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Dättnau


Das Quartier Dättnau befindet sich am südwestlichen Stadtrand von Winterthur in einem Seitental in leicht erhöhter Lage. Es ist stark von Wald umschlossen. Im Süden vom Dättnauerberg und im Norden vom Ebnet. Im Nordwesten befindet sich in einer ehemaligen Kiesgrube der Dättnauerweiher. Er bildet heute ein Naturschutzgebiet. Der bebaute Teil des Quartiers befindet sich grösstenteils an südwestlich abfallender Hanglage.

Das abgeschiedene Dättnauer Tal entwickelte sich mit der zunehmenden Mobilität rasant. Die Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und noch immer wird gebaut. Per Ende 2018 waren im Dättnau knapp 4000 Personen zu Hause. Nebst Einfamilienhäusern prägen die Gebäude der Ziegelei Keller das Gebiet. Der lehmige Boden des ehemaligen Flusslaufes der Töss, die ursprünglich durch das Dättnauer Tal floss, bildete die Grundlage für die 1895 errichtete Ziegelei. Diese lieferte den gelben Backstein, der für die Winterthurer Industrie-Architektur und den Arbeiterwohnungsbau typisch ist. 2015 sind die grossen und stillgelegten Ziegelei-Gebäude einem Grossbrand zum Opfer gefallen. Die geplanten Neuüberbauungen werden für das Quartier neue Akzente setzen.

Vom Weiler zum Vorort

Das stadträumlich, topografisch und infrastrukturell von der Stadt Winterthur separierte Quartier Dättnau ist um 600 n.Chr. als alemannische Einzelsiedlung entstanden. Der Weiler Dättnau blieb aber abgeschieden und brannte 1883 vollständig ab. In der Folge wurde die ehemalige Flarzsiedlung durch Einzelbauten ersetzt, die nach dem Bau der Ziegelei teilweise als Arbeiterhäuser von dieser übernommen wurden. Danach setzte auch im östlichen Teil des Dättnauertals eine erst langsame Entwicklung ein, bei der vor allem auch Arbeiterhäuser der Firma Rieter entstanden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich das Dättnau, zuerst zögerlich, dann plötzlich rasant weiterzuentwickeln. 2019 leben in diesem Quartier knapp über 4000 Einwohner.

Ein eigentliches Quartierzentrum hat sich nicht herausgebildet. Dättnau ist der Exot unter den Winterthurer Stadtquartieren, sowohl städtebaulich als auch charakterlich. Die nicht direkte Anbindung zur Grossstadt trägt zur speziellen Wahrnehmung des Quartiers bei. Die Nähe zur Natur und die Abgelegenheit verhelfen dem Quartier zu hoher Wohnqualität. Es gilt, die Standortqualität dieses Grundstücks zu nutzen und eine Siedlungsform mit Infrastrukturen zu entwickeln, die mithelfen, dem Quartier Dättnau eine eigene Identität zu geben. Die abgebrannte Ziegelei wurde als identitätsstiftendes Merkmal vom Dättnau wahrgenommen.

Die neue Überbauung am Ziegeleiplatz soll nun die umliegenden Quartiere vernetzen. Ganz bewusst werden grosse Freiräume geschaffen, damit die Natur um das einzigartige Gebiet längs dem Dättnauer Bach voll zur Geltung kommt. Das hochwertig entwickelte Areal bietet nebst ausgeprägter Wohnvielfalt auch ideale Gewerbeflächen für Unternehmen aller Art. Die Durchmischung von Leben und Arbeiten ist eine der zentralen Visionen in der Quartierentwicklung. Das neue Wohngefühl am Ziegeleiplatz heisst, ein ideales Zuhause zu bieten für Jung und Alt.

Die Siedlung Steig, zum Dättnau gehörend, befindet sich in einer Lichtung an der Zürcherstrasse Richtung Brütten und besteht aus sieben Wohnblöcken. Auch zum Quartier gehören die Autogaragen sowie das Musikhaus bei der Steigmühle zwischen Steig und Dättnau. Das eigentliche Dättnau ist noch ein relativ junges Quartier und begann erst Mitte des 20. Jahrhunderts zu wachsen. Zuvor existierten lediglich Bauernhöfe und Reben in diesem Nebental. Seit dem Bau der Rieter-Arbeitersiedlung in den 1940er-Jahren begann die Bevölkerungszahl zu wachsen.

Foto: Architekten Teams Graber Pulfer und Fischer

In einer ersten Projektphase erarbeiteten im Auftrag der Grundbesitzer Keller AG Ziegeleien die Fischer Architekten gemeinsam mit Graber Pulver Architekten und Krebs Herde Landschaftsarchitekten eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung und Bearbeitung einer neuen Arealüberbauung. Mit Fokus auf die Etablierung einer «grünen Infrastruktur» – unter Berücksichtigung der Einzigartigkeit und Ursprünglichkeit des vorhandenen Landschaftsraums – wurden bestehende landschaftsräumliche Elemente wie Wasserläufe, Lichtungen oder Wegverbindungen aufgenommen und über das Areal hinweg visuell und funktional miteinander vernetzt.

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