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Ladtmann Max, *1938

Max Ladtmann
16.02.1938

Wer an den Sport in Winterthur denkt, kommt an Max Ladtmann nicht vorbei. 24 Jahre setzte er sich in verschiedenen Funktionen für die Entwicklung vom Sport und deren Anlagen ein. Er kennt den Sport aber nicht nur am Sitzungstisch, sondern hat sich über alle Jahre hinweg in unterschiedlichsten Sportarten aktiv betätigt.

Privat und Beruf

Max Ladtmann kam am 16.Februar 1938 in Veltheim zur Welt. An der Schützenstrasse führten seine Eltern ein Milchhändlergeschäft. Sein Vater, Max Senior, hatte lange Jahre in der 1. Mannschaft des FC Winterthur gespielt. So wundert es nicht, dass Sohn Max sich ebenfalls dem Fussballsport zuwandte, davon später. Nach der Schulzeit absolvierte Max Junior eine Käserlehre mit der Absicht, das elterliche Geschäft zu übernehmen. Die Lehrjahre führten Max ins Emmental nach Reisiswil, in den Thurgau nach Hefenhofen und zum Schluss noch nach Illnau, wieder in der Nähe seiner Vaterstadt. Nach einer schweren Erkrankung seines Vaters wurde er kurz nach dem Lehrende ins elterliche Geschäft zurückgerufen.

Max begann am frühen Morgen die Milchtour und die Mutter führte das Ladengeschäft. Auf längere Sicht sahen die Ladtmanns aber keine Zukunft. Das Milchgeschäft wurde aufgehoben. Max blieb in der Getränkebranche und begann für die Löwenbräu Bier auszuführen. Nach zwei Jahren wechselte er in gleicher Funktion zur Brauerei Haldengut. Als Mitfahrer und mit dem Fuhrwerk, gezogen von den legendären Belgier-Pferden, war er nun unterwegs, später folgten die weiss-blauen Lastwagen. Da er sich als gelernter Käser in der Lebensmittelbranche auskannte, wurde Max Ladtmann bald in den Produktionsprozess miteinbezogen. Mälzerei, Schroterei und Gährkeller waren die Stationen, die er in der Bierherstellung durchlief. Aus gesundheitlichen Gründen drängte sich dann aber erneut eine Änderung auf.

1966 wechselte Ladtmann zur Volksbank (heute CS) nach Zürich. Rasch arbeitete er sich in dieser neuen Welt ein. Dazu besuchte er Weiterbildungskurse am Abend und an den Samstagen. Mit grossem Einsatz widmete sich Max Ladtmann seiner neuen Berufslaufbahn. Nach der Einkaufsabteilung, folgte die Dokumentenverwaltung und die Einführung des Mikrofilm-Verfahrens. Schliesslich erreichte Max die Handelsbevollmächtigung der Bank.

Eine wunderbare Karriere. Einmal war in der Zeitung zu lesen: „Vom Käser zum Handelsbevollmächtigten einer Grossbank“.

An Daten nachzutragen sind noch die Heirat am 18. Januar 1966 mit Rita Dietrich von Brüttisellen, die Geburt der Tochter Beatrice 1967 und die Pensionierung Ende 1998.

Sport aktiv

Im Sport war Max Ladtmann ein Tausendsassa. Fast immer erfolgreich engagierte er sich in den verschiedensten Sportarten. Die erste und die grosse Liebe war der Fussball. Mit dem runden Lederball knüpfte er fast gar an die Leistungen seines Vaters an. 1948 begann Max bei den Junioren des SC Veltheims. Nach anfänglichen Versuchen als Stürmer fand es seine Passion in der Verteidigerposition. Während der Lehre kickte er beim FC Langenthal und 1958 avancierte Ladtmann in die 2. Mannschaft des FC Winterthur. Da er die RS als Radfahrer in Winterthur absolvieren konnte, tat das Militär seiner sportlichen Entwicklung keinen Abbruch. Ab 1960 trat Max Ladtmann in die 1. Mannschaft des SC Veltheim ein. 2. und 3. Liga war dort das Wirkungsfeld seiner Mannschaft.

Der Übertritt 1966 zum FC Brüttisellen (2. Liga) ist nur verständlich, wenn man weiss, dass seine damalige Freundin und heutige Frau Rita dort zu Hause war. Vier Jahre später kehrte Max zu den Senioren des SC Veltheim zurück. 1972 wechselte er zum FC Phönix Seen. Bei diesen Senioren spielte er weiterhin aktiv Fussball, zugleich trainierte er eine Junioren-Mannschaft. Für Max Ladtmann war der Sport nicht nur die ehrgeizige Tätigkeit für Erfolg, sondern auch für Gemütlichkeit und Geselligkeit in guter Runde. Das bewies er auch in den 1980er-Jahre, als er als Torhüter mit der Mannschaft des FC Gemeinderats Winterthur im Inland und Ausland viele Spiele bestritt.

Fussball war aber nicht die einzige Sportart für die sich Ladtmann begeistern konnte. In den 1960er-Jahren war er an Gelände- und Militärwettläufen anzutreffen. Als Redlibueb nahm er auch an Militärvelorennen teil. Dazu gehörte auch das traditionelle und mörderische Rennen St. Gallen-Zürich mit dem Militärvelo ohne Übersetzungen (dafür mit Rücktritt!). Bereits ab 1955 war er auch auf dem Eis zu Hause. Mit dem EHC Illnau begann er seine Torhüterlaufbahn im Eishockey. 1958 wechselte er zum EHC Veltheim, der auf Natureis auf dem Schützenweiher spielte. 1971 war er Mitgründer des Plausch-Eishockeyteams EHC Eisfeger Veltheim. Sie waren die Pioniere in Winterthur und mieteten als erste Plauschhockey-Mannschaft Eiszeit auf dem Zelgli. Ladtmann hütet 13 Jahre lang das Tor dieses Teams.

Die Aufzählung der vielseitigen sportlichen Tätigkeit von Max Ladtmann ist aber noch nicht zu Ende. 1964 gründete er die Läufergemeinschaft Neueck, mit der er unzählige Volksmärsche absolvierte. Und zu guter Letzt gründete er den Petanque-Club Veltheim, welcher auf dem Kiesplatz des Kindergarten Lind seinen Sport ausübte. Sechs Jahre dauerte sein Petanque-Engagement bis er dann mit 60 Altersjahren zum Boccia wechselte und dort eine neue Herausforderung fand. Teilnahme und gutes Abschneiden an Schweizermeisterschaften war selbstverständlich bis er dann 2013 das Ende seiner vielfältigen sportlichen Tätigkeit fand.

Verbandstätigkeiten

Im Jahre 1980 machte Max Ladtmann den Schritt vom grünen Rasen an den Grünen Tisch. Er übernahm das Präsidium des FC Phönix und trat in den Vorstand des Dachverbandes der Winterthurer Sportler (DWS) ein. Nach diesem Start entwickelte sich eine über zwanzigjährige und wiederum vielseitige Vorstands- und Verbandstätigkeit, in der Max Ladtmann immer wieder Zeichen setzen konnte. Im Rahmen seines DWS-Wirkens war er OK-Mitglied des Winterthurer Altstadtlaufs. Der 1. Altstadtlauf fand am 22.03.1981 statt. Bis1988 stand er diesem OK vor.

Von 1982 bis 1994 amtete er als umsichtiger Präsident des Fussballverbandes der Stadt Winterthur (FVW).

1983 war er zusammen mit dem Vorstand des FVW Mitgründer der Junioren-Hallenstadtmeisterschaft. Von 1987 bis 1996 versah er die Funktion eines Vizepräsident der Schweizerisch Fussball-Veteranenvereinigung.

1993 übernahm er vom legendären Charly Ruf das Präsidium des DWS (bis 2004). 1999 initiiert er das Winterthur-Sportlager in Tenero. Fünf Jahre lang wirkte und unterstützte er in verschiedensten Funktionen diese geniale Einrichtung für den Jugendsport. Die Aufzählung der Aktivitäten und Einsätze von Max Ladtmann kann nie vollständig sein. Zum Beispiel fehlen noch seine Tätigkeit in der Betriebskommission der Eulachhallen AG, in der städt. Sportkommission und in der Sportstiftung.

Auch beim Boccia-Spiel blieb es nicht lange nur beim Aktivsport. Hatte Ladtmann zuvor den Petanque-Club Veltheim Lind gegründet, war er auch beim Boccia-Club nicht nur auf der Bahn engagiert. Zehn Jahre war er Mitglied der Betriebskommission, davon fünf als Präsident. Mit dem Verein Bocciadrom baute er 1990/91 eine neue Halle.

Für den langjährigen uneigennützigen Einsatz zugunsten des Breitensport Winterthurs wurde Max Ladtmann verdientermassen auch geehrt. Am 19.02.2004 erhielt er die Sportförderer-Auszeichnung des Panathlon-Club für 24 Jahre Einsatz für den Sport in Winterthur, eine Anerkennung dem sich auch der Stadtrat mit einer Anerkennungsurkunde anschloss.

weitere Aktivitäten und Hobbys

Um die Jahrhundertwende stellte Max Ladtmann sein Organisationtalent und sein Netzwerk auch seinem Stadtkreis Veltheim zu Verfügung. Von 1996 bis 2004 war er als OK-Präsident für die Durchführung von sieben Veltheimer Dorffeste verantwortlich. Dieser Dorfet war 1994 unter Max Meili das erste Mal durchgeführt worden. Später wirkte Ladtmann auch als Präsident des Ortsvereins (1998-2002) und der Betriebskommission des Quartier- und Kulturzentrums (1997-2002).

Es ist zwar kaum zu glauben, dass nebst den vielen Engagements von Max Ladtmann auch noch Zeit für Hobbys vorhanden war. Über 50 Jahre war er im November und Dezember als Samichlaus unterwegs. Bei Vereinen und Firmen, aber natürlich auch in Familien war er ein beliebter und gern gesehener Samichlaus. Seine Sprüche und Bonmots liessen die Stimmung jeweils sofort ansteigen. Lachsfischen in Alaska war eine seiner weiteren Leidenschaften.

Sportler
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