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Heilige Orte in Winterthur


Die reformierten Kirchen Winterthur realisierten 2019 zum 500 Jahre Reformationsjubiläum ein Projekt unter dem Titel „Heiliges Winterthur“. Dabei wurde an neun sakrale Orte aus der vorreformatorischen Zeit erinnert. Der Start fand am 2. Juni 2019 mit einem ökumenischen Gottesdienst bei der Klosterruine Beerenberg statt. Die Initianten luden ein die neun Orte zu besichtigen bzw. zu erwandern. Diese werden im Sommer 2019 mit einer künstlerisch gestalteten Landmarke gekennzeichnet.

künstlerische Gestaltung und Herstellung: Erwin Schatzmann

Das zwischen den Konfessionen brückenschlagende Projekt erinnert an neun ehemals sakrale Orte auf dem heutigen Winterthurer Stadtgebiet, die in die vorreformatorische Zeit zurückreichen und nach der Reformation umgewandelt oder aufgehoben wurden. An diesen Standorten stehen während der Ausstellungsdauer künstlerisch gestaltete Landmarken, die an Wegkreuze erinnern. Zur Ausstellung erschien eine Begleitpublikation mit historischen Ausführungen zu den einzelnen Orten.

Bild: winbib

1. Beerenberg (Klosterruine Mariazell)

Im Mittelalter siedelten sich auf halber Höhe des Beerenberges Mönche an. Heute sind vom Chorherrenstift Mariazell nur noch wenige Mauerzüge vorhanden. Sie erinnern an das klösterliche Leben der Beerenberger Brüder.

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Bild: winbib

2. Bruderhaus

Über das "Bruderhaus" im Eschenbergwald sagt die Geschichte, dass im 13. Jahrhundert die Franziskaner eine Einsiedelei errichtet haben. Dieses sogenannte Bruderhaus erhielt 1426 eine Kapelle. 1530 wurde die Einsiedelei, wegen ausgeartetem Benehmen, aufgehoben und zum Ruhesitz für ältere Bürger bestimmt. Heute ist es ein Wildpark mit Restaurant

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Bild: winbib

3. Chomberg (Pirminsquelle)

Südlich von Neuburg, einem Weiler im Westen der Stadt Winterthur, liegt der Chomberg. An dessen Nordhang finden sich Quellfassungen. An einer dieser Quellen soll sich im 8. Jahrhundert der Brunnenheilige Pirminius niedergelassen haben. Der Name ist seit 1327 nachgewiesen und erinnert an den irischen Mönch Pirmin († 753), Gründer des Klosters Reichenau und Schutzpatron der alten Pfarrkirche Pfungen.

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4. Heiligberg (Rosengarten)

Das Stift ist nicht mehr erhalten. Es war kein in sich geschlossener Gebäudekomplex wie z.B. das benachbarte Kloster Töss. Pfrundhäuser und Pfarrkirche Heiligenberg standen auf dem Gebiet des heutigen Rosengarten bis hin zur Bühlwiese. Bei der Suche nach dem Winturm stiess man auf Spuren des Chorherrenstifts. (wikipedia)

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5. Mörsburg (Schloss)

Die Anfänge der Mörsburg verlieren sich in frühmittelalterlichen Zusammenhängen: das Alter des mächtigen Bergfrieds bleibt umstritten. 1598 erwarb Winterthur die Burg als Lehen der Nachbarstadt Zürich und wurde 1798 uneingeschränkte Besitzerin. Seit 1902 ist hier ein grosser Teil der Sammlungen des Historischen Vereins Winterthur untergebracht.

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6. Neumarkt (Alterszentrum)

Am Gebäude des Alterszentrums Neumarkt zeichnet sich die Sozialgeschichte der Stadt Winterthur nach. Das Gebäude war über die Jahrhunderte hinweg Spital, Armenhaus, Waisenhaus, Fremdenasyl, Gefängnis und Altersheim in einem oder nach und nach. Die Geschichte ist auch ein Blick auf den sozialen Wandel, der aufzeigt, wie in den letzten 800 Jahren mit Menschen am Rand der Gesellschaft umgegangen wurde.

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7. St. Georgen (heute Schulhaus)

Auf dem ehemaligen Areal der Kapelle St. Georgen, die 1882 wegen des Eisenbahnbaues weichen musste, wurde 1894 bis 1895 das heutige Schulhaus erstellt. Das auf der Nordseite der St. Georgenstrasse über einer hohen Böschungsmauer stehende Sekundarschulhaus aus rotem Backstein mit einer symmetrischen Neu-Renaissance-Fassade wurde am 13. Oktober 1895 seiner Bestimmung übergeben und gehört somit zu den älteren städtischen Schulhäusern.

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8. Töss (Klosterstrasse, ehem. Mühlengebäude)

1833 erwarb die Maschinenfabrik Rieter AG für 103'000 Franken vom Kanton Zürich das genau 600 Jahre zuvor gegründete und 1525 stillgelegte Dominikanerkloster an der Töss. Die meisten Klostergebäude mussten dem Bau der Maschinenfabrik weichen. 1854 installierte Ständerat und Oberst Heinrich Rieter in der Kirche eine Kranbahn für die Maschinenmontage. Dies gefiel selbst im reformierten Winterthur nicht allen Leuten. 1914 wurde die Kirche durch eine Industriebaute ersetzt. Einzig die ehemalige Klostermühle überlebte.

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Bild: winbib

9. Veltheim (reformierte Kirche)

Die reformierte Dorfkirche von Winterthur-Veltheim gehört zu den ältesten Kirchen der Zürcher Landschaft. Ihr hohes Alter ist am heutigen Kirchenbau, der im Wesentlichen aus dem späten 15. Jh. stammt, allerdings nicht mehr abzulesen. Mit seiner prächtigen und farbenfrohen Ausmalung ist er jedoch Zeuge einer Zeit, in der die Kirche über ihre lokale Pfarrfunktion hinaus als Marienwallfahrtsstätte regionale Bedeutung erlangte.

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Quelle

«Heiliges Winterthur». Hrsg. von Lucia Angela Cavegn im Auftrag des reformierten Stadtverbandes Winterthur, mit zahlreichen Abbildungen und Beiträgen von Lucia Angela Cavegn (Interview mit Erwin Schatzmann), Miguel Garcia, Tobias Garcia, Hugo Gehring und Arnold Steiner, Vorwort von Verena Bula-Brunner, 64 Seiten, Fünffarbendruck, Mattenbach Verlag, Winterthur. (ISBN 978-3-905172-77-5). Darin befindet sich auch eine Landkarte mit den genauen Standorten der neun sakralen Orte.

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