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Johannes Ninck (1863-1939), Schriftsteller, Lehrer, Theologe

Johannes Ninck
1863
1939

Johannes Ninck war Pfarrer am evangelischen Vereinshaus Winterthur (Stadtmission) und Bauherr der Villa „Brühlhof“ an der Neuwiesenstrasse 11. Einen Namen machte er sich aber als Schriftsteller.

Foto: winbib (Signatur 170497)

Als der in Westerburg (D) geborene Johannes Ninck 1892, im Alter von 29 Jahren nach Winterthur kam, hatte er bereits ein Theologiestudium, ein Doktorat sowie zwei Pfarrstellen in Edinburgh und Schildesche bei Bielefeld hinter sich. Die Liebe war es, die ihn nach Winterthur brachte, genauer gesagt, Anna Goldschmid, die Tochter des Ingenieurs und Stadtrates Jakob Goldschmid (1817-1887, verschwägert mit Heinrich von Sulzer-Wart, wohnhaft im Königshof).

Dieser war im Jahre 1867 massgeblich an der Gründung des Evangelischen Vereins in Winterthur und später dann, im Jahre 1873, des Evangelischen Vereinshauses (heute: Stadtmission) beteiligt. 1892 – inzwischen der Schwiegersohn von Jakob Goldschmid – wurde Johannes Goldschmid als Pfarrer ans Vereinshaus berufen.

Foto: winbib (Signatur 160139)

Ninck, der sich nicht nur für Theologie, sondern auch für Psychologie interessierte, schrieb ein umstrittenes Buch „Jesus als Charakter“ über die Persönlichkeit Jesu, in dem er den Grundsatz der Sündlosigkeit Jesu zur unhaltbaren These erklärte.

„Jesus ist für viele Menschen ein Vorbild, ein Ideal dessen, wie wir sein wollen. (Christiane Beetz, aus dem Vorwort).

Johannes Ninck untersucht in diesem Werk die glorifizierte Figur Jesus hinsichtlich ihrer menschlichen und allzumenschlichen Züge. Entstanden ist die faszinierende Charakterstudie eines charismatischen jungen Mannes mit einem starken Willen, Kampfbereitschaft und glühendem Zorn, der aber zu gleichen Teilen aber auch barmherzig ist und voller Liebe. Ninck gelingt es, Jesus als einen temperamentvollen Menschen darzustellen, ohne ihn zu entmystifizieren. Jesus als Charakter" erschien erstmalig im Jahr 1906.“ (aus bücher.de)

Foto: winbib (Signatur 160138)

Mit dieser Ansicht schuf er sich viele Feinde, auch in den eigenen Reihen. Er trat 1907 als Pfarrer am Vereinshaus zurück. Ein neues Tätigkeitsfeld eröffnete sich ihm als Deutschlehrer an der Kantonsschule, wo er bis 1927 unterrichtete. In diese Zeit fällt auch der Höhepunkt des von Johannes Ninck mitbegründeten Vortragsvereins, der viele namhafte Persönlichkeiten wie Otto von Greyerz oder Lisa Wenger zu Vorträgen nach Winterthur holte. Auch als Vorstandsmitglied der Literarischen Vereinigung trug er „Wesentliches zur Förderung des geistigen und literarischen Lebens in Winterthur“ bei, wie er in einem Nachruf im Landboten vom 20. November 1939 gewürdigt wird.

Im letzten Lebensdrittel schliesslich wurde Johannes Ninck selbst zum Literaten und widmete sich ganz der Schriftstellerei. Rund 50 Bücher von ihm befinden sich noch heute im Bestand der Winterthurer Bibliotheken, darunter nicht nur theologische, sondern auch psychologische, literaturwissenschaftliche und belletristische Werke. (nach einem Text aus Stadtliebe.ch)

Kulturschaffende
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