w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Haus zur Weinrebe, oberer Graben 48

Vegetarisch Tibits

Oberer Graben 48

8400 Winterthur

052 202 73 33


Laut Stadtarchivangabe wurde um 1800 an der Ecke Oberer Graben/ Obertor ein neues Wohnhaus erstellt. Es wurde 1842 umgebaut und aufgestockt. Die spätklassizistische Fassade des Hauses „Zur Weinrebe“ zeichnet sich durch eine klare Gliederung aus. Die drei Obergeschosse sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.

Das Haus „zur Weinrebe“ an der Ecke „Oberer Graben“/ Obertor wurde 1842 in spätklassizistischem Stil erbaut. Die bauliche Entwicklung des Erdgeschosses widerspiegelt die Veränderung der Einkaufsgewohnheiten der Winterthurer. Aus dem einfachen Kolonialwarenladen des 19. Jhdt. wurde vorerst ein modernes Selbstbedienungsgeschäft und schliesslich ein Discountverkauf. Später ging das Verkaufsgeschäft mangels Umsatz ein. Nach einem Umbau wurde am 1. März 2003 ein Restaurant in Betrieb genommen: Tibits, Vegetarisches Restaurant, Oberer Graben 48, 8400 Winterthur. Den grossen Erfolg dieses Lokals bestätigt die zweimalige Erweiterung des Lokals in den Jahren 2007 und 2012.

Die Firmengeschichte

Am 3. Juni 1826 traf laut dem amtlichen Waagbuch der Stadt Winterthur die erste Lieferung Kaffee, Kandiszucker und Tabak aus Rotterdam für die Firma Naef & Co. in Winterthur ein. Johann Naef, der Gründer der Firma, eröffnete damals an der Ecke Obertor/ Graben, im Haus zur «Weinrebe», mit einem Startkapital von 1'000 Franken ein Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäft. Was klein begann, rühmte sich knapp 100 Jahre später auf einer Werbepostkarte mit nichts Geringerem als einer motorbetriebenen Kaffeerösterei und einem En Gros-Magazin in der benachbarten Neustadtgasse im Haus mit der Nummer la. Nur der Transport zwischen dem Geschäft und der Rösterei war, wie das Pferdegespann vor den Häusern vermuten lässt, noch nicht motorbetrieben. 1976 konnte das mittlerweile in der fünften Generation geführte Familienunternehmen sein 150-Jahr-Jubiläum feiern. Dem Lebensmittelhandel waren bereits damals enge Grenzen gesetzt, doch die Naefs machten weiter und fanden 1994 mit Friedemann Graf sogar einen Nachfolger für das Geschäft. 2001 war dann aber endgültig Schluss. Das Haus wurde verkauft und die Räume schon bald anderweitig vermietet. Hungern musste man in der «Weinrebe» aber weiterhin nicht. 2002 zog dort das Tibits ein und gab sozusagen den Startschuss zur heutigen «Fressmeile» im Obertor und Graben. Und auch an der Neustadtgasse la duftet es mittlerweile wieder fein nach Kaffee, im La Cyma nämlich.

Text von Regula Geiser und Karin Briner im Coucou Juli 2015

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