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Bärtschi Hans-Peter, *1950, Industriearchäologe

Bärtschi Hans-Peter
23.02.1950

Hans-Peter Bärtschi, 1950 geboren, studierte an der ETH Zürich Architektur und dissertierte 1980 über «Industrialisierung, Eisenbahnschlachten und Städtebau». Ab 1979 führte er in Winterthur sein Büro Arias «Architektur, Industriearchäologie und Stadtentwicklung», das sich auf Dokumentation und Erhaltung des industriellen Erbes spezialisiert hat.

Bild: Nathalie Guinand Lb

Hans-Peter Bärtschi studierte an der ETH Zürich Architektur. Das Thema seiner Dissertation lautete «Industrialisierung, Eisenbahnschlachten und Städtebau». Bereits während seines Studiums engagierte er sich für den Erhalt von Kulturgütern in der Struktur der Architektur. Er gründete 1979 die «ARIAS-Industriekultur», um damit die Dokumentation und Restaurierung von Industriedenkmälern zu ermöglichen. Gleichzeitig kuratierte er in zahlreichen Museen Ausstellungen zur Industriegeschichte wie zum Beispiel seit 1981 ein Engagement für die ehemalige Bierbrauerei Mühlerama (Mühle Tiefenbrunnen Zürich). In Winterthur gelang es Bärtschi zusammen mit einem Team Gleichgesinnter die Nagelfabrik zu erhalten und bis heute in Betrieb zu halten.

Darüber hinaus ist Bärtschi Autor zahlreicher Publikationen im Bereich Technik und Architektur, auch für Radio- und Fernsehsendungen. Ausserdem fotografierte er in seinem Arbeitsleben ca. 350'000 Fotos zur Industrie-Arbeitswelt, die er zusammen mit Sylvia Bärtschi-Baumann in die Stiftung Industriekultur überführte und dieser vermachte. Heute sind diese Fotos von der ETH digitalisiert und über ihre Website abrufbar.

Hans-Peter Bärtschi ist namhafter Autor von zahlreichen Fachbüchern, Artikeln sowie Radio- und Fernsehsendungen vor allem zur Industriekultur und -archäologie sowie zum Städtebau. Für Winterthur von grosser Bedeutung ist sein Buch „Tram und Trolley in Winterthur", das 2013 erschienen ist. Auf 140 Seiten stellt in diesem Werk Bärtschi die breite Geschichte des öffentlichen Verkehrs in der Eulachstadt vor. Das Buch ist reich bebildert und enthält auch viele technische Details. Im Neujahrsblatt 2000 der Stadtbibliothek Winterthur publizierte er ein bemerkenswertes Kapitel unter dem Titel „ Siedlungskultur in Winterthur im 19. und 20. Jahrhundert“.

Im Neujahrsblatt 2003 der Stadtbibliothek Winterthur realisierte Bärtschi das Projekt „Industriekultur in Winterthur“. In diesem umfassenden Nachschlagewerk führte er verschiedenste Autoren zusammen. Die einzelnen Kapitel stellen 200 Jahre Industriegeschichte in Winterthur zusammen. Von den Vorboten der Industrialisierung über die industrielle Revolution bis zur Wandlung von der Stadt der Schwerindustrie zur Kultur- und Bildungsstadt wird das Auf und Ab in dieser Entwicklung in Wort und Bild dargestellt.

Foto: inbahn.ch

Zahlreiche Verlage, bei denen Bärtschi veröffentlichte, würdigen ihn mit: «Bärtschi ist ein Industrie-Erotiker. Er kennt jede Maschine, jeden Prozess, jeden Werkstoff» und «Hans-Peter Bärtschi ist ein Besessener». Das industrielle Zeitalter in der Schweiz aufzuarbeiten, ist sein Lebenswerk. «Und er ist ein wandelndes Lexikon; ein gutes, das nicht nur Begriffe nennt, sondern auch Zusammenhänge kennt».

Hans-Peter Bärtschi hat sein immenses Fotoarchiv der ETH übergeben, wo es digitalisiert wurde eth.ch e-pics. Wenn er die Bilder beschriftet, lebt auch seine eigene Vergangenheit wieder auf. Per Ende 2017 ging er in Pension. Er hat sich dabei komplett zurückgezogen. Kontaktmöglichkeiten sind nicht mehr auffindbar.

Der Verein Inbahn trat in die Fussstapfen von Bärtschi und lässt seine geforschte Hinterlassenschaft weiter leben Industriekultur Winterthur.

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