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Steigmühle Töss


Die Steigmühle an der Ausfallachse in Töss Richtung Kemptthal wurde im Herbst 2012 anlässlich der Eröffnung umbenannt zum „Claudia House of Sounds“. Auf neun Geschossen in den umgebauten Räumlichkeiten der alten Mühle sollen Musikschaffende aller Sparten neues Leben in diese Mauern bringen.

Die Steigmühle Töss nimmt 1861 ihren Betrieb auf. Die Gebäulichkeiten mit dem klassizistischen Wohnhaus wurde erbaut für Gottlieb Heinrich Reinhard. Architekt war Oscar Heer. Ab 1881 kam die Mühle in den Besitz der Familie Bosshard. 134 Jahre lang wird an der Zürcherstrasse 322 aus Korn Mehl gemahlen. Später kamen auch Hafer, Gerste und Hirse zur Verarbeitung. Mit der Herstellung von Hundefutter wandte man sich einige Zeit neuen Produkten zu. Die nötige Energie beschaffte man sich mit Wasserkraft, später mit Strom. Als die Mühle 1964 durch einen Brand schwer beschädigt wurde, stand die Besitzerfamilie vor der Wahl: aufhören oder ausbauen. Sie entschied sich schliesslich fürs Weitermachen, baute die Steigmühle wieder auf und gab ihr die Gestalt, die bis vor wenigen Jahren sichtbar war.

Der Betrieb der Mühle wurde im Jahr 1995 eingestellt. Kurze Zeit später kaufte ein Möbelgrosshändler das Gebäude. Er wollte die Steigmühle in ein Gewerbezentrum umbauen, scheiterte allerdings, weil er kein Geld mehr hatte und es kam zum Konkurs. Es folgte nun ein jahrelanges Hin und Her, Auf und Ab. Fast alles was in der Zeit seit der Betriebsschliessung geplant war, erlitt Schiffbruch. Es war von einem Medienzentrum mit Filmstudios die Rede. Oder man wollte Handwerksbetriebe ansiedeln, ein Spielcasino betreiben und wieder ein Gewerbezentrum einrichten. Grossmundig kam dann ein Diagnostikzentrum für Ärzte und eine Produktionsstätte für Generika in den Fokus. Auch von Lidl war die Rede. Der Deutsche Discounter sollte mit Lagerräumen und einem Verkaufslokal einziehen.

Das alles nahm eine Wende als die Firma „Zürichparis AG“ mit Steff Fischer als Chef das Haus kaufte. Er trat mit einem neuen Plan an die Öffentlichkeit, ein «House of Sounds» soll es werden und tatsächlich, der Plan nahm nun Gestalt an. Der Umbau der alten Mühlegebäude nahm eine Fortsetzung und Handwerker zogen wieder ein und aus. Dabei handelt es sich laut Fischer um 16 Bands, die als erste in der Steigmühle einen Übungsraum einrichteten, sowie einen Laden betreiben wollten. So war es dann November 2012, als die ersten Musikfreunde ins Haus einzogen. Auf den knapp 10'500 Quadratmetern auf neun Geschossen entstand ein Mix aus Bandräumen, Fachläden, Aufnahmestudios, Musik- und Tanzschulen und Gastrobetrieben. Ungefähr zwölf Millionen Franken investierte die Zürichparis AG in den Umbau. In ihren Marketingauftritten schreiben sie über ihr „Claudia – House of Sounds“: „Rund um die Uhr wird hier komponiert, hart gearbeitet, getanzt, gefeiert, getrunken und gegessen in den vielfältigen Ateliers, Verkaufslokalitäten, Büros, Werkstätten, Musik-Lounges, in den Clubs oder dem Speiselokal. Kein Ort für Schlaftüten.“

Die Tössemer Steigmühle darf nicht verwechselt werden mir der Wollenhof-Steigmühle an der heutigen Turmhaldenstrasse. Siehe Glossar-Artikel „Mühlen an der Eulach“.

Kreis Töss
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