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Bednar Otto, 1943-2015, Dipl. Architekt FH,STV

Otto Bednar
23.12.1943
03.11.2015

Otto Bednar verstarb 2015 völlig unerwartet im 72. Altersjahr. Er lebte ein ausgefülltes und arbeitsreiches Leben und war ein bekannter und engagierter Winterthurer Architekt. Seine letzten Projekte sind die Wohnüberbauungen «Zur alten Schür» in Hegi und «Zum Lindberg» in Oberwinterthur.

Otto Bednar kam als knapp vierjähriges Waisenkind mit österreichischem Pass aus Ravensburg Deutschland zu einer Tante nach Oberwinterthur. Hier verbrachte er glückliche Jugend- und Schuljahre. Er fasste in Winterthur starke Wurzeln, verliess die Eulachstadt nicht mehr und hinterlässt mannigfaltige Spuren. Nach der Schulzeit in Oberwinterthur absolvierte Otto Bednar im Architekturbüro Pregowski eine Lehre als Hochbauzeichner und am damaligen Technikum Winterthur studierte er anschliessend Architektur.

1965 erlangte Bednar die schweizerische Staatsbürgerschaft. Im Jahr 1968 verheiratete er sich mit Madeleine Kyburz und nahm im Endliker-Quartier im Mattenbach Wohnsitz. Dort kamen ihre zwei Kinder Ilan (*1970) und Tamara (*1973) zur Welt. Die junge Familie wurde auf eine harte Probe gestellt. Am Karfreitag 1979 verunglückte Ilan mit dem Kindervelo schwer und blieb behindert.

Otto Bednar liess es sich nicht nehmen, viel Zeit mit seinem Sohn zu verbringen. Viele glückliche Stunden verbrachten sie zusammen, z.B. bei Ausflügen mit dem Auto nach Kloten und Rümlang um die Starts und Landungen der Flugzeuge zu beobachten oder auch bei einem gemütlichen Nachtessen in einem Restaurant.

1970 gründete Otto Bednar ein eigenes Architekturbüro. Zuvor arbeitete er bei der Firma Lerch AG als Bauführer. Ein Jahr später entstand, zusammen mit seinem Oberwinterthurer Berufskollegen und Freund aus Pfadi-Zeiten Theo Albisetti, das Architektur-Unternehmen «Bednar & Albisetti». Einen ersten öffentlichen Auftrag erhielten die jungen Architekten mit dem Gemeinschaftszentrum Gutschick. Die vorgesehene, etappenweise Entwicklung liess aber in der Folge auf sich warten. Die Kontaktfreudigkeit von Otto Bednar und seine Entschlusskraft brachte seinem Geschäft dann aber binnen kurzem eine gute Entwicklung. Die Platzverhältnisse im Gewerbehaus am Reitweg waren bald zu klein. Sie erwarben die alte Villa der damaligen Feilenfabrik-Familie Schwarz an der Talackerstrasse.

Dort entstand ein grosszügiges Geschäftshaus. 2012 fand in Bednars Architekturbüro der Generationenwechsel statt. Theo Albisetti (*1947) trat in den Ruhestand und an seiner Stelle übernahm Bednars Tochter Tamara Verantwortung. Zusätzlich trat neu Rüdiger Steffen (*1963) in die Geschäftsleitung ein. Das Unternehmen heisst neu «Bednar Steffen Architekten AG».

Das Auftragsvolumen umfasste und umfasst in der über 40-jährigen Geschäftstätigkeit sämtliche Bausparten, vom Wohnen über die Industrie bis zu öffentlichen Bauten in Winterthur und der ganzen Schweiz.

Das Architekturunternehmen Bednar wurde dank zahlreichen entsprechenden Aufträgen zum Spezialisten für den Bau- und Umbau von Bankgebäuden. Auch das UBS-Gebäude an der Stadthausstrasse in Winterthur wurde von ihnen umgestaltet. Ebenso haben sie das Hauptgebäude der Winterthur Versicherungen (heute AXA) und das ehemalige Eisen-Briner Geschäftshaus in der Neustadt den neuen Bedürfnissen angepasst. Otto Bednar war ein Allrounder in der Firma.

Sein Spektrum umfasste Architektur, Planung, Projektleitung, teilweise Bauleitung, Akquisition, Baukosten, sowie die Ausbildung der Lernenden. Bis zuletzt war er fünf Tage die Woche mit viel Engagement im Büro tätig. Seine letzten Projekte waren die Wohnüberbauung «Zur alten Schüür» in Hegi und das Wohnbauprojekt «Zum Lindberg» neben dem Restaurant Sonneck in Oberwinterthur.

Besondere Zeichen setzte er in Hegi. Er hat dort nicht nur ein altes Haus zu seinem eigenem Zuhause umgebaut, sondern auch mit anderen Um- und Neubauten Akzente für ein gut erhaltenes ehemaliges Bauerndorf gesetzt.

Mit Otto Bednars Tod verliert das Unternehmen nicht nur einen initiativen Geschäftsführer und Wegweiser, sondern auch einen feinfühligen Menschen. Nicht nur im Büro war er ein Macher. Sein Organisationtalent und seine Begeisterungsfähigkeit entfaltete er in diversen Aktivitäten.

Für Pfadi Handball und den Sponsorenclub «Pro Pfadi» setzte er sein Kontaktfeld über Jahre hinweg ein. Er war sich auch nicht zu schade über Jahre hinweg am Albanifest für Pro Pfadi in der Festwirtschaft mitzuhelfen. Sein Wirken trug ihm 2007 die Ehrenmitgliedschaft vom Handballclub Pfadi ein. Otto Bednar war auch gerne in geselliger Runde, nicht zuletzt auch unterwegs mit den Resis vom Winterthurer Oktoberfest.

Er spendete gerne und immer für Menschen mit Behinderungen (Ferienlager, etc.). Auch der Tierschutz war ihm und seiner Familie immer ein grosses Anliegen. Im Hause Bednar gab es immer Tiere, eigene und zugelaufene und aus dem Ausland mitgenommene fanden dort ein Zuhause. Otto Bednar war ein grosszügiger und ideenreicher Winterthurer Mitbürger.

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