier interessierte sich und stand ihrer Partei zur Verfügung. Vier weitere Kandidaten meldeten ihr Interesse für diese Funktion.

Die Ausgangslage war nicht einfach gewesen. Nebst Meier kandidierten auch Daniel Oswald SVP, Michael Zeugin GLP, Jürg Altwegg GP und Barbara Huizinga EVP. Im ersten Wahlgang wurde von niemanden das absolute Mehr erreicht. Meier erreichte die hervorragende Stimmenzahl von 6209 und lag damit hinter dem SVP-Kandidaten auf dem zweiten Platz. Das war es aber dann leider gewesen. Zugunsten des Grünen Jürg Altwegg, der mit 5336 Stimmen hinter Meier zurück lag, verzichtete die SP auf den zweiten Wahlgang. Christa Meier kann nach einem gut geführten Wahlkampf, in dem sie viele Sympathien gewinnen konnte, wieder der Legislativ-Arbeit widmen.

Christa Meier will es nochmals wissen! Und es gelang!

Nach einem beherzten und intensiven Wahlkampf wurde Christa Meier am 4. März 2018 mit 13‘434 Stimmen in den Winterthurer Stadtrat gewählt. Sie verdrängte damit den bisherigen Josef Lisibach (SVP, 12‘413 Stimmen), der vier Jahre zuvor Pearl Pedergnana (SP) aus der Stadtregierung katapultiert hatte. Die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat ist wieder hergestellt. Im Kampf um das Stadtpräsidium kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Meier tritt dazu nicht mehr an.

Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 9. Mai 2018 die Departemente informell und einvernehmlich verteilt. Die sechs bisherigen Stadtratsmitglieder Michael Künzle, Yvonne Beutler, Barbara Günthard-Maier, Jürg Altwegg, Nicolas Galladé und Stefan Fritschi bleiben alle in ihren Departementen. Die neu gewählte Stadträtin Christa Meier (SP) übernimmt das Departement Bau. Sie tritt ihr Amt am 1. Juni 2018 an.

Christa Meier kandidiert erneut für das Amt als Stadträtin. Die Wahlen finden am 13. Februar 2022 statt.

Politiker/innen
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