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Akanji Sarah, *1993, SP-Kantonsrätin, Fussballerin

Sarah Akanji
23.05.1993

Kantonsrats-Wahlen 2019: Eine sensationelle Geschichte ereignete sich in Winterthur. Die erst 25-jährige Sarah Akanji erzielte mit Abstand das beste Ergebnis auf der SP-Liste der Stadt Winterthur. Landesweit bekannt ist bis jetzt erst ihr kleiner Bruder, der Nati-Fussballer Manuel Akanji. Doch das dürfte sich nun ändern, denn ihr Wahlresultat war überragend. Die SP-Politikerin erhielt 8557 Stimmen und damit über 1100 Stimmen mehr als der Co-Präsident der Kantonalpartei Andreas Daurù.

Foto: Landbote

Von sich reden machte sich Sarah Akanji 2016. Sie gründete die Frauenmannschaft des FC Winterthur. Der Verein FCW hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur auf Männerfussball gesetzt. Sie will damit eine Frauenfussball-Mannschaft, die sich Ziele nach oben setzt. Sie will nicht einfach etwas tschüttele. Mit dem neuen Team des FCW läuft es ab sofort sehr gut. Sie meint dazu: Wir sind ein Team von sehr starken Frauen, die weiter kommen wollen und sich seit 2015 super entwickelt haben. „Auch am Wahltag habe ich die Fussballschuhe geschnürt und wir haben einen Riesenmatch gemacht.“ 3:1 gewonnen.

Als SP-Kantonsrätin will sich Akanji für Chancengleichheit einsetzen. „Mir ist wichtig, dass man den Leuten keine Hürden in den Weg legt und ihnen Gestaltungsraum lässt. Dabei sollen etwa Geschlecht und Alter keine Rolle spielen. Mir ist es wichtig, dass sich die Leute unabhängig von ihrem Hintergrund entfalten und entwickeln können.“

Foto: Landbote

Sport verbindet die Familie Akanji aus Wiesendangen. Der Vater stammt aus Nigeria, war Amateurfussballer und kickt nach wie vor leidenschaftlich. Die Mutter, eine Oberwinterthurerin, spielte über 40 Jahren Volleyball. Beide sind im Tennis sehr aktiv. Die Begeisterung für den Sport gaben die Eltern ihren Kindern weiter: Die ältere Tochter Michelle war Leichtathletin, besonders die Sprungdisziplinen hatten es ihr angetan. Die Jüngere Sarah zieht es auf den Fussballplatz. Sie brachte es bis in die Nationalliga A, ehe sie aufgrund von Verletzungen gebremst wurde. „Unsere Eltern wollten bei unseren Sportanlässen immer dabei sein, egal wie gut wir waren“, erinnert sich Michelle Akanji. Die Geschwister seien dann jeweils mitgegangen und hätten auch mitgefiebert.

Bild: Landbote

Manuel Akanji war vielseitig begabt. Neben dem Fussball spielte er noch Tennis und betrieb Leichtathletik, wo er als 11-Jähriger einen Nachwuchswettbewerb gewann. Im selben Alter verliess er seinen Heimatklub Wiesendangen und wechselte zum FC Winterthur. Dann kam der Ruf von FC Basel und seit 2018 spielt er in der Bundesliga bei Borussia Dortmund. Sein Länderspieldebüt gab er im Juni 2017 gegen die Färöer-Inseln.

Sarah schaffte es über Umwege zum NLA-Klub St. Gallen, bevor sie durch Knie- und Hüftverletzungen gebremst wird. Heute spielt die Politik- und Geschichtsstudentin im Team des FCW, das es nur dank ihrer Initiative überhaupt gibt. Dank ihrem Engagement können immer mehr Mädchen vom Spitzenfussball träumen.

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