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Personalrestaurant AXA-Winterthur-Versicherungen

1970

Museumstrasse 15

8400 Winterthur


Der unscheinbare Bau zwischen den beiden Grosskomplexen der AXA-Winterthur-Versicherung zwischen der Museumstrasse und der Römerstrasse beinhaltet die Personalkantine des Versicherungs-Unternehmens.

Das zweigeschossige Personalrestaurant zwischen den zwei höheren Bürogebäuden der Versicherungsgesellschaft behauptet sich gut und lässt sich überhaupt nicht erdrücken. Im Gegenteil: Es wirkt als verbindendes Element und Abstandhalter. Die drei Gebäude, das Hauptgebäude aus dem Jahre 1931 anstelle der Villa Wehntal von Salomon Volkart, das neue mit Aluminium verkleidete Bürogebäude von 1961 und dieses Kantinengebäude von 1970 stellen ein geschlossenes Ganzes dar. Das Personalrestaurant ist mit einem strengen Raster gegliedert. Es wurde 1970 durch den Architekten Hans Weishaupt erstellt. Werner Huber, Redaktor bei der Zeitschrift „Hochparterre“ schrieb im Jahrbuch 2013: „Der Bau weckt Erinnerungen an Gebäude von Ludwig Mies van der Rohe in Chicago –einerseits auch wegen der Einbindung in die der Gartenstadt angemessene, campusartig gestaltete Umgebung. Manchmal ist die Wirkung eines Gebäudes umgekehrt proportional zu dessen Grösse. So wie bei diesem Objekt.“

Der Glaspalast im idyllischen Park am Weiher, in dem werktags bis zu 400 Mahlzeiten verkauft werden, kam 2010 in die Schlagzeilen. Die AXA-Verantwortlichen hegten die Absicht, das Haus abzureissen und zu ersetzen. Lokale Architekten, Künstler und Heimatschützer traten aus der Reserve und wetterten gegen die Abbruchbewilligung der Stadt. Der schlichte, zeitlose Bau am Ende der 1960er-Jahre erbaut, steht sozialpolitisch für eine Zeit, in der die grossen Winterthurer Arbeitgeber ihren Angestellten etwas gönnen wollten. Mit einem Abbruch gehe nach dem Wohlfahrtshaus von Sulzer in der Stadt-Mitte (wich in den 1980er-Jahren dem Zentrum Neuwiesen) und in Oberwinterthur (gebaut 1956, abgerissen 2010 zugunsten einer neuen Wohnüberbauung) einer der letzten entsprechenden Zeitzeugen verloren.

Und tatsächlich, die AXA rückte von ihrem Plan ab. Im April 2013 liess sie vernehmen, einen Umbau realisieren zu wollen. Nach einem Studienauftrag setzte sich das Architektenteam Staufer & Hasler, Frauenfeld, mit seinem Vorschlag durch, das Gebäude strukturschonend umzubauen.

Ansicht von Süden

Gegen Ende 2014 war es soweit. Die Umbauarbeiten wurden beendet und das Haus in Betrieb genommen. Das Frauenfelder Architekturbüro würdigte mit seinem Umbau die Qualitäten von Weishaupts chef d’œuvre, indem es die Skelettstruktur übernahm. Unter Anwendung der heutigen Möglichkeiten wurde der Ursprungsbau fürs 21. Jahrhundert neu eingekleidet und dabei zu einer transparenten, schwebenden Erscheinung gesteigert. Aussen wurde die Fassade des Hauptgeschosses neu proportioniert. So wurde auf die umlaufende Brüstung und die Deckenbänder verzichtet und dadurch der Fensteranteil vergrössert. Nun bilden grossflächige, vorgehängte Fensterkästen, die den Takt der Stützen übernehmen, eine wohl proportionierte und profilierte Fassadenkomposition. Sämtliche Blechverkleidungen sind in einem dezenten Farbton gehalten, der je nach Licht einen bronzenen Schimmer annimmt. Ob die neue Innenarchitektur Ausdruck der Firmenkultur der Axa oder einfach dem Zeitgeist verpflichtet ist, muss offen bleiben. Auf jeden Fall ist das Innere kaum wiederzuerkennen. (nach einem Text von Adrian Mebold im Landboten vom 11.02.2015, ganzer Zeitungsartikel unter Dokumente)

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