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Bürgi Markus, 1952-2015, Kantonsschullehrer

Markus Bürgi
01.01.1952
13.09.2015

Markus Bürgi war ein engagierter und allseits beliebter Winterthurer gewesen. Als Geografielehrer an der Kantonsschule Rychenberg, als Gemeindepolitiker und als Schulpolitiker wurde seine freundliche und aufgeschlossene Art überall geschätzt. Viel zu früh hat ihn eine schwere Krankheit aus seiner Familie und aus vielen Freundeskreisen gerissen.

Markus Bürgi kam im Weiler Sunnebüel in Oberembrach am 1. Januar 1952 zur Welt. Er wuchs dort im Kreise vieler anderer Kinder auf. Seine Eltern leiteten dort das Kinderheim Sunnebühl. Nach der Primarschule in Oberembrach besuchte Markus Bürgi ab 1964 das Gymnasium in Winterthur. Im April 1966 nahm er Wohnsitz in Winterthur. Nach der Matura an der Kantonalen Lehramtsschule 1971 studierte Bürgi am Oberseminar in Zürich.

Dort erhielt er 1973 das Fähigkeitszeugnis für Primarlehrer. Anschliessend begann Bürgis Lehrtätgkeit. 1973/1974 unterrichtete er in Embrach eine 4. Primarklasse, ein Jahr später eine 1. Realklasse in Oberwinterthur. Als Werkstudent, er unterrichtete während der ganzen Studienzeit mit Vikariaten auf allen Volksschulstufen, absolvierte er an der Universität Zürich von 1975 bis 1981 das Studium der Geographie.

Ab Mai 1981 erhielt Markus Bürgi an „seiner“ Schule, Kantonsschule Rychenberg, einen Lehrauftrag in Geographie, ab 1995 als Hauptlehrer. Von 1993 bis 1999 war Markus Bürgi Mitglied des Vorstandes der Schulsynode und von 1997 bis 1999 als deren Präsident.

Am 5. März 1977 haben Markus und Alena geheiratet. Bald waren sie zu Viert. Ihre Söhne Christof (*1977) und Lukas (*1980) vergrösserten die Oberwinterthur Familie.

Markus Bürgi war ein begnadeter Lehrer. Auf jeder Schulstufe konnte er sein breites Wissen altersgerecht vermitteln. Er hatte ja auch auf jeder Altersstufe unterrichtet und kannte damit auch die nötigen Übergänge. Sein Einsatz für die Schule Rychenberg und seine Schüler waren gross und engagiert. Markus Bürgi liess es aber nicht dabei bewenden. In zusätzlichen Engagements, zum Beispiel im Geographielehrer-Verein und insbesondere im Kantonalen Bildungsrat (1999-2007) liess er sein Wissen und seine Erfahrung in allen schulischen Belangen einfliessen.

Auch die Politik war ihm wichtig. Von 1979 – 1983 war er als Mitglied der Demokratischen Partei im Winterthurer Stadtparlament tätig. Eines seiner Hobbys, die er mit grosser Leidenschaft pflegte, war die Fischerei. Seine Pensionierung im Kopf hatte er sich vor kurzem in Irland ein Cottage gekauft. Bis kurz vor dem Ausbruch seiner schweren Krankheit widmete er sich der Renovation dieses Hauses, um von dort aus in einer wunderschönen Landschaft sein Hobby zu pflegen. Es ist ein Traum geblieben….

Am 21. September 2015 hat eine grosse Trauergemeinde in der Stadtkirche Winterthur von Markus Bürgi Abschied genommen. Der Rektor der Kantonsschule Rychenberg, Herr Professor Christian Sommer, hat in einer bemerkenswerten Ansprache zu den Trauernden gesprochen. In seinem Einverständnis geben wir seine Ansprache im Wortlaut wieder:

"Liebi Alena, liebe Christof, liebe Lukas

Liebi Truurfamilie

Liebi Fründ vom Markus Bürgi

Mir sind tüüf truurig. Mir müend hütt Abschiid nää vomene Rycheberger Lehrer, eme Kolleeg und Fründ, em Markus Bürgi. Ganz anders hämmir ois s Adiesäge und Tanke vorgschtellt und gwünscht: bimene frööliche Fäscht 2017, wo mir em Markus händ wele ales Gueti für sini Pensionierig wünsche.

D Kantonsschuel Rychenberg hät de Markus Bürgi i sim Bewerbigsschriibe für e Hauptlehrerschtell 1994 als sis Dihei beschribe, und deet fäält er ois jetzt schmerzlich. Er isch sälber als Schüeler scho z Winterthur zeerscht is Gymi und dänn ad OR i d Lehramtsschuel, und wo ebe die Hauptlehrerstell am Rychenberg frei worde-n-isch, hät er bereits lang a beidne Schuele als Geographielehrer gschaffet. Es würi im im Fall vonere Waal as Rycheberg nid liecht falle, sich ganz vo de Nachberschuel z tränne, hät er wiiter gschribe, aber di gymnasiali Understufe vermiss er deet scho, und er hetti halt groossi Froid, au di "Chliine" underrichte z töörfe.

De Markus hät d Mänsche, di Junge, sini Schüelerinne und Schüeler, gärn ghaa, drum hät er sis Pruefsläbe und en groosse Teil vo sim usserpruefliche Läbe dezue in Dienscht vo der Erziehig und de Bildig vo junge Lüüt gschtellt. Als uusbildete Primarlehrer und spööter Kantonsschuelprofässer für Geographie hät er ali Altersschtuufe vo de Primarschuel über d Realschuel, s KV, s Gymi bis ad Fachhochschuel underrichtet und gkännt, und er hett die wiiti Altersschpani uf kän Fall wele misse. De Markus isch en Mänsch gsii, wo immer e Gsamtschau gsuecht hät. Au sis fachlich Wüsse isch umfassend gsii; es hät de Markus uuszeichnet, das er sis breiti und zuegliich tüüfe Wüsse immer stufegerächt hät chönne vermittle.

De Markus hät ring Zuegang zu sine Schüeler gfunde, und si sind gärn zu im i d Stunde choo – au dänn, wänn zum Biischpiil s Stei-Lehre i de Geologie us irere Schüelersicht nid grad s spannendscht Thema gsii isch. Si händ s Woolwolle vo irem Lehrer gschpüürt, und die humorvolle Momänt i sine Stunde gnosse. So isch d Po-Ebeni ebe amel Pöbeni gsii, metamorph schriibt sich mit ph wie Alphorn und em Lehrer sis schelmisch "auf Widerguck" am Änd vonere Stund häts wie sini Anekdoote vo Reise oder Bilderpricht immer loonenswärt gmacht, sin Unterricht z bsueche. D Lehrziil sind höch gschteckt gsii; de Markus hät di jewiils hööcher Schuelstufe ja au als Lehrer oder Experte gkännt und isch mit de übergordnete Aaforderige vertrout gsii, er hät drum sini Schüeler immer guet vorbereite chönne uf daas, wo si spööter erwartet hät. Vo sinere Erfaarig händ au d Praktikante törfe profitiere, wo s Glück ghaa händ, vom Markus betreut zwärde.

S Engagement vom Markus für sini Mitmänsche und für d Bildig hät wiit über s Schuelzimmer use greicht: Am Rycheberg hät er sich als Klasselehrer, Fachvorstand, Sammligsverwalter, Stundeplaner und schliesslich langjäärige Konväntspresidänt verdient gmacht. Mer hät en als humorvolle, warmherzige, absolut integre und hochzueverlässige Koleeg gkännt, gschetzt und gachtet. Bim Uusüebe vo sine Funktioone isch er ziilgrichtet gsii, gradlinig und schnörkellos; er hät vermittlet und immer in ere vernünftige Ziit e bruuchbaari Lösig aagschtrebt.

Die Qualitäte hät er au in Verein Schweizerischer Geographielehrer und in Vorstand vo de Schuelsynode iipraacht, wo-n-er Aktuaar, Vizepresidänt und dänn au Presidänt worde-n-isch. Schliesslich isch er dänn in Bildigsraat gwäält worde, als Verträter vo de Mittelschuele, und a de Pädagogische Hochschuel hät er als Schuelraat gamtet. Au daa wider, e Gsamtschau, de Markus hät nie nu us eim Egge use argumentiert – s Gsamtwohl und s Syschteem sind im wichtig gsii.

Das er so vill Energie, Ziit und Interesse i d Schuel und Bildigsfraage hät chöne inveschtiere, händ im sini Liideschafte, wo-n-er denäbet pflägt hät, ermöglichet, deet hät er sini enormi Energie hergholt. Er isch Mitgliid gsii i verschidene Vereinigunge, wo kulturell, wüsseschaftlich, politisch oder sportlich uusgrichtet gsii sind, er hät gern gsunge und isch i irischer Musig bewanderet gsii, und au s Fische, s Handwerke dihei im Huus, s Erkunde vo nöche und ferne Länder und natürlich sini Familie sind em en Uusgliich gsii, händ em Chraft gää. Und de Markus hät Gseligkeit gäärn ghaa und si pflägt.

Will er s Rycheberg als sis Dihei empfunde hät, erschtuunts nid, das er s Geografielehrerzimmer nid immer zur gröschte Froid vo de jewilige Schuelleitig mit ere Kafimaschine und eme Iisschrank uusgrüschtet und gmüetlich iigrichtet hät, zum dänn d Geographiefamilie deet z bewirte. Immer hät er näbscht guete Raatschläg au öppis Ässbars chönne aabüüte, und a de Wienacht, wänn d Alena guetslet hät, isch mer psunders verwönt worde. Für Wii-Tipps isch mer bim Markus genau a de richtige Adresse gsii, aber mer hät, falls er Ziit ghaa hät, am Fiirabig au chönne es Bier go haa mit em, am liebschte im irische Pub i de Stadt. Sini Fürsoorg und Gaschtfründschaft händ au sini Schüeler törfe erfaare, mängi vo sine Klasse sind in schööne Garte uf Zinzike iiglade worde und händ deet ire Erfolg a de Matur zäme mit em Markus bimene frööliche Grillfäscht gfiiret.

E heimtückischi Chranket hät de Markus i de Früeligsferie bim Werche i sim Cottage z Belturbet im Norde vo de Republik Irland überrascht. Trotz Atemnoot hät er aber nach de Ferie zu sine Schülerinne und Schüler wele und hät unterrichtet, bis es würklich wäg der Aaschträngig nüme ggange isch. Und im Chrankebett, im Spital, hät de Markus bi de grööschte Hitz im Juni no Prüefige korrigiert, einersiits, zum nid de Kolleege zur Lascht z fale, aber au demit d Schüelerine und Schüeler genau so beurteilt wärdid, wien ers am Semeschteraafang aakündiget hegi. Er isch ganz dää Markus blibe, wie mir en gkännt händ. Ich han bi mine Psüech bi im als sälber en Irland-Fan mit em de Fortschritt vo de Renovation vo sim Hüüsli beschproche, feschtgschtellt, dass Handwerker deet halt nid so guet uusbildet sind wie bi ois, und au Plään gschmidet und Erinnerige uustuuscht, und d Hoffnig nie uufgää, im z Belturbet na chöne en Psuech abzschtatte. Leider hät das nüme söle sii – am letschte Sunntig hät en sini Chranket überraschend schnäll usem Läbe grisse. D Verbundeheit vo de Schüeler, de Lehrerinne und Lehrer, de Mitarbeitende vom Rycheberg mit em Markus, die riist aber nid ab, mir werded in und daas, was er für ois gsii isch und gmacht hät, nid vergässe und immer i dankbarer Erinnerig bhalte. Vili vo ois händ nid nur en Koleeg, sondern en liebe Fründ verloore.

Ine, liebi Truurfamilie, kondoliered mir ganz herzlich."

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