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Wohnüberbauung Lokomotive

2007

Die Wohnüberbauung Lokomotive bewahrt die Industrieatmosphäre der ehemaligen Lokomotivfabrik (SLM), obschon, mit Ausnahme des grossen Daches der einstigen Maschinenhalle über den ersten beiden Wohnblocks, alles Neubauten sind. 120 Wohnungen enthält die 2007 fertiggestellte Wohnüberbauung der Architekten Knapkiewicz & Fickert aus Zürich.

Die Umnutzung des Industrieareals Sulzer/SLM hat 2007 einen weiteren bedeutenden Schritt gemacht. Die Fabrikbauten der einstigen Lokomotivfabrik im Eck der Agnesstrasse/0bere Briggerstrasse wurden durch Wohnbauten ersetzt. Vier parallele Hauszeilen sind entstanden. Das Interessante dabei ist, dass diese neuen Wohnblocks irgendwie den Industriecharakter wieder aufleben lassen bzw. nicht zerstört haben. Die Fabrikstimmung wird durch die enge Anordnung der vier Häuser geschaffen. Nur der erste Block steht entlang der Agnesstrasse und präsentiert sich quasi als die Schauseite des ehemaligen Industrieareals. Die drei weiteren Zeilen liegen nicht an Strassen, sondern schliessen sich relativ eng diesem „Kopfbau“ an. Nur die Stirnseiten lehnen sich an die obere Briggerstrasse an.

Foto: wintipix.com

Die Arbeiterstadt ist hier irgendwie erhalten geblieben. Was aber keineswegs negativ verstanden werden darf. Die Stimmung ist offen und lebendig und somit auch erstaunlich. Das Krönchen dazu ist das erhalten gebliebene Fabrikhallendach, das den Zwischenraum der ersten beiden Zeilen überdeckt. Damit wird ein Hof mit speziellem Ambiente geschaffen. Dass, aus welchen Gründen auch immer, dabei beidseits ein Streifen offen gelassen wurde, damit Regen und Schnee trotzdem in diesem gedeckten Raum eindringen kann, wird wohl das Geheimnis des Architektenpaars Knapkiewics & Fickert bleiben.

Eine Jury hat das Grossbauwerk der COOP-Personalversicherung mit einem „Hase in Bronze“ ausgezeichnet. Der Jurybericht lautet: Wie kann man alte Industrieanlegen um- und ausbauen. Die Überbauung „Lokomotive“ auf dem Areal der ehemaligen Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur begeht mit ihren 120 Wohnungen einen exemplarischen Weg. Das Ensemble übernimmt die Bebauungsflächen und –masse der ehemaligen Fabrikstadt und zeigt damit, was in Neu-Oerlikon scheinbar nicht möglich war. Die grossmassstäbliche Umnutzung von Industriebauten in Wohnhäuser, bei der die industrielle Vergangenheit noch mitschwingt. Und erst noch marktkonform und rentabel. Fickert & Knapkiewicz gehen mit ihrem Verweben von Alt und Neu sogar so weit, dass sie eine mehrgeschossige Montagehalle kurzerhand zur Erschliessungshalle umfunktionieren und damit vor dem Abbruch retten. Neue Passagen und tief eingezogene Loggien vernetzen die Aussen- mit den Innenräumen. Die schlichte Architektur und die sorgfältigen Grundrisse haben die Jury überzeugt.

Kreis Altstadt
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