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Haus Hulmenweg 82, Hulmenhof Ricketwil

1883

Hulmenweg 82

8352 Ricketwil (Winterthur)


Das älteste noch erhaltene Haus in der Aussenwacht Ricketwil stammt aus dem Jahre 1476 und befindet sich am Hulmenweg 91-95. Ob das rund 400 Jahre später gebaute Haus am Hulmenweg 82 als Vorgängerin ein ebenso altes Gebäude hatte, kann nicht nachgewiesen werden. So oder so lohnt es sich aber, sich diesem über 130 Jahre alten Bauernhaus zuzuwenden.

Ja, der kleine Weiler Ricketwil, oberhalb des Hegiberges, ist ein Teil der Stadt Winterthur und stellt wohl den anmutigsten ländlichen Teil der Grossstadt dar. Eingebettet in die hügligen Felder und Wiesen liegen die verschiedenen Dorfteile in unterschiedlichen Häusergruppen. Einige dieser Häuser haben eine lange Geschichte und sind deshalb auch im Verzeichnis der schutzwürdigen Bauten Winterthurs aufgeführt.

So auch das, wie die einheimischen sagen, Müller-Haus am Hulmenweg 82. Das langgestreckte Bauernhaus wurde 1883 an Stelle eines älteren Vielzweckbaus errichtet. Das prägende Gebäude trägt das Gesicht seiner Zeit mit verputzten Fassaden und sandsteineren Fenstereinfassungen. Die Ökonomie des auch heute noch landwirtschaftlich (Pferdehaltung) genutzten Baus setzt sich aus Scheune und Stall zusammen und weist eine Bretterschalung auf, die von einer typisch historistischen Sägeverzierung geprägt wird.

Nachdem das Haus lange Jahre als Bauernhof durch die Familie Müller betrieben wurde, kam die Liegenschaft in den 1990er-Jahren in den städtischen Besitz. Diese sanierte das Haus und baute es in ein Heim für begleitetes Wohnen um. Die Kosten beliefen sich gegen 2. Millionen Franken. Mieter und für den Betrieb verantwortlich war ab 1995 der Verein „Läbesruum“. Das Ziel des Umbaus war, den Charakter des Bauernhauses zu erhalten. So wurde mit denselben Materialien gearbeitet, die in der guten Bausubstanz bereits vorhanden waren. Im Innern blieben die bestehenden Tragwände und Deckenbalken trotz geringen Raumhöhen erhalten. Im Dachgeschoss wurde eine Leiter-Ehepaar-4 ½-Zimmer-Wohnung eingebaut. Dieses Vorhaben erforderte einige Substanzeingriffe. Die interessante Dachkonstruktion wurde so weit wie möglich neu im Innenraum gezeigt. Nach aussen wirken die neuen Dachlukarnen hingegen neuzeitlich.

Das Projekt „begleitetes Wohnen“ weit ab vom Stadtzentrum war nicht erfolgreich. Wenig später stand das Haus zum Verkauf und kann wieder in Privatbesitz. Seit einigen Jahren wird es als „Hulmenhof“ bezeichnet und dient als Wohnhaus und der Pferdehaltung. 14 edle Islandpferde bewohnen Stall und Umfeld. Es werden auch reiterliche Ausbildungen angeboten.

Kreis Oberwinterthur
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