w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


„Fokus“, Zentralisierung der Stadtverwaltung im Superblock

01.06.2015

Unter dem Projektnamen „Fokus“ wurde die Planung abgewickelt, um den grössten Teil der Verwaltung der Stadt Winterthur in einem Gebäude zu zentralisieren. Statt 26 unterschiedliche Standorte wurde ab dem 1. Juni 2015 der zentrale Standort im Sulzer Areal Stadtmitte, der im Superblock, bezogen.

Foto: John Wilhelm is a photoholic www.johnwilhelm.ch

Hauptziel der Zentralisierung der Stadtverwaltung Winterthur war die Einsparung von Kosten für Miete, Betrieb und Unterhalt der Räumlichkeiten. Zudem soll die Bevölkerung eine Anlaufstelle unter einem Dach erhalten und die Zusammenarbeit der städtischen Bereiche durch die räumliche Nähe vereinfacht werden.

2010 hatte die Stimmbevölkerung der Stadt Winterthur der Zentralisierung der Stadtverwaltung deutlich zugestimmt. Ab Juni 2015 zogen 26 der 27 vorgesehenen Verwaltungseinheiten wie geplant ins neue Hauptquartier im Sulzer Areal Stadtmitte. Die drei Betreibungsämter, die Arbeitsintegration und die Polizei bleiben am bisherigen Standort. Hingegen ist auch Stadtpräsident Michael Künzle an den neuen Hauptsitz der Stadtverwaltung (in das 6. Stockwerk) umgezogen.

Das neue zentrale Verwaltungsgebäude im Eck Zürcherstrasse/Pionierstrasse ist hufeisenförmig um einen attraktiven Hof angelegt. Im südlichen Teil angebaut bezieht die AXA Winterthur eigene Räumlichkeiten. Die Stadtverwaltung mietet für 900 Arbeitsplätze auf sechs Stockwerken 25‘850 Quadratmeter Brutto-Bodenfläche. Die Nettofläche pro Arbeitsplatz beträgt 14 m2. Das Konzept basierte darauf, dass auf allen Stockwerken Grossraumbüros eingerichtet werden. Zu dieser Arbeitsweise hatten sich auch alle Stadträte (inkl. Stadtpräsident) bekannt. Für vertrauliche Gespräche stehen spezielle Boxen zur Verfügung. Auf jeglichen Luxus wird verzichtet.

Die Vorteile des Superblocks
durch ÖV gut erschlossener, zentraler Standort mit moderner Ausstrahlung
zentrale Infozentrale für die Bevölkerung
Empfang als Infozentrale der Stadtverwaltung
erhöhte Sicherheitsstandards
direkte und kürzere Informationswege intern
bessere Zusammenarbeit und Teambildung aufgrund geografischer Nähe und Prozessoptimierung
höhere Kostentransparenz dank einer Liegenschaft statt deren 24
tiefere Unterhalts- und Investitionskosten, da keine Mehrfachinfrastruktur

Die bisherigen dreizehn stadteigenen Liegenschaften konnten mit mehr Gewinn vermietet werden konnten als geplant. Es resultiert unter dem Strich das gewünschte Resultat: einer jährlichen Ersparnis von 3,2 Millionen Franken über die nächsten mindestens 20 Jahre. Versprochen worden war vor der Abstimmung ein Betrag zwischen 2,8 und 3,7 Millionen. Eine Punktlandung also, mit der alle Beteiligten zufrieden sein können.

Blick zurück

Das Ziel die 26 städtischen Standorte und Kundenanlaufstellen verteilt in der Altstadt und deren Umfeld zu zentralisieren und in einem zentralen Bürohaus unterzubringen, beschäftigte die Politik und die Stadtverwaltung seit Jahren. Bereits in den 1970er-Jahren stand eine Diskussion darüber statt, die ganze Stadtverwaltung in einem Hochhaus auf dem Strauss-Areal unterzubringen. Die Volksinitiative der „Jungen Löwen“ fand weder im Stadt- und im Gemeinderat noch in der Volkabstimmung einer Mehrheit. Die perlschnurartige aneinander gereiht Stadtverwaltung war damals das Mass aller Dinge. Rund dreissig Jahre später kam das Thema wieder in die Diskussion, diesmal aber durch den Stadtrat.

2007 erlitt das Projekt auf dem Archareal, wo früher das Volkshaus und ein Parkhaus stand, einen eigenen Büroneubau zu erstellen, Schiffbruch. In einer Volksabstimmung wurde die Zustimmung verwehrt. Es musste ein neuer Standort gesucht und geprüft werden. Zur Diskussion stand das Sulzer-Hochhaus, im Grüzefeld das Areal der ehemaligen Druckerei Winterthur AG und der Superblock im Sulzer-Areal Stadtmitte. Das Projekt Superblock auf dem Sulzer-Areal, das die AXA Winterthur als Bauherr und die Stadt als Mieter beinhaltet, fand schliesslich die Zustimmung. Im Oktober 2010 stimmte der Gemeinderat mit 40 zu 13 zu. SP, FDP, EVP, CVP, GLP und Grüne waren unter den Befürwortern, SVP, AL und EDU lehnten die Vorlage ab. Im November2010 stimmte schliesslich auch die Volksabstimmung mit 65 zu 35% der Stimmen zu. Ab Juni 2015 ist die Zentralisierung der Stadtverwaltung realisiert.

Kreis Altstadt
nach oben ↥
nach oben ↥
link