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Stiefel-Bühler, G. Ernst, Arzt, 1923-2008

G. Ernst Stiefel
Mon Jun 11 00:00:00 UTC 1923
Wed Jul 23 00:00:00 UTC 2008

Hausarzt Dr. Ernst Stiefel ist im Juli 2008 85-jährig an seiner Blutkrankheit gestorben. Jahrzehntelang war er als Hausarzt rund um die Uhr im Einsatz. Er hat sich mit grossem Engagement für seine Patienten und sein Winterthur eingesetzt. Auch war er während zwei Amtsdauern im städtischen Parlament.

Dieser Text ist aus einem Nachruf von Urs Widmer, alt Stadtpräsident. Er wurde am 31. Juli 2008 im Landboten publiziert:

G. Ernst Stiefel kam als Sohn des Ärztepaares Ernst und Trudi Stiefel-Waser — darum das vorgängige Initial, zur Unterscheidung von seinem Vater — an der Paulstrasse zur Welt. Im Gymnasium trat er der Verbindung Vitodurania bei, welche ihm viel bedeutete. Sie zeichnete ihn seiner Figur wegen mit dem Vulgo Ramses, dem altägyptischen König, aus. Schon hier konnte er seine Vielfältigkeit entwickeln und die jüngeren Gymnasiasten schauten mit Ehrfurcht auf die älteren Herren.

Als Arztsohn war es für ihn selbstverständlich, Medizin zu studieren. Das Studium absolvierte er mit Bravour. Er zog während der Assistentenzeit u. a. zu Dr. Ryffel nach Samedan, um dann zu Prof. Ferdinand Wuhrmann an die Medizinische Abteilung des Kantonsspitals Winterthur zu kommen. Nach einer Zeit als Oberarzt liess er sich als freier Praktiker nieder.

Aus seiner Ehe mit der jüngsten Tochter des ehemaligen Präsidenten des Kunstvereins und Kunstsammlers Richard Bühler, Maria, entsprossen drei Kinder, ein Sohn und zwei Töchter.

Während Jahrzehnten besorgte Ernst Stiefel 24 Stunden im Tag seine Praxis und war jederzeit für seine Patientinnen und Patienten bereit, auch für die damals noch üblichen Hausbesuche. Neben seinem Engagement in standespolitischen Vereinigungen sass er während zweier Amtsdauern für die FDP im Gemeinderat, wo er sich in Verbindung mit Rudolf Friedrich vor allem der gesundheitspolitischen Probleme annahm. Wenn Dr. Stiefel im Gemeinderat das Wort ergriff, dann hörte man ihm zu und es war absolute Ruhe. Allem Musischen war Ernst Stiefel neben seiner anstrengenden Alltagstätigkeit zugeneigt, er engagierte sich für den Theaterneubau, er besuchte Museen nicht nur in Winterthur, sondern unternahm kürzere oder längere Reisen. Aber auch militärisch tat Ernst Stiefel seine Pflicht. Zum Abschluss kommandierte er im Range eines Obersten ein Sanitätsregiment.

Nachdem er sich von der Praxis zurückgezogen hatte, wechselte er mit seiner Frau seinen Wohnort an die Palmstrasse und genoss das häusliche Zusammensein. Hier nahm er sich auch seiner Kunstsammlung an, welche aus der Erbschaft von Richard Bühler an seine Frau und ihn ging.

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