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Eidg. Schützenfest 27. Juli - 8. August 1895


Vom 27. Juli bis 8. August 1895 war in Winterthur ein Schützenfest gefeiert worden. Es hatte einen glänzenden Verlauf genommen. Am Haupttag des Festes, am 1. August fand auch die Einweihung des neu errichteten Denkmals für den Winterthurer und ersten Bundespräsidenten, Dr. Jonas Furrer statt. Das allererste eidg. Schützenfest hatte bereits 1824 in Aarau stattgefunden.

Bild: Archiv Photografische Gesellschaft Winterthur

Eidgenössische Schützenfeste werden auch als Freischiessen bezeichnet. In der Geschichte und im politischen Leben der Schweiz spielten Schützenvereinigungen und Freischießen eine bedeutende Rolle. In der Gegenwart finden die nationalen Schießwettkämpfe „Eidgenössisches Schützenfest“ alle fünf Jahre statt. Es handelt sich um sportliche Großveranstaltungen mit Sportfestcharakter.

Foto: Sammlung U. Tagliavini

Mit der Herausgabe der Schützentaler wird einige Zeit zuvor die Vorfreude zum Schiessablage eingeleitet. Ein Schützentaler ist eine Schützenmedaille in Talergrösse. Im engeren Sinne versteht man darunter nur die Prägungen der Schweiz, welche teilweise als Zahlungsmittel verwendet wurden und deshalb nicht nur den Charakter von Medaillen, sondern auch von Gedenkmünzen haben.

Foto: H. Linck, Sammlung Heimatschutz Winterthur

Das Aarauer Freischießen von 1849 war das erste nach Gründung des modernen Schweizer Bundesstaats und feierte dessen Errungenschaften. Literarisch berühmt wurde es 1860 durch die Novelle Das Fähnlein der sieben Aufrechten von Gottfried Keller. Der Dichter, selbst kein Teilnehmer, ließ sich durch das glanzvolle Schützenfest anregen, das 1859 in Zürich stattfand.

1895 fand dieser grosse Schiessanlass über die Zeit vom 27. Juli bis zum 8. August in Winterthur statt. Der Festplatz befand sich auf dem heute stark überbauten Quartier des Mattenbachs statt. Das weite Feld von der heutigen Zwinglistrasse bis zum Eschenbergwald war bebaut mit der Fest- und Schiesshalle, dem Rummelplatz und natürlich mit dem Schiess- und Scheibenstand. Geschossen wurde Richtung Waldrand.

Foto: Sammlung Stadtbus

Erschlossen war das Festareal mit Rösslitrams. Die Linie 2 der TGG (Tramway-Garantie-Genossenschaft) führte vom Bahnhofplatz durch die Marktgasse und die Tösstalstrasse zum Festplatz. Tausende Schützenfestbesucher reisten mit der Bahn an und fuhren mit diesem neuen Transportmittel an ihr Ziel. Der Fahrpreis hatte zwischen 10 und 30 Rappen betragen. Dieser Pendelbetrieb fuhr mit einem Fünfminuten-Intervall.

Bildersammlung Siegfried Schlesiger

Allgemeines Festprogramm

Samstag 27. Juli: Abholung der eidg. Fahne, Bankett in der Tonhalle Zürich

Sonntag 28. Juli: Eröffnung des Festes, Fahnenübergabe, Verteilung der ersten Becher

29. Juli - 7. August: 6-12 Uhr & 1 1/4 - 8 Uhr Schiessen

Donnerstag 1. August: 10 Uhr Übergabe des Dr. Jonas Furrer Denkmals

Sonntag 4. August: Schiessen bis 10 Uhr eingestellt, 9 Uhr Feldgottesdienst.

Dienstag 6. August: 8 Uhr abends Schluss des Sektionsschiessens

Mittwoch 7. August: 8 Uhr abends Schluss des Schiessens

Donnerstag 8. August: Preisverteilung; 3 Uhr Abgabe der eidg. Fahne

Verzeichnis der Mitglieder des engeren Festkomitee Präsident: Rudolf Geilinger, Stadtpräsident

Schiesskomitee: J. Bruggmann, Kaufmann

Empfangskomitee: H.J. Hoffmann, Redaktor (Vizepräsident des OK)

Finanzkomitee: Dr. A. Sulzer, Subdirektor

Gabenkomitee: E. Jung, Architekt

Baukomitee: W. Hoffmann, Architekt

Dekorationskomitee: A. Pfister, Direktor

Wirtschaftskomitee: Th. Witzig, Bahnhofrestaurator

Polizeikomitee: C. Weinmann, Ingenieur

Komitee für persönliche Fürsorge: O. Herold, Dekan

Quartierkomitee: C. Ochsner, Stadtrat

Pressekomitee: Dr. C. Schenk, Stadtschreiber

Musik- und Unterhaltungskomitee: Dr. H. Sträuli, Advokat

Generalsekretär: Dr. W. Witzig, Advokat

Generalkassier: J. Freimann, Stadtrat

Festanlässe
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