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WIN4 - Sportzentrum im Deutweg

Sat Mar 18 00:00:00 UTC 2017

Nach langer Vorgeschichte und manchem Auf und Ab hat das Projekt einer eigenen Ballsport-Arena für verschiedene Sportarten ab 2016 Fahrt bekommen. Im März 2017 fand die Grundsteinlegung statt.

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Im Februar 2007 wurde der Öffentlichkeit ein gigantisches Sportprojekt vorgestellt, das im Raume Deutweg (nahe der Eishalle) realisiert werden soll. Die Sportinteressierten und der Stadtrat waren begeistert, wenn auch eine gewisse Skepsis mitschwang. Der Landbote stellte das Projekt wie folgt vor: „Der ehemalige UBS- und CS-Kadermann und heutige Unternehmer Ulrich Knopp hat Grosses vor in Winterthur: Er will ein Zentrum für Leistungs- und Breitensport im Sportpark Deutweg realisieren. Kostenpunkt: 50 Millionen Franken. Die Stadt ist begeistert von den Plänen, zumal nicht vorgesehen ist, dass sie sich selber finanziell beteiligen muss. Es wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Ende 2007 erlischt, wenn nichts Konkreteres vorliegt. Die benötigten Areale will die Stadt im Baurecht abgeben. Knopps Konzept sieht einen Gebäudekomplex mit 20‘000 Quadratmetern Nutzfläche vor. Darin sollen unter anderem zwei polysportive Dreifachturnhallen, eine Kampfsportanlage und Gymnastikräume untergebracht werden. Saunen, Dampfbäder, ein Medizinbereich, ein Kunstrasenplatz, Schlafmöglichkeiten für rund 300 Personen, Freizeiträume, ein Restaurant und vieles mehr sollen das Angebot abrunden. Breitensportler sollen die Anlage genauso nutzen können wie Leistungssportler. Das Projekt erhielt das sperrige Kürzel IZLB, was so viel heisst wie „Internationales Zentrum für Leistungs- und Breitensport“.

Bild: zvg

Das Projekt bekam Schub als der Schweizerische Eishockeyverband die Möglichkeit signalisierte, in Winterthur eine Eishockey-Akademie zu gründen und zu betreiben. Dazu soll das Projekt optimiert werden und mit zwei zusätzlichen unterirdisch angeordnete Eisfelder ergänzt werden. Zudem sollen eventuell auch die Büros des Eishockey-Verbandes von Ittigen und Zürich nach Winterthur verlegt werden. Die Euphorie hielt damit an. Stadtrat Fritschi, für den Sport zuständig, meldete 99% Sicherheit, dass das Sportzentrum gebaut wird. Am 9. März 2011 wurde das Baugesuch für das IZLB eingereicht. Dann wurde es ruhig. Der Eishockey-Verband krebste zurück. Es wurde wieder umprojektiert. Im März 2015 wurde wieder informiert. Das über 80 Mio. Franken teure Grossprojekt ist Geschichte. Das neuste Projekt soll wesentlich weniger kosten. Auf Eishallen wird verzichtet und das Hochhaus mit Büros und Sportlerunterkünften wird in eine 2. Etappe verschoben. Eine Ballsport-Arena mit Zuschauerrängen und den nötigen Nebenräumen für einen optimalen Trainingsbetrieb soll entstehen. Das Projekt wird privat finanziert, die Stadt stellt lediglich das Bauland im Baurecht zur Verfügung.

Bild: zvg

Am 18. Dezember 2015 wurde das neue Baugesuch für das Sportzentrum Wincity eingereicht. Über was erstellt werden soll informiert Jürg Hofmann: „Eine Ballsportarena mit 2400 Sitzplätze. Das ist fast genau gleich viel wie die Eishalle direkt nebenan (2496)“ sagt Pfadi-Präsident und Wincity-Geschäftsführer Jürg Hofmann. „Sie ist gross genug für Länderspiele und Turniere im Handball, Unihockey, Volleyball oder Basketball. In dieser Halle soll der Sport erste Priorität haben um nicht mit anderem ins Gehege kommen. Drei Gebäude umfasst das Bauprojekt. Neben der 13 Meter hohen Ballsportarena sollen im fünfstöckigen Sporttrakt 1 die Mantelnutzungen Platz finden. Dazu zählen eine Sportklinik, ein Fitness- und Wellnessunternehmen, ein High Performance Kraftraum sowie eine Sportschule, ein kleines Sportgeschäft und Büroflächen für sportnahe Unternehmungen. Der siebenstöckige Sporttrakt 2 soll später folgen und ist in der Bausumme noch nicht inbegriffen. Hier sollen 60 Zimmer für auswärtige Sportler oder Schüler der geplanten Sport- und Kunstschule entstehen, sowie Büroflächen.

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35 Millionen beträgt die Bausumme für die erste Etappe. Sie wird von einheimischen Investoren und Bankkrediten finanziert. Zu den Investoren gehört Hofmann selbst mit seiner Baufirma Bula in Neftenbach, Philipp Jöhr von der Baufirma BWT, Annetta Steiner, Christophe Grünig, Andi Kunz, ein Geschäftsmann mit eigenem Hilfswerk, die Siska Heuberger Holding sowie die gemeinnützige Johann-Jacob-Rieter-Stiftung. Auch der Betrieb stehe auf soliden Beinen. Die Flächen im Sporttrakt 1 seien quasi vollständig vermietet oder stünden unmittelbar vor Vertragsunterzeichnung. 120 Parkplätze bietet die Tiefgarage unter der Ballsportarena.

Der Hallenboden für zukünftige, emotionale Sportmomente im Sportzentrum WINCITY, ist verlegt. In einem Jahr wird die Sport-Arena an WINCITY übergeben. An einem kurzen Event heizen ein paar Pfadi-Spieler die Vorfreude an.

Die Architektur kommt vom Zürcher Büro EM2N, das vor Jahren den Wettbewerb für das Vorgängerprojekt IZLB gewonnen hatte. Vom alten Projekt ist allerdings fast nichts übriggeblieben ausser die Aussenmasse. 20‘810 Quadratmeter gross ist die Bauparzelle, welche die Stadt Winterthur für 60 Jahre im Baurecht abgibt. Laut Stadtrat Fritschi zu einem «fairen» Baurechtszins, der allerdings unter dem Marktwert liege. Weichen mussten unter anderem der alte Verkehrsgarten und eine grosse Fussballspielfeld samt einem Garderobengebäude. Die Bagger fuhren im Sommer 2016 auf. Die Grundsteinlegung hat am 15. März 2017 stattgefunden. Das ehrgeizige Wunschziel der Wincity-Macher ist eine Eröffnung im Juni 2018.

Aus Wincity wird «WIN4»

«WIN4» ist die neue Marke für das Winterthurer Sportprojekt im Deutweg. Sie hat Wincity abgelöst. Der Name soll die definitive Ausrichtung des Sport- und Gesundheitsbusinessparks widerspiegeln. Sie besteht aus vier Bereichen: Sport, Gesundheit, Ausbildung und Events.

In einer Medienmitteilung vom 27. Juli 2017 wird das Projekt wie folgt beschrieben:

«WIN4» schafft nicht nur professionelle Strukturen für den Leistungs- und Breitensport, sondern soll zum Treffpunkt für Sport, Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft werden. Bei der Namensfindung war man sich einig, dass das prominente Kürzel «WIN», das für Winterthur und Winner, also Sieg und Erfolg steht, beibehalten wird. Der wenig aussagekräftige Teil „City“ wurde durch die einprägsame Zahl 4 ersetzt. Sie steht für die 4 Kernbereiche des Projekts.

«WIN4» - 4 Bereiche mit starkem Inhalt:

Sport: Dank der modernen Sportarena und der umfangreichen Mantelnutzung wird sich der Leistungs- und Breitensport neu positionieren können. Den Sportlern stehen damit optimale Trainingsmöglichkeiten und ein grosszügiges Hallenangebot für den Wettkampfs- und Trainingsbetrieb zur Verfügung.

Gesundheit: Das Gesundheitszentrum für Sport- und Allgemeinmedizin, Sportorthopädie, Sporttraumatologie, Radiologie, Leistungsdiagnostik, Rehabilitation und Physiotherapie gewährleistet eine rundum Betreuung von Sportlerinnen und Sportlern in allen Bereichen. Sporthypnose, Fitness und Spa machen das Angebot komplett.

Ausbildung: Die olympiazertifizierte Sportschule fördert, unterstützt und bildet Sportler und Sportlerinnen aus. Eine Sportakademie, aber auch die K&S Schule Winterthur, die Kunst- und Sportausbildung vereint, garantiert die Ausbildung junger Sporttalente und somit die Zukunft des Sports.

Events: Wettkämpfe können dank modernster Technik perfekt inszeniert werden und machen diese für den Zuschauer zu einem attraktiven Erlebnis. Die multifunktionale Lounge steht Vertretern aus Sport, Wirtschaft, Politik und Kultur zur Verfügung.

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