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Schulhaus Wallrüti mit Kindergarten

1973

Schulhaus Wallrüti

Guggenbühlstr. 140

8404 Winterthur


Das Schulhaus Wallrüti an der Guggenbühlstr. 140 in Oberwinterthur wurde Ende Juli 1973 fertiggestellt. Architekten waren Irion + Egli. An der Baute sind sowohl die Stahlstützen wie auch die Fassaden in Cor-Ten-Stahl resp. –Blech ausgeführt, was aus damaliger Sicht günstig war und wenig Unterhaltskosten versprach. Der Bauzustand ist nicht mehr gut. Es ist geplant das Schulhaus durch einen Neubau zu ersetzen.

Foto: Christoph Bantli

Das starke Wachstum des Stadt- und Schulkreises Oberwinterthur verlangte Ende der Sechziger Jahre dringend nach einem neuen Schulhaus. Verschiedene Pavillonbauten und andere Notbehelfe mussten bereits herbeigezogen werden, um allen Schulklassen einen einigermassen angemessenen Unterricht anbieten zu können. Das seit 1958 reservierte Areal nördlich des Schwimmbades und westlich der Bahnlinie Oberwinterthur-Seuzach wird mit einem grossen Primarschulhaus (18 Klassenzimmer und Nebenräume) mit separatem Kindergarten (3 Abteilungen) überbaut. Zusätzlich wurde eine separate Militärunterkunft im Untergeschoss erstellt. Als Architekten zeichneten Irion und Egli verantwortlich.

Auch für diesen Bau wurde nach dem Gewerbeschulhaus an der Wülflingerstrasse auch hier als Hauptbauweise ein Stahlbau mit Cor-Ten-Stahl ausgewählt. Man ging davon aus, dass Cor-Ten ein witterungsbeständiger Baustahl, der keinen Anstrich benötigt, ist. Unter dem Einfluss der Witterung sollte die Oberfläche zu einer dauerhaften Schutzschicht korrodieren. Aber auch hier erwies sich diese Annahme als Trugschluss.

Foto: Christoph Bantli

Das Schulhaus sollte in den Jahren 2007-2009 saniert werden. Dazu kam es dann aber nicht. Im Sommer / Herbst 2007 wurde vorerst und in einer vorgesehenen ersten Etappe der Kindergartentrakt saniert. Der zeitliche Aufwand für die Sanierung überstieg bei weitem den vorgegebenen Terminrahmen. Die Arbeiten konnten nicht mehr in den Schulferien beendet werden. Sie dauerten bis in den November. Die komplizierte Schadstoffsanierung war während des Kindergartenbetriebs nicht möglich. Die Aufwendungen für zusätzliche Schadstoffsanierungen (PCB und Asbest) belaufen sich auf 340'000 Franken, was hochgerechnet auf die Gesamtsanierung Mehrkosten von 4,8 Mio. Franken zur Folge hätte.

Foto: Christoph Bantli

Aufgrund der Erfahrungen im Kindergarten würde eine Gesamtsanierung statt 3 neu 6 Jahresetappen benötigen. Die Arbeiten könnten somit frühestens 2014 abgeschlossen werden. Es müsste mit einer Bauzeit von jeweils mindestens einem halben Jahr pro Etappe gerechnet werden. Eine solche Baustelle mit den entsprechenden intensiven Lärmimmissionen über sechs Jahre kann dem Schulbetrieb nicht zugemutet werden. Zudem müssten, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, für die Bauarbeiten am Singsaal und der Turnhalle Alternativen gesucht und während den Schadstoffsanierungen der Schulhausfassade Provisorien zur Verfügung gestellt werden.

Foto: Christoph Bantli

Im Oktober 2016 wurde durch den Stadtrat ein entscheidender Schritt bekannt gegeben. Für den Neubau des Schulhauses Wallrüti wurde ein anonymer, öffentlicher Projektwettbewerb durchgeführt. Der Stadtrat hat sich für das Projekt «Grosser Bär», das unter der Federführung des Architekturbüros Schneider Studer Primas GmbH Zürich verfasst wurde, entschieden. In einem nächsten Schritt wird das Projekt nun soweit weiter bearbeitet, dass voraussichtlich Mitte 2017 der Kreditantrag für den Ausführungskredit dem Grossen Gemeinderat zuhanden der Volksabstimmung vorgelegt werden kann. Realisierungsbereit ist der Neubau voraussichtlich ab 2020.

Das Projekt «Grosser Bär» begeistert durch die Idee, eine Sekundarschule mit einem zukunftsorientierten Raumkonzept zu schaffen, das architektonisch und pädagogisch neue Wege eröffnet. Das innovative Konzept schlägt eine Schule vor, die auf einer Erschliessung aller Schulräume von aussen setzt. Die sehr effiziente Anlage bietet eine gute Grundlage für die Einhaltung des ehrgeizigen Kostenrahmens.

Nach dem Experiment Corten-Stahl folgt mit dem Nachfolgeschulhaus erneut ein Wagnis. Es ist ein Schulhaus ohne Erschliessungskorridore und ohne Garderoben. Sämtliche Räume werden direkt von den Laubengängen erreicht. Für Kleiderablagen dient die Stuhllehne. Der erkennbare Vorteil liegt in den tiefen Baukosten des 28 Schulzimmer grossen Schulhauses.

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