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Akeret Erwin, Redaktor, Nationalrat, 1915-1987

Erwin Akeret
08.01.1915
12.09.1987

Redaktor, Verleger, Nationalrat (BGB) 1955-1983

Lebenslauf

von Nussbaumen und Andelfingen, 1915 geboren als Sohn des Paul, Druckereibesitzers und Verlegers. Kantonsschule Winterthur, Rechtsstudium in Zürich, 1940 Dr. iur. bei Zaccaria Giacometti. Ab 1940 Redaktor des "Weinländers". 1941 Heirat mit Myrtha Krebs. Der einer alteingesessenen Buchdruckerfamilie entstammende Verleger und Redaktor der "Weinländer Tagblattes" widmete sich schon früh öffentlichen Aufgaben, so als Präsident der Kreisschulpflege und des Ortsvereins Wülflingen und von 1946 bis 1955 als Vertreter der BGB im Grossen Gemeinderat von Winterthur.

Sein Hauptinteresse galt jedoch der eidgenössischen Politik. Von 1955 an gehörte er 28 Jahre dem Nationalrat an, wo er sich nachdrücklich für die Erhaltung einer möglichst unversehrten Heimat einsetzte. Reges umweltpolitisches Engagement, u.a. 1951 Mitbegründer des "Überparteilichen Komitees zum Schutz der Stromlandschaft Rheinfall-Rheinau". Akeret galt als unabhängiger Politiker, er verzichtete u.a. auf Verwaltungsratsmandate. Sein Buch "Erlebtes Parlamanet" gibt Aufschluss über seine reichen politischen Erfahrungen. Er verstarb 1987.

Historisches Lexikon der Schweiz

ref., von Nussbaumen und Andelfingen. Sohn des Paul, Druckereibesitzers und Verlegers. Heirat 1941 Myrtha Krebs, von Zürich. Kantonsschule in Winterthur, Rechtsstud. in Zürich, 1940 Dr. iur. bei Zaccaria Giacometti. Ab 1940 Redaktor, dann auch Verleger des "Weinländers" (später "Weinländer Tagblatt") in Winterthur. 1955-83 Nationalrat der BGB bzw. SVP (1969-71 Fraktionspräs.).

Mitarbeit in zahlreichen Gremien, Ehrenmitglied der Schweiz. Ges. für Umweltschutz und des Schweiz. Heimatschutzes. Reges umweltpolit. Engagement, u.a. 1951 Mitbegründer des "Überparteil. Komitees zum Schutze der Stromlandschaft Rheinfall-Rheinau". In den 1970er Jahren Mitarbeit an der Parlamentsreform des Bundes. Akeret galt als unabhängiger Politiker; er verzichtete u.a. auf Verwaltungsratsmandate.

Werke

-Regierung und Regierungsform der Schweiz. Eidgenossenschaft, 1941

-Erlebtes Parlament, 1984

Literatur

-W. Baumann, «Dr. iur. Erwin A.», in ZTb 1989, 1988, 261-266

Autor: Meinrad Suter

Die Zeitungs-Dynastie Akeret

hhö. Mitte des vorletzten Jahrhunderts gab es im Weinland mehrere Zeitungsgründungen, von denen die meisten Titel nur ein kurzes Leben hatten - zum Beispiel der 1848 gegründete «Thur-Bote» oder das «Wochenblatt für die Bezirke Andelfingen, Bülach und Regensberg». 1857 startete Heinrich Mahler aus Zürich Oberstrass mit der «Andelfinger-Winterthurer Wochen-Zeitung», womit die Geburtsstunde der «Andelfinger Zeitung» schlug. Der wissbegierige und initiative Waisenknabe Johann Ulrich Akeret (1837-1900) stieg kurz nach der Lehre als Buchdrucker als Verleger in Andelfingen ein und gab dem Blatt den heutigen Namen. Zwei Söhne von Johann Ulrich Akeret traten in seine Fussstapfen.

Hermann Akeret erwarb 1898 den «Wehntaler» in Dielsdorf, und Paul Akeret übernahm den Andelfinger Betrieb. 1866 wurde von Rudolf Bodmer in Wülflingen der «Weinländer» gegründet, der 1917 in den Besitz von Paul Akeret überging. Dieses Blatt war später Organ der neuen SVP. Nach dem Tod von Paul Akeret 1945 trennten sich die Wege der beiden Blätter wieder, indem der ältere Sohn Karl die «Andelfinger Zeitung» übernahm, während der «Weinländer» ins Eigentum des SVP-Nationalrats Erwin Akeret (1915-1987) überging.

Nach seinem Tod erschien der «Weinländer» nach kurzem Abstecher nach Frauenfeld wieder im Verlag des «andern» (Andelfinger) Akeret. Vor vier Jahren wurde das Erscheinen des Blattes eingestellt. Hochbetagt stand Verleger und Redaktor Karl Akeret noch bis vor fünf Jahren täglich am Redaktionspult. Fast bis zuletzt verfasste er seine wöchentliche Kolumne.

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