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Widmer Bruno, 1927-2015, Direktor Technikum Winterthur

Bruno Widmer
12.12.1924
25.03.2015

Am 25.März 2015 ist Mit dem Tod von Bruno Widmer am 25. März 2015 ist ein Förderer der modernen Ingenieure verstorben. Bruno Widmer, war Professor an der Winterthurer Ingenieurschule und von 1971 bis 1993 Direktor des Technikums Winterthur. Widmer war mit dem Tech eng verbunden und massgeblich am Aufbau der Fachhochschulen beteiligt.

Foto: winbib (Signatur 173068)

Geboren am 12. Dezember 1927, hat Bruno Widmer nach der Maturität an der Kantonsschule Winterthur das Studium an der ETH Zürich mit dem Diplom als Maschineningenieur abgeschlossen. Nach der praktischen Tätigkeit als Ingenieur in der Industrie wurde er im April 1958 als Hauptlehrer für maschinentechnische Fächer an das Technikum gewählt.

Mit Begeisterung hat er den Studierenden vor allem die Grundlagen der technischen Mechanik und der Regelungstechnik beigebracht. Nach einer Weiterbildung in England hat er in einem Nachdiplomstudium auch Nukleartechnik unterrichtet. ImFrühling1971wurde er zum Direktor des Technikums Winterthur Ingenieurschule (TWI) gewählt.

Während 23 Jahren hat er mit grosser Umsicht und vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem Lehrerkonvent, der Aufsichtskommission und der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich die grösste und älteste Höhere Technische Lehranstalt der Schweiz geleitet. Im Jahr 1974 feierte das TWI sein 100-jähriges Bestehen mit einem grossen Fest, in der neuen Tiefgarage nahmen etwa 9000 ehemalige Studierende teil und am Tag der offenen Tür zeigte sich die Schule der Bevölkerung.

In seiner Amtszeit als Direktor wurden das Laborgebäude und das Bibliotheksgebäude gebaut. Unter seiner Führung entwickelte sich das TWI zu einer modernen Ingenieurschule mit zeitgemässen Lehrplänen und vorbildlichen Laboreinrichtungen für die Studierenden. Eine gute Auswahl der Dozierenden und ein gutes Klima für das gesamte Personal waren ihm wichtige und grosse Anliegen.

Den Dozierenden gewährte er die notwendige Freiheit und forderte eine hohe Selbstverantwortung für die Entwicklung ihrer fachlichen und didaktischen Ideen im Unterricht. Bis zum Ende seiner Zeit als Direktor setzte er sich intensiv für eine umfassende Reform der Ingenieurausbildung sowohl an der eigenen Schule als auch in der Schweiz ein. Als Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (Igip) war ihm die didaktische Weiterbildung der Dozierenden ein persönliches Anliegen.

Im Jahr 1986 war er massgeblich an der Gründung der Direktorenkonferenz der Ingenieurschulen der Schweiz (DIS) beteiligt, die aus dem Zusammenschluss der früheren bei den Konferenzen der Tages- und der Abend-Ingenieurschulen entstand. Als erster Präsident und späterer Sekretär der DIS trug er viel zur politischen Anerkennung der Ingenieurausbildung in der Schweiz bei. Bruno Widmer war auch federführend an der Eingabe der DIS an den Bundesrat beteiligt, die zur Bildung der Fachhochschulen in der Schweiz führte. Unter seiner Mitwirkung verfasste die DIS im März 1990 einen Bericht mit sechs Thesen zur Weiterentwicklung der Ingenieurschulen in der Schweiz.

In einem Brief im Juni 1990 regte die DIS eine gesamt-eidgenössische Regelung der Ingenieurausbildung in der Schweiz an In einem kurz darauf folgenden Gespräch der DIS erteilte Bundesrat Delamuraz der Bundesverwaltung den Auftrag, die Vorarbeiten zum Aufbau von Fachhochschulen in der Schweiz aufzunehmen. Auch am Bericht der DIS vom März 1993 mit dem Titel «Die technischen Fachhochschulen: Zehn Empfehlungen und ein Konzeptvorschlag» war Bruno Widmer wesentlich beteiligt.

In seiner Amtszeit als Direktor hat Bruno Widmer sehr darunter gelitten, dass den Dozierenden für anwendungsorientierte Forschung keine finanziellen Mittel zur Verfügung standen. Mit Weitblick hat er des halb kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Direktor zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft und der Politik eine Stiftung zur Förderung des TWI gegründet.

Als Stiftungsrat und Aktuar ist er der Stiftung bis lange nach seiner Pensionierung verbunden geblieben. Auch nach seiner Pensionierung hat er die Verbindung mit seiner Schule weitergepflegt. Seit 1993 trafen sich die pensionierten Dozentinnen und Dozenten auf seine Einladung hin alle zwei Monate zu einem Mittagessen. Die Stadt hat eine Persönlichkeit verloren, die für den Bildungsstandort Winterthur, das Technikum und für die Ingenieurausbildung in der gesamten Schweiz Entscheidendes geleistet hat.

Text: Adolf Müller, ehemaliger Direktor des TWI.

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