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Heiligberg, Chorherrenstift


Das Stift ist nicht mehr erhalten. Es war kein in sich geschlossener Gebäudekomplex wie z.B. das benachbarte Kloster Töss. Pfrundhäuser und Pfarrkirche Heiligenberg standen auf dem Gebiet des heutigen Rosengarten bis hin zur Bühlwiese. Bei der Suche nach dem Winturm stiess man auf Spuren des Chorherrenstifts. (wikipedia)

Bild: winbib

Auf der Anhöhe südlich von Winterthur liegt der Heiligenberg (Heiligberg). Er bekam seinen Namen vom Chorherrenstift Heiligenberg, das von 1225 bis 1525 hier bestand. Graf Ulrich von Kyburg liess hier im Jahr 1225 auf seinem Boden eine Kirche errichten, die dem heiligen Jakobus geweiht war und zum Begräbnisort der Kyburger wurde. Von einem Leutpriester versehen, diente sie als Pfarrkirche mit Taufstein und Friedhof für die kyburgischen Eigenleute. Die Kirche hatte im Innern zuerst vier, dann sechs Altäre, die von Adeligen oder Bürgern der Stadt gestiftet worden waren. Der Bau zeigte einen niedrigen Spitzturm, das Schiff mit zwei Seitenfenstern, der Chor gegen die Stadt Winterthur gerichtet. Die Kirche war auch Sitz der Jakobsbruderschaft der Stadt und hatte damit eine gewisse, grössere Bedeutung.

Das Stift verfügte über eine Kleinstpfarrei. Da St. Jakob aber extra muros lag, konnte es der Stadtkirche St. Laurenzen den Rang nicht streitig machen. Bei der Gründung besass das Stadtgebiet noch keinen grossen Umfang, sodass das Stift auf Kyburger Gebiet zu liegen kam. Zusätzlich zur Kirche baute Graf Ulrich 6 Häuschen für Chorherren und sicherte ihnen regelmässige Einkünfte. Im Jahre 1355 zerstörten die Zürcher in einem Rachefeldzug gegen den Herzog von Österreich die Jakobskirche und ein Pfrundhaus, doch wurden die Gebäude rasch wieder aufgebaut. Als Zürich vom Papst in den Bann getan wurde, zogen die papsttreuen Augustiner Chorherren von Zürich aus und fanden eine neue Bleibe im Chorherrenstift auf dem Heiligenberg.

1525 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben. Winterthur erhielt nach zähen Verhandlungen die Liegenschaften und verkaufte sie an verschiedene Stadtbürger. Die abgebildete Propstei des Chorherrenstifts gelangte in den Besitz der Baumwollhändlerfamilie Reinhart, die darin wohnte, bis die Stadt das Anwesen 1908 für den Bau des Schulhauses zurückkaufte. Der Rat gab die Kirche zum Abbruch frei und erlaubte die Verwendung der Steine für den Bau neuer Altstadthäuser und zum Ausbessern der Stadtmauern.

Quellen: „Heiliges Winterthur“ Begleitbroschüre 2019 zu „Heiliges Winterthur“

Chronik des Laurencius Bosshart

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