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Weiler Zinzikon


Der Weiler Zinzikon in Oberwinterthur liegt am Fusse einer kleinen Anhöhe am Stadtrand gegen Reutlingen zu. In seinem Kern stehen gut erhaltene Bauernhäuser, die aber heute alle nur noch zum Wohnen und nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

Die historischen Kernhäuser erkennt man an den dunkelbraunen Giebeldächern

Der Hof Zinzikon wird 1294 erstmals erwähnt und wurde damals von einem Winterthurer Bürger bewohnt, der den Hof als „Kehlhof" von den Habsburgern gepachtet hatte. Im 14. Jahrhundert war der Hof im Besitz des Spitals von Winterthur, welches ihn später an seine eigenen Lehensleute veräusserte. Durch Erbteilung dürfte sich die Siedlung vom 16. Jahrhundert an vergrössert haben. Die Baugeschichte der einzelnen Höfe in Zinzikon ist noch wenig dokumentiert. Neben den Bauernhöfen sind zwei Speicher erhalten, die aus der Zeit um 1700 stammen dürften. Ab den 1970er Jahren setzte in der Umgebung von Zinzikon eine intensive Bautätigkeit ein, so dass das Dorf heute von Siedlungen umschlossen ist.

Trotthaus bei Zinzikerstrasse 19

Die Trotte dürfte vor 1800 im Fachwerk erbaut worden sein. Der holzverschalte Bau erinnert an den einstigen Rebbau, der bis kurz nach 1900 im Weiler Zinzikon betrieben wurde.

Häuser Zinzikerstrasse 18-20

Das Vielzweck-Bauernhaus dürfte ebenfalls vor 1800 errichtet worden sein und präsentiert sich im spätbarocken Habitus. Der östliche Wohnteil weist über dem massiven Erdgeschoss ein gut erhaltenes Sichtfachwerk auf. Die ehemalige Remise unter Pultdach zeigt sich grösstenteils holzverschalt. Im 20. Jahrhundert wurde die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben und der Ökonomieteil zum Wohnbereich umgebaut.

Haus Zinzikerstrasse 19

Das zweigeschossige Ackerbauernhaus unter Satteldach dürfte vor 1650 errichtet worden sein. Im 19. Jahrhundert wurde es durch einen Stallanbau im Westen erweitert und mit neuen Fassaden ausgestattet. Heute stellt der Bau, der sich mit verputzten und holzverschalten Fassaden präsentiert, eines der wenigen Vollbauernhäuser in Zinzikon dar, das in seiner Struktur weitgehend unverändert erhalten ist.

Speicher bei Zinzikerstrasse 19

Der stattliche Speicher, der aus gemauerten Wänden und Fachwerk besteht, wurde im 18. Jahrhundert erstellt. Das Dach des holzverschalten Baus ist heute noch teilweise mit Klosterziegeln gedeckt. Als freistehender Ökonomiebau prägt er heute den alten bäuerlichen Kern von Zinzikon wesentlich mit. Die Stadt konnte 1972 diesen originellen Speicher vor dem Verfall retten. Der grosse Doppelspycher gehörte früher drei Eigentümern und ist offenbar in zwei Etappen entstanden. Die Osthälfte ist über einem geschosshohen Feldsteinsockel als Blockständerbau von besonders ursprünglicher Art errichtet. Reich verzahnte gotische Kopfbüge verbinden die gewaltigen Ständer mit der Dachpfette. Die Westhälfte ist über etwas niedrigerem Sockel als Ständerbau ausgefacht worden. Die Renovation beschränkte sich auf das absolut Notwendigste und man war darauf bedacht, die köstlichen Einzelheiten, wie Brettertüren mit hölzernen Zapfenbändern und ähnliches, so weit wie möglich zu erhalten. Das Dach schliesslich wurde wieder mit alten Klosterziegeln eingedeckt.

Bauernhaus und Speicher Zinzikerstrasse 24-26

Das stattliche Bauernhaus mit Ökonomieteil wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Aus dieser Zeit sind der Fachwerkspeicher sowie der alte Speicher, der in Ständerbohlenkonstruktion erstellt wurde, erhalten. Der Wohnteil, der sich mit verputzten Wänden und klassizistischer Fassadengestaltung zeigt, wurde 1859 neu erbaut. Heute stellt das Bauernhaus ein wichtiges Element des alten bäuerlichen Kerns von Zinzikon dar.

Bauernhaus Stadlerstrasse 101

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Weiler –inzwischen durch eine Neuüberbauung getrennt- steht auch noch ein weiteres stattliches Landwirtschaftsgebäude. Das Vielzweck-Bauernhaus wurde zwischen 1827 und 1839 mit Ökonomieteil, freistehenden Nebengebäuden und grossem Vorplatz an dominanter Stelle errichtet. Das Obergeschoss des Wohnteils sowie Teile der Ökonomie sind in Sichtfachwerk mit biedermeierlicher Prägung ausgeführt. 1886 wurde im Osten ein eingeschossiger Terrassenanbau hinzugefügt. Die Baustruktur sowie die Innenausstattung des Bauernhauses sind noch weitgehend aus der Bauzeit erhalten.

Texte: Denkmalpflege Stadt Winterthur

Kreis Oberwinterthur
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