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Kindergarten Rappstrasse Wülflingen

1946

Kindergarten Rappstrasse Wülflingen

Rappstr. 20

8408 Winterthur


Der Kindergarten Wülflingen an der Rappstrasse wurde 1946 durch den Architekten Franz Scheibler gebaut. Es kommt dabei die Kombination von Pavillonsystem und Freiluftschule zur Anwendung. Jede Einheit besitzt einen separaten Zugang zum Aufenthaltsraum, dem ein eigener Aussenbereich zugeordnet ist. Der Kindergarten wurde 1995 von den Architekten Christoph Hänseler und Ruedi Lattmann um einen Sprachheilkindergarten erweitert.

In der Stadt Winterthur wurde im Jahr 1837 im Haus Regenbogen (Steinberggasse 15) die erste Tagesstätte für Kinder eingerichtet. Nur ein Jahr später folgte ein zweiter Kindergarten (damals Kinderbewahranstalt genannt) an der Pfarrgasse 2. Die Kleinkinderschulen waren ganz auf private Initiative hin entstanden. Sie dienten der Entlastung berufstätiger Eltern bis zum Eintritt der Kinder in die Primarschule. 1877 wurde dann der erste kindergerechte Kindergarten an der St. Georgenstr. 59a (Inneres Lind) eröffnet. In Wülflingen wurde 1845 die erste Kleinkinderschule im Schulhaus an der Eulach eröffnet. Der Aufenthalt pro Tag und Kind hatte 15 Rappen gekostet. 1880 war damit Schluss, erst 1918 folgte eine Wiedereröffnung im Schulhaus an der Wieshofstrasse. 1945 waren dann bereits vier Kindergarten-Klassen an verschiedenen Orten in Betrieb. Diese nicht immer so ganz kindergerechten Räumlichkeiten hatte dann 1946 ein Ende.

Im Oktober 1946 wurde an der Rappstrasse das erste Kindergartengebäude Wülflingens eröffnet. Der Winterthurer Architekt Franz Scheibler kombinierte bei diesem Kindergarten Elemente der Pavillonbauweise und der Freiluftschule. Die einzelnen Klassenpavillons verfügen über eigene Aussen-Spielhöfe. Die restliche Anlage ist durch Baumgruppen und Hecken in verschiedene Aussenbereiche aufgeteilt, was das Spielen in Gruppen ermöglicht. Ein Planschbecken rundet die Anlage ab. Mit den eingeschossigen Pavillons berücksichtigte Scheibler die pädagogische Forderung nach einer für die Kinder überschaubare Anlage. Dieser Bautyp kam in Zürich erst zwischen 1956 und 1966 vermehrt zu Anwendung. Der Kindergarten an der Rappstrasse stellt somit ein sehr frühes Beispiel dar, blieb aber in Winterthur die einzige derartige Anlage. Der grössere Grundstückbedarf sprach leider dagegen.

Sprachheil-Kindergarten

1994 wurde linkerhand gegen die Wässerwiesenstrasse (Wässerwiesenstrasse 8) hin ein Neubaugebäude erstellt. Es ergänzt die Kindergarten-Anlage durch einen Sprachheil-Kindergarten mit Logopädiezimmer. Die Grundrissform des neuen Hauses wurde so angelegt, dass dieser die vorhandenen und neuen Aussenanlagen der gesamten Kindergartenanlage gegen die Strasse hin abschliesst. Somit wurde eine Hofbildung geschaffen, welche den spielbetrieb im Aussenbereich gegen Lärmemmissionen des Strassenverkehrs schützt. Und den Kindergartenschülern vermehrt Geborgenheit verschafft.

Kindergärten
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